Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen weltweit in besonders gefährdeten Ländern und Regionen auf mögliche Extremereignisse vor. „Wir kennen unsere Projektregionen sehr gut und wissen genau, wo besonders hohe Risiken bestehen“, erläutert Katrin Jullien, Leiterin des Regionalbüros für das östliche und südliche Afrika in Nairobi. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir mehrere Projekte und Aktivitäten geplant, die im Notfall und bei entsprechender Finanzierung rasch gestartet werden können.“
Afrika
In ostafrikanischen Ländern nutzen Partnerorganisationen ihre Erfahrungen im Umgang mit Dürren, Hungerkrisen und Überschwemmungen. In Kenia und Somalia unterstützen sie betroffene Familien und geflüchtete Menschen mit Bargeldhilfen und Gutscheinen. So können die Menschen auf lokalen Märkten selbst Lebensmittel kaufen. In Somalia versorgen zwei mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen die Menschen entlang des Shabelle-Flusses in Jowhar und Beledweyne täglich bis zu 1.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser, wenn es wie vorhergesagt zu Starkregen und Überschwemmungen kommt. Nach Tropenstürmen in Mosambik und Madagaskar versorgen Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe betroffene Familien schnell mit Planen, Decken und Hygieneartikeln. Außerdem reparieren sie beschädigte Wasserstellen und Sanitäranlagen .
Asien
Für Zentralasien bedeutet El Niño eine doppelte Gefahr durch Dürren und Überschwemmungen. In Pakistan ist das bereits im Verlauf des Jahres spürbar: Während Teile des Landes von unterdurchschnittlichen Niederschlägen und Dürre betroffen waren, sahen sich die Regionen Khyber Pakhtunkhwa und Punjab gleichzeitig erheblichen Monsun- und Sturzflutrisiken ausgesetzt. In Afghanistan leiden unter anderem die Regionen Herat, Bamyan und Daykundi unter hitzebedingter Dürre, die sich zunehmend auf die Ernährung der Menschen auswirkt. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner blicken auf langjährige Erfahrung in beiden Ländern zurück. Sollten extreme Klimaereignisse eintreffen, zählen klimabeständiges Saatgut, der Schutz des Viehs durch Futtermittel und tierärztliche Versorgung sowie Bargeldhilfen zu den möglichen Unterstützungsmaßnahmen.
In Südostasien setzt die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihren Partnerorganisationen angesichts des El Niño vor allem auf Nahrungsmittelversorgung. Denn schwere Dürre und Wassermangel lassen beispielsweise die Reiskammer Indonesiens auf der Hauptinsel Java austrocknen. Auf den Philippinen drohen aktuell Dürre und Trinkwassermangel durch El Niño. Zwei erfahrene Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe planen dort, dürreresistentes Saatgut zu verteilen, mobile Bewässerungssysteme zu installieren und die Trinkwasserversorgung vor Ort mit Tiefbrunnen und Wasseraufbereitungsanlagen zu sichern.
Lateinamerika und die Karibik
Für Lateinamerika und die Karibik erwarten Klimaexpertinnen und -experten in den kommenden Monaten Wassermangel, Dürren und Waldbrände aufgrund des El Niño. Im Amazonasbecken führt El Niño in der Regel zu schwerer Dürre. Gleiches gilt für den Inselstaat Haiti: Schon jetzt zeigen sich dort Trockenheit und Wassermangel. Die ländlichen Gemeinden hängen jedoch stark von der Regenfeldwirtschaft ab, sodass wachsende Nahrungsmittelknappheit befürchtet wird. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner können im Notfall Kleinbauern mit Saatgut unterstützen, Kleinstzuschüsse an Gemeinden vergeben oder Wasserquellen schützen.
Partnerorganisationen in Haiti statteten in den vergangenen Jahren Häuser mit Latrinen und Regenwassertanks aus und bauten gemeinschaftliche Zisternen, damit Menschen auch in langen Trockenzeiten sauberes Wasser nutzen können. Im Katastrophenfall können unsere Partner auch in abgelegenen Regionen schnell Hilfsgüter verteilen. Sie versorgen nach Stürmen Familien mit Lebensmitteln wie Mais, Bohnen, Reis, Öl und Jodsalz. Außerdem schulen sie Gemeinden in klimaresistenten Anbaumethoden, um Erosion und Dürreschäden zu verringern. In besonders gefährdeten Regionen für Wetterextreme sind lokale Notfallkomitees aktiv, die schnell handeln








