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Amazonas

Besser vorbereitet auf Krisen im Amazonasbecken

Katastrophenvorsorge
Letzte Aktualisierung: 05.11.2026
Ein Boot fährt auf dem Putumayo-Fluss

Die Amazonasregion befindet sich in einer anhaltenden humanitären Krise. Umweltzerstörung, Klimawandel, illegale Wirtschaftszweige, bewaffnete Akteure und eine nur schwach ausgeprägte staatliche Präsenz verschärfen die Lage zusätzlich. Wir unterstützen unsere Partner dabei, Frühwarnsysteme durch digitale Koordinierungsmechanismen zu stärken und den gegenseitigen Austausch von Informationen und Kapazitäten zwischen Kommunen und lokalen Einsatzleitstellen zu verbessern.

Trotz des großen natürlichen Reichtums der Region leben viele Menschen in Armut und unter prekären Bedingungen. Vor allem in abgelegenen Gemeinden haben sie oft keinen Zugang zu grundlegender Versorgung. Es fehlt an sauberem Trinkwasser, sanitärer Infrastruktur, medizinischer Hilfe, Bildung sowie an einer verlässlichen Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. In Trockenzeiten spitzt sich die Lage weiter zu, weil viele Orte nur über Flüsse erreichbar sind und dann zeitweise von wichtigen Versorgungswegen abgeschnitten werden. Gleichzeitig führen Klimaschwankungen immer wieder zu Überschwemmungen, die Menschen obdachlos machen und Todesopfer fordern. Hinzu kommen Gewalt, Landraub und die illegale Nutzung natürlicher Ressourcen, die das Leben vieler Familien zusätzlich erschweren. Unsicherheit und Vertreibung gefährden die Menschen nicht nur unmittelbar, sondern hindern sie auch daran, ihre Felder zu bestellen, zu fischen und zu jagen, Schulen zu erreichen oder medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die wiederkehrenden Krisen überfordern viele Gemeinden und lokale Behörden.

Illegale Wirtschaftszweige breiten sich aus. Bewaffnete Gruppen, kriminelle Netzwerke und andere illegale Akteure rekrutieren Menschen zwangsweise oder setzen sie unter Druck. Sie schüchtern sie ein, schränken ihre Bewegungsfreiheit ein und setzen sie den Gefahren von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung aus. Frauen und Mädchen sind in besonderem Maße von sexualisierter und häuslicher Gewalt bedroht, während Jungen und junge Männer vor allem durch Zwangsrekrutierung und andere Formen von Zwang gefährdet sind. Viele Menschen müssen ihre Herkunftsorte verlassen, wodurch sich die Risiken für ihre Sicherheit weiter erhöhen.

Die Verbindung aus Umweltkrise, Unsicherheit und schwachen Versorgungsstrukturen führt immer wieder zu humanitären Notlagen und überfordert betroffene Gemeinschaften zunehmend. Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisationen helfen dabei, dass betroffene Bevölkerungsgruppen in Krisensituationen schneller Unterstützung erhalten.

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  • Die Partnerorganisationen schulen lokale Gemeinschaften und Behörden im Amazonasbecken, damit sie auf Krisen besser vorbereitet sind. Die Beteiligten lernen, wie sie bei Überschwemmungen, Dürren, Waldbränden oder Gewalt schnell und richtig handeln. Gemeinsam mit den Menschen vor Ort werden Notfallpläne und Frühwarnsysteme entwickelt, damit auf Gefahren rasch reagiert und geholfen werden kann. Damit die Abläufe im Ernstfall funktionieren, üben die Beteiligten regelmäßig, wie sie sich im Krisenfall verhalten.
  • Lokale Akteure lernen in Schulungen Risiken früh zu erkennen und die Lage einzuschätzen. Gemeinsam mit den Partnern identifizieren sie besonders gefährdete Orte in ihren Gemeinden und überlegen, wo Menschen bei einem Ereignis Schutz und Versorgung erhalten. Die Partnerorganisationen fördern die Vernetzung von Helfenden und lokalen Organisationen und Behörden und stellen beispielsweise digitale Plattformen für den Austausch bereit.
  • Neben der Vorbereitung auf Katastrophen unterstützen die Partner auch bei Notfallmaßnahmen. So gewinnen lokale Akteure und Gemeinden mehr Sicherheit im Umgang mit Krisen.
  • Insgesamt sind 24 nationale Partnerorganisationen und 83 lokale Gemeinschaftsorganisationen aus Kolumbien, Venezuela, Bolivien, Ecuador, Peru und Brasilien am Projekt beteiligt. Mit den geplanten Maßnahmen werden rund 100.000 Menschen erreicht.
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Nachrichten aus dem Projekt
Olga Lonzano

„Vorsorge bedeutet, nicht erst dann zu handeln, wenn eine Notlage eingetreten ist, sondern bereits im Vorfeld über die notwendigen Fähigkeiten, Vereinbarungen und Instrumente zu verfügen.“

 

Olga Lozano Cortijo ist stellvertretende Vorsitzende des Centro de Estudios y Prevención de Desastres (PREDES), einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Gemeinsam mit PREDES setzt die Diakonie Katastrophenhilfe ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt zur Stärkung der Katastrophenvorsorge und Krisenreaktionsfähigkeit im Amazonasgebiet um.

 

Im Interview erläutert sie, wie die Katastrophenvorsorge in den Gemeinden des Amazonasgebiets gestärkt werden kann. Sie spricht über die Herausforderungen abgelegener Gemeinde, die Bedeutung der Stärkung lokaler Kapazitäten sowie über die Rolle von Satellitentechnologie und überliefertem Wissen bei der Verbesserung der Katastrophenprävention und der Notfallbewältigung.mehr...

Nachrichten aus dem Projekt

Vom 04.11.2026
Olga Lonzano

Interview mit Olga Lozano Cortijo: TECHNOLOGIE UND LOKALES WISSEN

„Vorsorge bedeutet, nicht erst dann zu handeln, wenn eine Notlage eingetreten ist, sondern bereits im Vorfeld über die notwendigen Fähigkeiten, Vereinbarungen und Instrumente zu verfügen.“

 

Olga Lozano Cortijo ist stellvertretende Vorsitzende des Centro de Estudios y Prevención de Desastres (PREDES), einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Gemeinsam mit PREDES setzt die Diakonie Katastrophenhilfe ein von der Europäischen Union finanziertes Projekt zur Stärkung der Katastrophenvorsorge und Krisenreaktionsfähigkeit im Amazonasgebiet um.

 

Im Interview erläutert sie, wie die Katastrophenvorsorge in den Gemeinden des Amazonasgebiets gestärkt werden kann. Sie spricht über die Herausforderungen abgelegener Gemeinde, die Bedeutung der Stärkung lokaler Kapazitäten sowie über die Rolle von Satellitentechnologie und überliefertem Wissen bei der Verbesserung der Katastrophenprävention und der Notfallbewältigung.

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Carsten Obergfell

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