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Fatma Safidin floh zusammen mit ihrem Ehemann und ihrer zweijährigen Tochter aus der umkämpften syrischen Stadt Al Qamishli. Die Familie lebt nun im nordirakischen Flüchtlingslager Basirma. Foto: Christoph Püschner 

Zur freien Verwendung nur im redaktionellen Zusammenhang mit Diakonie Katastrophenhilfe.

Martin Kessler (Abteilungsleiter Diakonie Katastrophenhilfe), Cornelia Füllkrug-Weitzel (Präsidentin Diakonie Katastrophenhilfe) und Father Alexi (Direktor der Organisation GOPA-DERD) lassen sich in Homs von der Wohnungsinhaberin Frau Hiyam Dagher ihre Geschichte von Verlust und Zerstörung erzählen. Foto: Christoph Püschner 

Gewächshauser ermöglichen syrischen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen den Aufbau eines kleinen Einkommens. Foto: Christoph Püschner

3.000 Pakete mit Hygienebedarf wurden an die Flüchtlinge verteilt. Foto: IOCC 

An bedürftige Familien werden Kleidungsgutscheine verteilt. Foto: IOCC 

In diesem Container im Zaatari-Camp findet der Unterricht und die Therapiesitzungen statt. Foto: Isabelle Uhe 

Bisher konnte Juri keine richtigen Schuhe tragen. Heute bekam sie orthopädische Schuhe von der holländischen Physiotherapeutin Femmy Kragt. Foto: Isabelle Uhe 

Juri ist zehn Jahre alt. Ihr Bein wurde 2013 in einem Vorort von Damaskus bei einem Granatenangriff schwer verletzt. Ihre Schwester kam dabei ums Leben. Foto: Isabelle Uhe 

Nothilfe in Syrien

Mehr als 6.1 Millionen Menschen wurden in den letzten Jahren innerhalb Syriens vertrieben – so viele, wie in keinem anderen Land auf der Welt.

Länge: 01:06 min | Datum: 08.03.2018

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Syrien / Irak

Grenzenlose Not

Es ist eine der größten Flüchtlingskatastrophen unserer Zeit: Der Krieg und die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben unvorstellbares Leid zur Folge. Millionen Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Der Krieg in Syrien geht in das neunte Jahr. Das Ausmaß und die Komplexität der humanitären Krise im Land sind nach wie vor enorm. Jahre der Vertreibung und immer neuer Konfliktherde haben der Widerstandskraft der Bevölkerung schwer zugesetzt. Nach Schätzungen der UN sind in 2019 rund 11,7 Millionen Menschen im Land auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zwar ist die Gewalt im vergangenen Jahr in vielen Teilen des Landes zurückgegangen, allerdings bestehen in anderen Teilen bewaffnete Auseinandersetzungen fort. Aktuelle und vergangene Kriegsereignisse wirken sich nach wie vor auf die humanitäre Situation der Bevölkerung aus. Die Lebensumstände sind weiterhin katastrophal, ganze Stadtteile und Landstriche liegen in Trümmern. Unzählige Familien haben schon mehrere Vertreibungen hinter sich, sie leben unter miserablen hygienischen Bedingungen in unsicheren, zerstörten Unterkünften.

Sicherer Wohnraum für zurückgekehrte Familien

Abertausende Familien mussten in den letzten Jahren ihre Häuser verlassen, weil ihre Dörfer und Klein-städte im Kampf zwischen Rebellen und Regierung attackiert wurden, Raketen und Mörser in ihre Häuser einschlugen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 4,7 Millionen Menschen im Land auf Hilfe für eine schützende Unterkunft angewiesen. Dies ist ein Anstieg um 18 % im Vergleich zum Vorjahr. Tausende Menschen kehren in ihre alte Heimat zurück, sobald die Kampfhandlungen dort aussetzen. Doch sie haben alles verloren, ihre Wohnungen sind oft schwer beschädigt oder völlig zerstört. Doch zur Instandsetzung ihrer Unterkünfte fehlen nicht nur Geld, sondern auch Material und Arbeitskräfte. Nach Aussagen von Rückkehrern gehört die Reparatur von Wohnungen zu ihren dringlichsten Bedarfen. Außerdem ist eine funktionierende Infrastruktur von Geschäften und kleinen Märkten essenziell, damit sich die Menschen mit Lebensmitteln und anderen notwendigen Waren versorgen können.

So helfen wir

Die Diakonie Katastrophenhilfe führt zusammen mit GOPA ein Projekt durch, das 300 Familien in den Regionen Ost-Ghouta, Homs und Deir-Ez-Zor bei der Rückkehr in ihre Wohnungen unterstützt. Ihre zer-störten oder schwer beschädigten Wohnungen werden zunächst von Baugutachtern untersucht und beur-teilt. Das ist wichtig, denn die Gebäude dürfen nicht einsturzgefährdet sein oder andere schwere Sicher-heitsmängel aufweisen. Fällt die Beurteilung positiv aus, werden entsprechende Baumaßnahmen umge-setzt, die eine Rückkehr der binnenvertriebenen Familien ermöglichen. Dazu gehören etwa die Reparatur von Einschlägen in Betonwänden und Dächern, die Reparatur von beschädigten Wasserleitungen und Sanitäranlagen, die Installation von Fenstern oder die Wartung elektrischer Anschlüsse.

Doch ein wetterfestes Obdach alleine reicht noch nicht zum Überleben. Deshalb werden im Rahmen des Projekts auch 100 Geschäfts- und Ladenbesitzer mit ihren Familien begünstigt. Sie profitieren von in-standgesetzten Läden und Shops, durch die Handel und Dienstleistungen ermöglicht werden. Alle Bau-maßnahmen werden von lokalen Handwerkern durchgeführt, was die lokale Wirtschaft zusätzlich stärkt.

„Das Projekt geht über die reine Nothilfe hinaus“, erklärt Vera-Magdalena Voss, Leiterin des Syrienpro-gramms der Diakonie Katastrophenhilfe in Amman. „Es geht darum, den Wohnraum soweit wieder herzustellen, dass er ausreichend Schutz bietet. Vor allem werden Löcher in Wänden und Dächern zugemauert, damit er im Winter notdürftig beheizt werden kann und Menschen vor der Witterung schützt. Das ist aber nicht mit einer kompletten Renovierung vergleichbar“. Durchschnittlich 2.200 Euro werden für eine schwer beschädigte Wohnung ausgegeben.

Seit 2017 wurde mit dem Vorgängerprojekt bereits 800 Familien geholfen, in ihre Wohnungen zurückzukehren. Auch zwei Schulen in Homs konnte die Diakonie Katastrophenhilfe erfolgreich rehabilitieren.

Was Sie tun können

Um noch mehr Menschen zu erreichen, ist die Diakonie Katastrophenhilfe zusammen mit ihren Partnern auf Spenden angewiesen. Mit zusätzlichen Mitteln kann die Diakonie Katastrophenhilfe die laufenden Maßnahmen weiter unterstützen und außerdem den Fokus auf längerfristige und nachhaltige Unterstützung der Flüchtlingsfamilien legen. Dazu gehört die Sicherung des Lebensunterhalts in Form von Einkommen schaffenden Maßnahmen und beruflicher Aus- und Weiterbildung, die Förderung von Schulkindern sowie Gesundheits- und Ernährungsberatungen.

Fürbitten Syrien
Fürbitten Syrien
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Tel.: +49 (0)30 65211-4711
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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