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Diese Frau steht vor ihrem überfluteten Zuhause. Von der Flut 2016 sind circa 1.5 Millionen Menschen in Bangladesch betroffen. Beim Hilfsprojekt der Diakonie Katastrophenhilfe entstehen unter anderem 42 flutsichere Häuser. Foto: Probal Rashid 

Dieser Mann rettet sich auf einem Floß vor den Fluten in Tala 2015. Bei dem Hilfsprojekt werden auch Familien in Risikominimierung bei Überschwemmungen geschult. Foto: Nabolok/Diakonie Katastrophenhilfe 

Diese Frau rettet ihre Ziege vor der Flut.  Foto: Nabolok/Diakonie Katastrophenhilfe 

Für das lokale Vieh wird ein Erdhügel errichtet, auf den es sich bei Hochwasser retten kann. Foto: Nabolok/Diakonie Katastrophenhilfe 

Bangladesch

Mit den Folgen des Klimawandels leben

Bangladesch ist von den Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen. Das hat vielfältige Ursachen: Das Land erhebt sich kaum über den Meeres­spiegel und liegt im Delta zahlreicher Flüsse, wie etwa Ganges und Brahmaputra. Die Nähe zum Golf von Bengalen, wo mehr als 60 Prozent aller tropischen Wirbelstürme weltweit entstehen und die starke Abhängigkeit der Landwirtschaft vom jährlichen Monsunregen, ergeben für das kleine Land ein hohes Katastrophenrisiko. Bangladesch ist darüber hinaus nicht nur erdbebengefährdet - auch treten im Landesinneren regelmäßig Dürren und Kälteeinbrüche auf.

Vorhersagen des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) rechnen in Bangladesch mit besorgnis­erregenden ökologischen, sozialen und ökonomischen Folgen des Klimawandels. Während der Norden des Landes unter anderem durch das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher mit zunehmender Dürre und Wassermangel in den Wintermonaten, aber auch mit steigenden Überflutungen während des Monsuns rechnen muss, ist der Süden vor allem von Überschwemmungen, vermehrten Wirbelstürmen und Versalzung betroffen.

Von Dürren und Überflutungen gebeutelt

Von den Folgen des Klimawandels sind der landwirtschaftliche Sektor und die dort arbeitenden Menschen am stärksten betroffen. Neben dem Anstieg des Meeresspiegels wird die Existenzgrundlage der Menschen durch die Versalzung des Grundwassers und der Böden bedroht. Häufig müssen Frauen sehr weite Wege zurückzulegen, um Trinkwasser für die Familie zu besorgen. Verliert eine Familie ihre Existenzgrundlage, sind davon besonders Frauen und Kinder betroffen, die auf sich allein gestellt zurückbleiben, da die Männer oft gezwungen sind, sich in anderen Distrikten des Landes Arbeit zu suchen. Die Frauen tragen dann die alleinige Verantwortung für das Überleben der Familie und arbeiten als Tagelöhnerinnen oder Hausangestellte unter oft ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Durch den fehlenden räumlichen Schutz und die Abwesenheit männlicher Verwandter sind sie zudem einem hohen Risiko von sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen ausgesetzt. 

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist in mehreren Regionen des Landes tätig und unterstützt Gemeinden darin, besser für Katastrophen gewappnet zu sein. Die Maßnahmen richten sich dabei an mittellose Menschen, die es bei einer Katastrophe besonders schwer haben: von Frauen geführte Haushalte mit kleinen Kindern, Familien mit Menschen mit Behinderung oder alten Menschen sowie extrem arme Familien ethnischer Minderheiten.

Besser gewappnet sein für die nächste Katastrophe

So nehmen im Bezirk Tala mehr als 1.800 Familien an Schulungen zur Risikominimierung bei Überschwemmungen teil. In verschiedenen Trainings lernen sie beispielsweise Hygienemaßnahmen, die Absicherung der Trinkwasserversorgung oder Erste Hilfe sowie das Retten von Müttern, Kindern und alten Menschen. Außerdem werden Katastrophenschutzkomitees gegründet, damit im Notfall Strukturen für Frühwarnung, Evakuierung und Erste Hilfe bestehen. Um die Gemeinden besser vor kommenden Fluten zu schützen, wird auch die lokale Infrastruktur verbessert: So werden 42 flutsichere Häuser, Latrinen und Regenwassersammelstellen gebaut. Für das lokale Vieh wird ein Erdhügel errichtet, auf den es sich bei Hochwasser retten kann. Für 42 Familien werden zudem Einkommen schaffende Maßnahmen durchgeführt, die ihnen bei Überschwemmungen weiter Beschäftigung bieten.

Ein weiteres Projekt in Kooperation mit Brot für die Welt, der Schwesterorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, beinhaltet ebenfalls Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge, aber auch Schritte zur langfristigen Klimaanpassung und nachhaltigen Entwicklung. In drei Regionen, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind, werden daher beispielsweise Trainings zur Klimaanpassung im landwirtschaftlichen Bereich und zur Verbesserung der Wasserversorgung durchgeführt.

So hilft Ihre Spende

  • Schon 46 Euro reichen, um eine Familie mit Fischernetzen oder Ziegen auszustatten. Damit kann sie sich auch bei Überschwemmungen ein kleines Einkommen sichern.
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Tel.: +49 (0)30 65211-4711
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

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