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Was zu tun ist bei einem Waldbrand in Deutschland

In Deutschland kommt es immer häufiger zu Waldbränden wegen des Klimawandels, hauptsächlich in Nadelforsten. Während der naturnahe Waldumbau Jahrzehnte braucht, schreitet die Erderhitzung weiter voran. Wir geben wichtige Tipps zum Vermeiden von Waldbränden und zum Schutz.

Wie gefährlich sind Waldbrände?

In Deutschland gibt es pro Jahr rund 1.000 Waldbrände, allerdings schwankt diese Zahl stark je nach Witterung. In trockenen Jahren wie dem Dürrejahr 2022 gab es rund 2.500 Waldbrände, die eine Waldfläche von mehr als 3.000 Hektar vernichteten, und solche Dürrejahre nehmen zu wegen des Klimawandels. Die Gefahr für Waldbrände in Deutschland steigt und damit die Gefahr für jeden einzelnen.

Immer wieder werden Orte in der Nähe von Waldbränden evakuiert. 2025 traf es mehrere Tausend Menschen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Doch Waldbrände gibt es in allen Bundesländern, und es werden mehr. Wir können aber sehr viel tun, um sie zu vermeiden und uns bei Ausbruch eines Waldbrands zu schützen.

Was können Sie tun?

  • Die meisten Waldbrände entstehen durch Brandstiftung. Meist ist es fahrlässige Brandstiftung, weil Menschen im Wald rauchen oder sogar ihre Kippe dort wegschnippen. Auch im Wald geparkte Autos können durch heiße Metallteile wie den Auspuff Feuer auslösen. Nur etwa zwei Prozent aller Waldbrände sind auf natürliche Ursachen wie Blitzschlag zurückzuführen. Deshalb ist es so wichtig, dass sich alle an die Regeln halten:

    • Kein Feuer im und am Wald entzünden (Mindestabstand 50 Meter). Grillen am Waldsee ist auch verboten.
    • Nicht rauchen im Wald und keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto werfen. In ganz Deutschland gilt ein Rauchverbot im Wald von März bis September, in acht Bundesländern ganzjährig.
    • Nicht mit dem Auto in Waldwege hineinfahren oder dort parken. Kraftfahrzeuge sind generell verboten auf Waldwegen. An öffentlichen Straßen durch Wälder dürfen Sie nicht auf trockenem Boden parken, sondern nur auf ausgewiesenen Parkplätzen.
    • Bei Feuer sofort die Feuerwehr alarmieren (Notruf 112) oder die Polizei (110) und die Hinweise unter Punkt „Flüchten“ befolgen.
  • Es gibt fünf Waldbrand-Gefahrenstufen in Deutschland, von 1 für geringe Gefahr bis 5 für sehr hohe Gefahr. Die Landesbehörden legen diese Stufen fest auf Grundlage verschiedener Informationen, zu denen auch der Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts gehört, der online einsehbar ist. Zugleich informieren Länder und Medien über die aktuelle Waldbrandgefahr in Ihrer Region. Hier lesen Sie die Bedeutung der Gefahrenstufen und was dabei zu tun ist:

    • Stufe 1: sehr geringe Gefahr
      Bei Waldbrand-Gefahrenstufe 1 ist die Gefahr sehr gering. Wer sich im Wald aufhält, sollte die allgemeinen Verhaltensregeln beachten (siehe Rauchen, Feuer, Auto).
    • Stufe 2: geringe Gefahr
      Bei Waldbrand-Gefahrenstufe 2 dürfen Waldbesucher den Wald ohne Einschränkungen betreten. Sie sollten aber gut darauf achten, Ihr Auto in Waldnähe nicht auf trockenem Boden zu parken. Außerdem sollten Sie in Waldnähe Feuer und offene Flammen wie bei Schweißarbeiten vermeiden.
    • Stufe 3: mittlere Gefahr
      Bei Waldbrand-Gefahrenstufe 3 dürfen Sie sich weiterhin im Wald aufhalten. Öffentliche Feuerstellen und Grillplätze dürfen Sie nicht mehr benutzen, ebenso sind Waldarbeiten wie das Verbrennen von Reisig verboten.
    • Stufe 4: hohe Gefahr
      Ab Waldbrand-Gefahrenstufe 4 kann die Forstbehörde Parkplätze und touristische Einrichtungen im Wald sperren. Waldbesucher dürfen die Wege nicht verlassen.
    • Stufe 5: sehr hohe Gefahr
      Bei Waldbrand-Gefahrenstufe 5 können Forstbehörden und Waldbesitzer gefährdete Waldgebiete vollständig sperren. In diesen Fällen dürfen Sie den Wald nicht mehr betreten. Ausnahmen gelten für Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.
    • Schauen Sie vor Ausflügen in den Wald auf den Waldbrand-Gefahrenindex des Deutschen Wetterdiensts.
    • Prüfen Sie die Waldbrand-Gefahrenstufe auf den Internet-Seiten der Landesforsten Ihres jeweiligen Bundeslands oder in den lokalen und regionalen Medien.
    • Beachten Sie beim Betreten des Waldes mögliche Hinweis-Schilder auf die Waldbrand-Gefahrenstufe. Sollten Schilder den Zutritt wegen hoher Waldbrandgefahr verbieten, halten Sie sich daran und verschieben Sie den Spaziergang.
    • Installieren Sie eine offizielle Warn-App auf Ihrem Handy, um im Falle eines Waldbrandes in Ihrer Nähe oder einer anderen Katastrophe automatisch informiert zu sein. Hier finden Sie mehr Infos zu den Apps Katwarn und Nina.
  • Wenn Sie von einem Waldbrand überrascht werden, bewahren Sie Ruhe und beachten Sie folgende Hinweise. Grundsätzlich gilt: alarmieren – retten – löschen – fliehen.

    • Alarmieren Sie sofort die Feuerwehr (Notruf 112) oder die Polizei (110)
    • Retten Sie Menschen oder Tiere, falls nötig und möglich
    • kleine Brandstellen austreten
    • etwas größere Brandstellen mit langen Ästen auskehren oder
    • Brandstellen mit Sand, Kies oder Erdreich bedecken
    • bei großen Feuern sofort fliehen gegen den Wind vom Feuer weg
    • ein feuchtes Tuch vor Mund und Nase hilft gegen den Rauch
    • durch Waldgebiete flüchten mit wenig Bewuchs und wenig brennbarem Material
    • den Wald so schnell wie möglich verlassen
  • Wenn es in Ihrer Nähe brennt und ihr Wohngebiet zur Sicherheit evakuiert wird, brauchen Sie ein vorbereitetes Notfall-Gepäck. Das muss hinein:

    • persönliche Medikamente
    • Wasserflasche
    • Kleidung für ein paar Tage, auch Wetterschutzkleidung
    • Kopfbedeckung
    • Hygiene-Artikel (für Monatshygiene, Windeln etc.) für ein paar Tage
    • für Kinder: Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Namen, Geburtsdatum, Telefonnummer und Anschrift. Solche Kapseln erhalten Sie in Kaufhäusern, Apotheken und Drogerien
    • Dokumentenmappe

    Da die Behörden sich im Falle einer Evakuierung um Sie kümmern werden, wird auch für Unterkunft, Verpflegung und medizinische Belange gesorgt. Um Engpässe zu vermeiden, können Sie gegebenenfalls zusätzlich einpacken:

    • Erste-Hilfe-Material
    • etwas Verpflegung in staubdichter Verpackung
    • leichtes Essgeschirr und Besteck
    • Taschenmesser und Dosenöffner
  • Die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden sinkt mit der Temperatur, weshalb ein Bremsen der Erderhitzung auch die Gefahr von Waldbränden verringert. CO2 einsparen hilft also, und so können Sie auch ganz konkret helfen:

    • Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter
    • mit Fahrrad, Bus oder Bahn zur Arbeit fahren
    • weniger fliegen, Kurzstrecke gar nicht mehr
    • weniger Fleisch essen
    • Heizung herunterdrehen oder auf Wärmpumpe umsteigen
    • Waschmaschine immer voll machen, öfter niedrige Temperatur wählen
    • sparsame Elektro-Geräte kaufen
    • Kleidung mal aus zweiter Hand tragen
    • Müll vermeiden und recyclen
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So helfen wir bei Katastrophen in Deutschland

  • Wir leisten Soforthilfe über unsere Partner vor Ort, die Landesverbände der Diakonie.
  • Wir unterstützen die Landesverbände logistisch, finanziell und mit unserer langjährigen Erfahrung.
  • Wir klären auf über staatliche Hilfen, Versicherungsleistungen und wie man Anträge dafür stellt.
  • Wir sammeln Spenden und lindern damit die Not der Menschen schnell und umfassend. Auch Ihre Spende hilft.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich auf kommende Katastrophen in Deutschland vor, um schnell und wirkungsvoll helfen zu können. Doch es kommt auch auf jede und jeden Einzelnen an.

Markus Koth
Koordinator der Hochwasserhilfe

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Carsten Obergfell

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