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Weltweit

Das Klimaphänomen El Niño

Katastrophenvorsorge Nothilfe
Letzte Aktualisierung: 09.10.2026
Menschen stehen in Pakistan auf ihrem überschwemmten Feld

El Niño ist ein wiederkehrendes Klimaphänomen im Pazifik, das etwa alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Für 2026/2027 wird ein besonders starker El Niño erwartet. Dabei erwärmt sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik deutlich stärker als sonst. Gleichzeitig verändert sich die Luftdruckverteilung zwischen West- und Ostpazifik – vereinfacht gesagt kommt es zu einer Umkehrung der üblichen Druckverhältnisse. Die Passatwinde schwächen sich ab oder kehren sich teilweise um, sodass warmes Wasser nach Osten strömt. Das beeinflusst das Wetter und Niederschläge weltweit.

Menschen weltweit spüren die Auswirkungen. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) könnten in den kommenden sechs bis neun Monaten weltweit bis zu 50 Millionen Menschen von El Niño betroffen sein. Das verdeutlicht das potenzielle Ausmaß der humanitären Folgen. In der Karibik beispielsweise verändern sich Regenmengen und Sturmverläufe. In Südamerika lösen starke Regenfälle oft Überschwemmungen und Erdrutsche in sonst trockenen Regionen aus, während in Kolumbien und in Teilen Brasiliens Wassermangel droht. 

In Ostafrika, besonders in Somalia und im Südsudan, führt El Niño zu starken Regenfällen und Überschwemmungen. Ernten gehen dadurch verloren und durch Überschwemmungen verschmutztes Wasser verursacht Krankheiten. In Südostasien dagegen kommen durch El Niño Dürre, Wasserknappheit, Ernteverluste und Waldbrände häufiger vor. El Niño zeigt, wie eng die Klimasysteme der Erde miteinander verbunden sind.

El Niño 2026/2027 – Prognose der Auswirkungen

Nach jüngsten Aussagen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat sich El Niño fest etabliert und wird gegen Ende des Jahres 2026 seinen Höhepunkt erreichen – mit erheblichen Auswirkungen auf Niederschlags- und Temperaturverhältnisse sowie damit verbundenen Risiken wie Überschwemmungen, Dürren und extremer Hitze. Diese Auswirkungen werden jedoch nicht überall zur gleichen Zeit oder in gleicher Weise spürbar sein. Wie stark Menschen betroffen sind, hängt unter anderem davon ab, ob extreme Wetterereignisse mit Ernte- und Pflanzzeiten zusammenfallen, wie groß die Not vor Ort bereits ist und wie gut die Menschen Krisen bewältigen können.

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Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen weltweit in besonders gefährdeten Ländern und Regionen auf mögliche Extremereignisse vor. „Wir kennen unsere Projektregionen sehr gut und wissen genau, wo besonders hohe Risiken bestehen“, erläutert Katrin Jullien, Leiterin des Regionalbüros für das östliche und südliche Afrika in Nairobi. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir mehrere Projekte und Aktivitäten geplant, die im Notfall und bei entsprechender Finanzierung rasch gestartet werden können.“

Afrika

In ostafrikanischen Ländern nutzen Partnerorganisationen ihre Erfahrungen im Umgang mit Dürren, Hungerkrisen und Überschwemmungen. In Kenia und Somalia unterstützen sie betroffene Familien und geflüchtete Menschen mit Bargeldhilfen und Gutscheinen. So können die Menschen auf lokalen Märkten selbst Lebensmittel kaufen. In Somalia versorgen zwei mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen die Menschen entlang des Shabelle-Flusses in Jowhar und Beledweyne täglich bis zu 1.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser, wenn es wie vorhergesagt zu Starkregen und Überschwemmungen kommt. Nach Tropenstürmen in Mosambik und Madagaskar versorgen Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe betroffene Familien schnell mit Planen, Decken und Hygieneartikeln. Außerdem reparieren sie beschädigte Wasserstellen und Sanitäranlagen .

Asien

Für Zentralasien bedeutet El Niño eine doppelte Gefahr durch Dürren und Überschwemmungen. In Pakistan ist das bereits im Verlauf des Jahres spürbar: Während Teile des Landes von unterdurchschnittlichen Niederschlägen und Dürre betroffen waren, sahen sich die Regionen Khyber Pakhtunkhwa und Punjab gleichzeitig erheblichen Monsun- und Sturzflutrisiken ausgesetzt. In Afghanistan leiden unter anderem die Regionen Herat, Bamyan und Daykundi unter hitzebedingter Dürre, die sich zunehmend auf die Ernährung der Menschen auswirkt. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner blicken auf langjährige Erfahrung in beiden Ländern zurück. Sollten extreme Klimaereignisse eintreffen, zählen klimabeständiges Saatgut, der Schutz des Viehs durch Futtermittel und tierärztliche Versorgung sowie Bargeldhilfen zu den möglichen Unterstützungsmaßnahmen.

In Südostasien setzt die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihren Partnerorganisationen angesichts des El Niño vor allem auf Nahrungsmittelversorgung. Denn schwere Dürre und Wassermangel lassen beispielsweise die Reiskammer Indonesiens auf der Hauptinsel Java austrocknen. Auf den Philippinen drohen aktuell Dürre und Trinkwassermangel durch El Niño. Zwei erfahrene Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe planen dort, dürreresistentes Saatgut zu verteilen, mobile Bewässerungssysteme zu installieren und die Trinkwasserversorgung vor Ort mit Tiefbrunnen und Wasseraufbereitungsanlagen zu sichern.

Lateinamerika und die Karibik

Für Lateinamerika und die Karibik erwarten Klimaexpertinnen und -experten in den kommenden Monaten Wassermangel, Dürren und Waldbrände aufgrund des El Niño. Im Amazonasbecken führt El Niño in der Regel zu schwerer Dürre. Gleiches gilt für den Inselstaat Haiti: Schon jetzt zeigen sich dort Trockenheit und Wassermangel. Die ländlichen Gemeinden hängen jedoch stark von der Regenfeldwirtschaft ab, sodass wachsende Nahrungsmittelknappheit befürchtet wird. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner können im Notfall Kleinbauern mit Saatgut unterstützen, Kleinstzuschüsse an Gemeinden vergeben oder Wasserquellen schützen.

Partnerorganisationen in Haiti statteten in den vergangenen Jahren Häuser mit Latrinen und Regenwassertanks aus und bauten gemeinschaftliche Zisternen, damit Menschen auch in langen Trockenzeiten sauberes Wasser nutzen können. Im Katastrophenfall können unsere Partner auch in abgelegenen Regionen schnell Hilfsgüter verteilen. Sie versorgen nach Stürmen Familien mit Lebensmitteln wie Mais, Bohnen, Reis, Öl und Jodsalz. Außerdem schulen sie Gemeinden in klimaresistenten Anbaumethoden, um Erosion und Dürreschäden zu verringern. In besonders gefährdeten Regionen für Wetterextreme sind lokale Notfallkomitees aktiv, die schnell handeln 

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