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Der Flüchtlingsstrom nach Äthiopien reißt nicht ab. Mehr als 135.000 Somalier, die Hunger und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben haben, drängen sich inzwischen in Dolo Ado, dem größten Lager auf äthiopischen Boden. Foto: Roman Farkas 

Vor kurzem musste in Buramino ein fünftes Camp öffnen, um Platz für weitere Neuankömmlinge zu schaffen. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 90.000 Menschen aufgenommen. Foto: Roman Farkas 

Viele der neu ankommenden Flüchtlinge wie diese Familie sind erschöpft und gezeichnet von den Strapazen, die hinter ihnen liegen. Die meisten sind jedoch nur froh, der Hungersnot und Bürgerkriegsgewalt in Somalia entkommen zu sein. Foto: Roman Farkas 

Für die meisten somalischen Flüchtlinge in Dolo Ado gibt es kaum Chancen in ihre Heimat zurückzukehren. Die Dürre hat ihnen die letzten Lebensgrundlagen geraubt. Und ein Ende des Bürgerkriegs in Somalia ist nicht in Sicht. Foto: Roman Farkas 

Seit Anfang Juli unterstützt das evangelische Hilfswerk gemeinsam mit Partnern des kirchlichen Netzwerks ACT Alliance die somalischen Flüchtlinge in Dolo Ado mit Wasserlieferungen, Sanitär- und Hygieneprojekten und psychosozialen Angeboten speziell für Kinder und Jugendliche. Foto: Roman Farkas 

Insgesamt 65.000 Flüchtlingen in den beiden Lagern Kobe und Heloweyn kommt die Unterstützung der Diakonie Katastrophenhilfe zugute. Zunächst muss aber jeder Neuankömmling registriert werden. Foto: Roman Farkas 

Kinder und Jugendliche machen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge aus. In den Lagern Kobe und Heloweyn richtet die Diakonie Katastrophenhilfe deshalb mit ihrem lokalen Partner Trainingszentren für Jugendliche ein. Foto: Roman Farkas 

Für jüngere Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren organisiert der äthiopische Partner Notschulen, die rund 1.800 Kindern Lernmöglichkeiten und Abwechslung im tristen Flüchtlingsalltag bieten. Foto: Roman Farkas 

Im Lager Kobe versorgen Ernährungsspezialisten zudem 6.500 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren mit ergänzender Zusatznahrung. Mit Erfolg: Die Zahl der Todesfälle und mangelernährten Kinder in Kobe sind deutlich gesunken. Foto: Roman Farkas 

Ein Ende der Krise ist nicht abzusehen. Allein im Oktober sind mehr als 5.000 neue Flüchtlinge in Dolo Ado angekommen. Foto: Roman Farkas 

Äthiopien

Letzte Hoffnung Flüchtlingslager

Der Strom reißt nicht ab: Mehr als 135.000 somalische Flüchtlinge, die Hunger und Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben haben, drängen sich mittlerweile in Dolo Ado, dem größten Lager auf äthiopischen Boden. Vor kurzem wurde in Buramino ein fünftes Camp eröffnet, um Platz für weitere Neuankömmlinge zu schaffen. Seit Jahresbeginn sind mehr als 90.000 Menschen aufgenommen worden. Für Hilfsorganisationen wie die Diakonie Katastrophenhilfe wächst die Herausforderung, die Versorgung der Menschen vor Ort sicherzustellen. Seit Anfang Juli unterstützt das evangelische Hilfswerk gemeinsam mit Partnern des kirchlichen Netzwerks ACT Alliance die Flüchtlinge in Dolo Ado mit Wasserlieferungen, Sanitär- und Hygieneprojekten und psychosozialen Angeboten. Die Hilfe kommt insgesamt 65.000 Flüchtlingen in den beiden Lagern Kobe und Heloweyn zugute.

Erschöpft und gezeichnet von den Strapazen der Flucht treffen jeden Tag unzählige Somalier im äthiopischen Dolo Alto ein. Trinkwasser, Nahrungsmittel und sanitäre Einrichtungen benötigen die Neuankömmlinge am dringendsten. Eine Herkulesaufgabe, erst recht während der aktuellen Regenzeit. Denn trotz der Erleichterung über den lang ersehnten Niederschlag machen Schlamm und Überschwemmungen die Straßen im und ums Lager zum Teil unpassierbar.

Flucht als letzter Chance

Die meisten Neuankömmlinge sind erst mal nur froh, der Hungersnot und Bürgerkriegsgewalt in ihrer Heimat entkommen zu sein. So wie Habbiba Ali Isa. Seit August lebt die 37-jährige mit ihren sechs Kindern im Lager Heloweyn, das vom Lutherischen Weltbund (LWF) betreut wird. Fünf Tage war die Familie zu Fuß unterwegs. In ihrem somalischen Heimatdorf Yukurt hatte es seit vier Jahren nicht mehr geregnet. Von ihrer kleinen Herde – sechs Kühen und sechs Ziegen – waren alle Tiere bis auf eins gestorben. Und das mussten sie verkaufen, bevor sie das Dorf verließen. Die Flucht, sagt Habbiba, sei ihre letzte Chance gewesen, das Überleben ihrer Kinder zu sichern.

Sauberes Wasser aus Tanklastern

Und dafür sorgt auch die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrem Partner LWF. In den vergangenen Monaten ist es dem evangelischen Hilfswerk gelungen, die Menschen in den Auffang- und Übergangslagern von Heloweyn und Kobe täglich mit 15 Litern Trinkwasser pro Person zu versorgen. Per Tanklaster kommt das Wasser in die Camps. Um den Zugang zu Trinkwasser in den Lagern längerfristig zu sichern, werden nun vier Brunnen und acht Speichertanks mit einem Volumen von je 10.000 Litern angelegt.

Gute Hygiene ist das A und O

Neben der Wasserversorgung ist der Bau von Sanitäreinrichtungen ein weiteres wichtiges Anliegen. Denn in den Lagern, wo viele Menschen dicht gedrängt zusammenleben, können sich Krankheiten wie Durchfall und Cholera schnell verbreiten. Gemeinsam mit dem LWF errichtet die Diakonie Katastrophenhilfe daher 50 Latrinen, die helfen die Hygienesituation zu verbessern. Parallel dazu informieren die Partner über richtiges Hygieneverhalten. Abfallgruben sollen ebenfalls für mehr Sauberkeit im Lager sorgen – und sind auch gut für die Umwelt.

Neue Bäume und effiziente Kocher

Der Flüchtlingszustrom bringt aber auch noch weitere Probleme für die Umwelt mit sich. Denn auf der Suche nach Feuerholz fällen die Flüchtlinge Bäume und Sträucher rund ums Lager, was bereits zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung geführt hat. Als Gegenmaßnahme startet die Diakonie Katastrophenhilfe ein Programm zur Wiederaufforstung. 60.000 Jungpflanzen sollen helfen, die Umweltschäden zu beseitigen. Außerdem werden energiesparende Kocher ausgegeben, um den Bedarf an Feuerholz zu senken. Eine sinnvolle Investition, die das Leben im Lager erleichtert.

Lernen für eine bessere Zukunft

Denn für die meisten somalischen Flüchtlinge in Dolo Ado, wie Habiba und ihre Familie, gibt es kaum Chancen in die Heimat zurückzukehren. Die Dürre hat ihnen die letzten Lebensgrundlagen geraubt. Und ein Ende des Bürgerkriegs in Somalia ist nicht in Sicht. Habbiba hofft dennoch auf eine bessere Zukunft. Ihr größter Wunsch sei, erzählt sie, dass ihre Kinder zur Schule gehen können und eine Ausbildung erhalten. Kinder und Jugendliche machen mehr als die Hälfte der Flüchtlinge aus.

Darum kümmert sich die Diakonie Katastrophenhilfe verstärkt auch um die psychosozialen Belange der jungen Camp-Bewohner. So hat das Hilfswerk in Kobe und Heloweyn mit ihrem lokalen Partner Trainingszentren für Jugendliche eingerichtet. Rund 600 junge Erwachsene können hier handwerkliche Grundkenntnisse im Nähen, in Lederverarbeitung oder Ziegelherstellung erwerben, die ihnen künftige Einkommensmöglichkeiten eröffnen sollen.

Spezielle Zuwendung für die Kleinsten

Für jüngere Kinder zwischen 5 bis 11 Jahren organisiert der äthiopische Partner Notschulen, die rund 1.800 Kindern Lernmöglichkeiten und Abwechslung im tristen Flüchtlingsalltag bieten. Im Lager Kobe versorgen Ernährungsspezialisten zudem 6.500 mangelernährte Kinder unter fünf Jahren mit ergänzender Zusatznahrung. Mit Erfolg: Die Zahl der Todesfälle und mangelernährten Kinder in Kobe sind deutlich gesunken.

Fünftes Lager in Buramino eröffnet

Ein Ende der Krise ist derweil nicht abzusehen. Nach mehreren Attentaten in Kenia, für welche die kenianische Regierung somalische Islamisten verantwortlich macht, hat die kenianische Armee im Oktober eine Militäroffensive im Süden Somalias gestartet. Seither ist der Weg über die kenianische Grenze ins Flüchtlingslager Dadaab abgeschnitten. Wer Hunger und Krieg in Somalia entkommen will, muss nun den weiten Weg nach Äthiopien auf sich nehmen. Allein im Oktober sind mehr als 5.000 neue Flüchtlinge in Dolo Ado angekommen. Zusätzlich zu den vier bestehenden Lagern – Bokolmayo, Melkadida, Kobe, Heloweyn – hat daher Anfang des Monats in Buramino ein fünftes Camp geöffnet, für das der LWF die Trinkwasser- und Sanitärversorgung übernommen hat.

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