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Finanzen 2021

Zahlen und Fakten auf einen Blick

Erläuterungen der Einnahmen und ihrer Herkunft

Die Jahresrechnung der Diakonie Katastrophenhilfe leitet sich aus den geprüften Abschlüssen des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung e. V. (EWDE) und der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (EZE) ab.

 

Gesamteinnahmen

Die Gesamteinnahmen lagen im Berichtsjahr 2021 bei 101,7 Mio. Euro und haben sich damit gegenüber dem Vorjahr (50,4 Mio. Euro) mehr als verdoppelt. Diese sehr deutliche Zunahme um über 50 Mio. Euro ist zum weit überwiegenden Teil auf die große Spendenbereitschaft nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Teilen von Nordrhein-Westfalen zurückzuführen, zum anderen haben aber auch die Zuweisungen der öffentlichen Drittmittelgeber stark zugenommen.

Die Zahlungen des Auswärtigen Amtes und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) weisen beide über hohe Zunahmen zwischen 70 und 80 Prozent auf knapp 20 Mio. Euro (Vorjahr 11,3 Mio. Euro) auf. Die Überweisungen des BMZ betreffen zu knapp zwei Dritteln den Budgettitel für Übergangshilfe, Infrastruktur und Krisenbewältigung und zu ca. einem Drittel den Kirchentitel.
Das Finanzergebnis ist im Vergleich zum Vorjahr auf 1,9 Mio. Euro (Vorjahr 0,5 Mio. Euro) angestiegen.

Spenden

In 2021 haben sich die Spenden im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppelt. Insgesamt haben wir 2021 rund 66,6 Mio. Euro Spenden erhalten, im Vorjahr 28,6 Mio. Euro. Die zweckgebundenen Spenden betreffen weit überwiegend die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Mitte Juli 2021. Hierfür haben wir fast 39 Mio. Euro Spenden erhalten, davon 29,4 Mio. Euro über das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe. Auch die zweckungebundenen Spenden haben sich gegenüber 2021 nochmals leicht erhöht, auf fast 15 Mio. Euro (+ 3,3 Prozent).

Weitere zweckgebundene Spenden haben wir für die humanitären Katastrophen im Nahen Osten, insbesondere im Jemen und in Syrien und angrenzenden Ländern erhalten sowie für die Hilfsmaßnahmen für die von der Covid-19-Pandemie betroffenen Länder. Hinzukommen Spenden für die Opfer des Wirbelsturms im Westen Haitis (ca. 1 Mio. Euro), die Flüchtlingshilfe (ca. 0,7 Mio. Euro) und die Hungerbekämpfung in Afrika (ca. 1,6 Mio. Euro). Weiterhin wenig spendenwirksam waren vergessene Krisen und Dauerkonflikte wie in der Demokratischen Republik Kongo, in Somalia, dem Südsudan oder in Westafrika.

 

Brot für die Welt-Katastrophenfonds

Um bei vergessenen Katastrophen und bei Wiederaufbauprojekten sofort handlungsfähig zu sein, erhält die Diakonie Katastrophenhilfe Spendenmittel von ihrer Schwesterorganisation Brot für die Welt. Diese wurden uns in der gleichen Höhe wie im Vorjahr zur Verfügung gestellt.

 

Zinsen

Zinseinnahmen entstehen, da Spenden je nach Projektfortschritt an die Projektpartner weitergeleitet werden. Projektgebundene bewilligte Mittel werden bis zur Auszahlung in sicheren Anlageformen gemäß strengen Richtlinien angelegt. Die dadurch erwirtschafteten Zinseinnahmen und Veräußerungs- und Kursgewinne sind zweckgebunden und tragen zur Deckung der Kosten für Projektbetreuung, Werbung und Verwaltung bei. Im Vergleich zu 2021 (0,5 Mio. Euro) ist das Finanzergebnis 2021 mit 1,9 Mio. Euro deutlich höher ausgefallen. Dies ist eine Folge stark gestiegener Zinseinnahmen, einer Zunahme der Kursgewinne bei Wertpapieren und dem Rückgang gesetzlich vorgeschriebener Abschreibungen auf Wertpapiere.

 

Öffentliche Mittel und Beiträge Dritter

Die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union (EU) bewilligte der Diakonie Katastrophenhilfe 2021 für mit öffentlichen Mitteln finanzierte Projekte Mittel in Höhe von über 44,2 Mio. Euro – eine Zunahme von fast 15 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr (29,2 Mio. Euro). Die Förderung durch das Auswärtige Amt hat sich mehr als verdoppelt, um 13 Mio. Euro auf 21,6 Mio. Euro (Vorjahr 8,6 Mio. Euro). Ausschlaggebend hierfür war insbesondere die Bewilligung eines großen, mehrjährigen Projektes der Ernährungssicherung in mehreren Ländern Ostafrikas. Mit 16,8 Mio. Euro lagen die Bewilligungen des BMZ nur leicht über dem Vorjahres- wert (16,2 Mio. Euro). Erfreulich ist auch die Entwicklung der Mittel von der EU (ECHO), die in 2021 erneut zugenommen haben, von 4,4 Mio. Euro auf 5,8 Mio. Euro (+ 32,1 Prozent). Mit Mitteln der Vereinten Nationen (UN) wurden in 2021 keine Projekte bewilligt.

 

Schwerpunkte der Zuwendungen 2021 des Auswärtigen Amtes und des BMZ an die Diakonie Katastrophenhilfe:

  • Jemen 2,6 Mio. Euro (5,8 Mio. Euro im Vorjahr), ausschließlich vom Auswärtigen Amt
  • Palästina 4 Mio. Euro vom BMZ (Vorjahr 0,3 Mio. Euro ebenfalls vom BMZ)
  • Venezuela-Krise 4,5 Mio. Euro vom Auswärtigen Amt (Vorjahr 4,7 Mio. Euro vom BMZ)
  • Haiti 1,2 Mio. Euro vom BMZ (Vorjahr 1,0 Mio. Euro vom BMZ)
  • 1,5 Mio. Euro zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit bei komplexen Katastrophen vom BMZ 
  • 4 Mio. Euro für Rehabilitierung und Ausbau von Infrastruktur und Dienstleistungen im Gesundheitssektor des Libanon
  • 2,1 Mio. für ein Projekt zur Stärkung der Vorsorgekapazitäten und baulicher Infrastruktur von katastrophengefährdeten Gemeinden in Bangladesch
  • Zusammen 3 Mio. Euro für Projekte in der Demokratischen Republik Kongo und im Niger

Von der Direktion für humanitäre Hilfe der Europäischen Union (DG ECHO) erhielten wir 2,5 Mio. Euro für syrische Flüchtlinge in der Türkei (Vorjahr 3,6 Mio. Euro), 1,3 Mio. Euro für ein Konsortialprojekt unter Führung der Caritas Austria in Syrien, 0,8 Mio. Euro für ein Projekt zur Linderung der Folgen des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien und 1,2 Mio. für die Krise in Venezuela (Vorjahr 0,8 Mio. Euro). Durch Zuschüsse der Bundesregierung und der EU konnte die Diakonie Katastrophenhilfe wichtige Projekte in Afrika, Asien und Südamerika unterstützen, für die zu wenige eigene zweckgebundene oder zweckungebundene Spenden zur Verfügung standen.

 

Zuwendung sonstiger Dritter

Von unserem internationalen Verbund evangelischer Hilfswerke Action by Churches Together (ACT Alliance) erhielten wir Mittel in Höhe von knapp 100.000 Euro für ein Projekt in Haiti (Vorjahr 35.000 Euro). Unsere Schwesterorganisation Brot für die Welt stellte uns 0,5 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro) zur Verfügung. Die Mittel wurden u. a. für Projekte in Äthiopien, in Syrien und für Projekte der Fluthilfe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eingesetzt.

Von unserer österreichischen Schwesterorganisation Diakonie ACT Austria wurden uns mit knapp 0,4 Mio. Euro geringfügig weniger Mittel als 2021 (0,5 Mio. Euro) überwiesen. Die Mittel kamen 2021 von der Stadt Wien (100.000 Euro) für ein Projekt zur Unterstützung syrischer Flüchtlinge in Griechenland, sowie aus Spenden für Projekte in Syrien, Haiti, Libanon und Indien.

160.000 Euro erhielten wir von unserem ACT-Partner Finn Church Aid für ein Projekt für Hilfe nach dem Erdbeben in Haiti, für das uns auch Mittel von den Landeskirchen Hessen-Nassau (50.000 Euro) und Sachsen (10.000 Euro) zur Verfügung gestellt wurden. Weitere Zuwendungen erhielten für Hilfsmaßnahmen nach der Flutkatastrophe im Juli von der Landeskirche Pfalz (knapp 71.000 Euro und von weiteren kirchlichen Gebern für Corona-Hilfsprojekte.

 

Sonstige Erträge

Die Erträge resultierten in 2021 im Wesentlichen aus Personalkostenerstattungen, Verkaufserlösen von Merchandising-Artikeln und sonstigen Kostenerstattungen. Der Rückgang der sonstigen Erträge in 2021 liegt im Wesentlichen an geringeren Personalkostenerstattungen.

Erläuterungen der Ausgaben und ihrer Verwendung

Gesamtaufwendungen

Die Gesamtausgaben der Diakonie Katastrophenhilfe lagen in 2021 mit rund 59,8 Mio. Euro erheblich über dem Wert des Vorjahres (44,7 Mio. Euro).  Grund für die Zunahme um knapp 15 Mio. Euro bzw. 33,5 Prozent ist vor allem die Zunahme der Projektauszahlungen in fast gleicher Höhe. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die Hilfsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen im Juli 2021. Die satzungsgemäßen Aufwendungen für Hilfsprojekte, Projektbegleitung und satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit betrugen 2021 rund 55,5 Mio. Euro (Vorjahr 40,2 Mio. Euro) und somit 93,0 Prozent der Gesamtausgaben (Vorjahr 89,9 Prozent).

Projektausgaben

Die größten Empfänger der rund 52,9 Mio. Euro betragenden Projektausgaben waren 2021 der Südsudan (4,8 Mio. Euro), Deutschland (Fluthilfe Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, 4,3 Mio. Euro), das Horn von Afrika (Äthiopien, Somalia, Kenia mit zusammen 6,2 Mio. Euro), Jemen (3,2 Mio. Euro), die Türkei (Projekte für syrische Flüchtlinge, 3,0 Mio. Euro), Kolumbien und Venezuela (4,4 Mio. Euro, davon Flüchtlingskrise Venezuela (2,4 Mio. Euro), Palästina (2,1 Mio. Euro), Syrien (2,0 Mio. Euro), Haiti (2,0 Mio. Euro) und Demokratische Republik Kongo (1,8 Mio. Euro). Die Projektzahlungen in diese Länder und Regionen macht rund 61 Prozent aller Projektzahlungen aus.

Projektbegleitung

Unter Aufwendungen für Projektbegleitung fallen neben Personal- und Verwaltungskosten auch vor- und nachgelagerte Tätigkeiten wie die Auswahl geeigneter Projektpartner. Auch Ausgaben für Controlling, Revision sowie Wirkungsbeobachtung und -kontrolle zählen dazu. Die Aufwendungen für Projektbegleitung sind im Vergleich zu 2021 leicht um circa 70.000 Euro oder 3,0 Prozent gesunken. Dies hängt insbesondere mit leicht niedrigeren Personalkosten und einem geringeren sonstigen betrieblichen Aufwand aufgrund geringerer Kosten für Dienstreisen zusammen.

Satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit

Die Aufwendungen für Kampagnen, Bildungs- und Aufklärungsarbeit haben sich mit 0,8 Mio. Euro (Vorjahr 0,9 Mio. Euro) leicht verringert und tragen dazu bei, öffentliche Aufmerksamkeit für die Anliegen der humanitären Hilfe zu schaffen. Das umfasst Öffentlichkeits-, Bildungs- und Lobbyarbeit. Besondere Ausgabenpositionen waren die Pressearbeit, die Erstellung von Broschüren und die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit der Diakonischen Werke und Landeskirchen. 

Werbung und Verwaltung

Die Ausgaben für Werbung sind 2021 gegenüber dem Vorjahr um ca. 120.000 Euro bzw. 4,6 Prozent zurückgegangen. Der Schwerpunkt der Ausgaben lag im Online- und Telefonmarketing sowie bei den Spenden-Mailings. Der Rückgang der Kosten hängt insbesondere mit geringeren Aufwendungen für Spenden-Mailings zusammen. Zugenommen hat in 2021 der Aufwand für Dankschreiben aufgrund der stark gestiegenen Spendeneinnahmen.

Die Verwaltungskosten sind von 2 Mio. Euro 2020 auf 1,8 Mio. Euro oder um 7,6 Prozent 2021 gesunken. Ausschlaggebend für diese Veränderung war insbesondere der Rückgang des sonstigen betrieblichen Aufwandes um circa 100.000 Euro. In 2020 hatte die Schließung des zentralen Vertriebs für Veranstaltungsausstattung und Werbeartikel höhere Kosten verursacht. Die bisherigen Aufgaben des zentralen Vertriebs werden seit 2021 von einem externen Dienstleister übernommen. Die prozentualen Anteile der Ausgaben für Werbung und Verwaltung an den Gesamtausgaben haben sich in 2021 im Vergleich zum Vorjahr von 10,1 Prozent auf 7,1 Prozent verringert. Der Rückgang ist zum einen eine Folge des Rückgangs der Kosten für Projektbegleitung, satzungsgemäße Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Verwaltung und zum anderen eine Folge der gestiegenen Projektzahlungen. Absolut gesehen sind diese Ausgaben von 4,3 Mio. Euro in 2020 auf 4,2 Mio. Euro in 2021 gesunken. Die prozentualen Anteile der Ausgaben für Werbung und Verwaltung an den Gesamtausgaben werden gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DZI) als niedrig eingestuft.

Mehr zu Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Erläuterung zu den Kostenarten

Personalkosten

Die Personalkosten sind geringfügig zurückgegangen. Ursache hierfür ist zum einen eine leicht veränderte Kostenschlüsselung für Personalkosten der Zentralen Dienste (Finanzen, Personal, Verwaltung) und zum anderen ein leichter Rückgang der Rückstellungen für Mehrarbeit- und Resturlaubsansprüche.

Sonstiger betrieblicher Aufwand

Der Rückgang des sonstigen betrieblichen Aufwands ist insbesondere eine Folge des Wegfalls von Kosten für die Schließung des zentralen Vertriebs.

Abschreibungen

Die Abschreibungen sind um rund 70.000 Euro gesunken, was insbesondere damit zusammenhängt, dass für größere Software-Produkte und Betriebs- und Geschäftsausstattung letztmalig in 2020 Abschreibungen angefallen sind.

Steuern

Die Steuern vom Einkommen und Ertrag setzen sich aus Körperschafts- und Gewerbesteuer, die u. a. aus nicht steuerbefreiten Aktivitäten (z. B. Verkauf von Werbeartikeln) resultieren und aus Quellensteuer und Kapitalertragssteuer, die im Rahmen von Wertpapier- und Beteiligungserträgen anfallen, zusammen. Der Rückgang im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus Kapitalertragssteuererstattungen.

Zinsaufwand

Der Zinsaufwand ist aufgrund einer leicht veränderten Kostenschlüsselung zurückgegangen. Zinsen werden insbesondere für das Bankdarlehen zur Finanzierung unseres Gebäudes in Berlin gezahlt.

Bestätigungsvermerk

Die Bestätigungsvermerke des Abschlussprüfers, die Jahresabschlüsse für die Rechtsträger EWDE und EZE sowie die Bescheinigung zur Prüfung der Jahresrechnung werden nach Abschluss der Prüfung hier veröffentlicht.

Material zum Mitnehmen

Jahresbericht 2021

Der aktuelle Jahresbericht für das Jahr 2021 der Diakonie Katastrophenhilfe gibt Einblick in unsere Arbeit und die Entwicklung unserer Projekte. Außerdem enthält er eine detaillierte Auflistung der Einnahmen und Ausgaben. Der Jahresbericht steht hier für Sie zum Download bereit, die Jahresabschlüsse unserer Rechtsträger direkt darunter.

Download (PDF)

 

 

Ihr Ansprechpartner für weitere Fragen

Bild von Carsten Obergfell

Carsten Obergfell

Service für Spenderinnen und Spender

+49 30 65211-4722service@diakonie-katastrophenhilfe.de