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Corona

„Wir litten Hunger und wussten nicht, wie wir überleben sollten.“

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Gemeinsam mit seiner Familie musste der 57-jährige Makanisa Nyamagayo aus seinem Heimatort Gomba in der DR Kongo fliehen. Ihr Haus wurde angezündet, sie liefen um ihr Leben und mussten alles zurücklassen. Ihre Notsituation verschärfte sich durch die Corona-Pandemie zusätzlich. Die Unterstützung unserer Partnerorganisation erreichte die Familie an einem Tiefpunkt - und gibt ihnen neben überlebenswichtiger Hilfe auch Hoffnung.

Makanisa Nyamagayo ist ein schmaler, hagerer Mann, das Leben hat Spuren in seinem Gesicht hinterlassen. Er ist 57 und lebt mit seiner Frau und zehn Kindern zusammen. Ursprünglich kommt die Familie aus Gomba, einem kleinen Dorf im Hochland der Provinz Uvira im Süd Kivu. Doch es gab immer wieder Unruhen und Gewalt zwischen den Gemeinschaften, die allgemeine Unsicherheit war groß. „Unser Haus wurde angezündet und wir liefen um unser Leben. Wir mussten alles zurücklassen, unsere Felder, unser Vieh, einfach alles“, erzählt der Familienvater. Die Familie floh einige Kilometer weiter nach Katongo, einer Siedlung am Tanganyika-See.

Der Familie fehlt es an Allem: einer schützenden Unterkunft, Ackerland zum Anbau von Nahrungsmitteln und einer Gesundheitsversorgung. Die Corona-Pandemie hat die Notsituation der Familie weiter verschärft. „Wir haben Angst“, sagt Makanisa. „Die Inflation steigt und wichtige Rohstoffe und Nahrungsmittel sind kaum noch erschwinglich.“ Er berichtet weiter von einem allgemeinen Klima aus Angst und Unsicherheit, in dem immer mehr Menschen auch an psychischen Problemen leiden. „Die Hilfe von Groupe Milima erreichte uns an einem an einem Tiefpunkt. Wir litten Hunger und wussten nicht, wie wir überleben sollten. Unser Hilferuf wurde erhört – die Unterstützung verhalf uns zu neuer Kraft und Überlebenswillen“.

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützte zusammen mit ihrer Partnerorganisation Groupe Milima von Oktober bis Mitte Juni die konfliktbetroffene Bevölkerung in der Region Uvira im Osten der Republik. Sie verteilte Nahrungsmittel und lebenswichtige Alltagsgegenstände wie Kochgeschirr an intern vertriebene Familien. „Durch die Nahrungsmittel konnten wir wieder zwei, manchmal sogar drei Mahlzeiten pro Tag einnehmen. Und wir hatten endlich saubere Kanister zum Wasserholen! Das gab uns ein Stück Würde zurück. Makanisa und seine Familie wollen sobald es geht in ihr Heimatdorf zurückkehren. Aber noch ist das nicht möglich, zu unbeständig und unberechenbar ist die Sicherheitslage. Auf die Frage nach der Zukunft antwortet er: „Wir hoffen, dass der Frieden wieder in unser Land kommt und wir eines Tages in unsere Heimat zurückkehren werden.“

Es sind Schicksale wie die von Tabiza, die wir gemeinsam mit Caritas International ins öffentliche Bewusstsein rücken möchten. Mit der Aktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen.“ blicken wir in diesem Jahr vor allem auf Menschen auf der Flucht, die während der Corona-Krise nun auch noch den Gefahren durch das Virus ausgesetzt sind. Dabei können Sie uns helfen.

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