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Shayi Mukenge (61)

Shayi ist Krankenpfleger und Direktor der ISTM von Katende, der Krankenpflegerschule. Er hat aber seit Januar kein Gehalt mehr bekommen. Er und seine Frau Leontine Ngalamulune (53) haben 10 Kinder und leben in Katende. Sie haben von der Diakonie Katastrophenhilfe bisher Bargeld ($ 45) und Kleintiere bekommen. Shayi Mukenge und seine Frau haben ein junges Paar aufgenommen, das inzwischen ein Kind bekommen hat: Marie Kapinga (18) und ihren Mann Godefroi Tshakarando (26). Ihre kleine Tochter haben sie Celestine Kankonde genannt.

„Vor der Krise ging es uns gut, weil viele Händler aus Mbuji Mayi zu uns kamen. Wir haben von ihnen Lebensmittel gekauft und sie weiterverkauft, um etwas zu verdienen. Außerdem hatte ich mein Gehalt als Direktor der Krankenpflegeschule, auch wenn das nicht immer kam. Aber seit die Unruhen ausbrachen, kommen die Händler nicht mehr. Die Straßen waren wegen der Sicherheitslage praktisch alle unpassierbar. Seitdem ist unser Leben schwierig. Besonders für Menschen wie meine Frau und mich, die keine Felder haben und sich nicht selbst versorgen können. Seit dem Beginn der Unruhen bekomme ich kein Gehalt. Zum Glück haben die Priester von der katholischen Mission uns in der schlimmsten Zeit etwas geliehen und uns später sogar einige der Schulden erlassen. Wir sind ihnen sehr dankbar dafür.“

Shayi und seine Frau Leontine werden von Mitarbeitern der Oraganisation PAP-RDC, Partnerorganisation von der Diakonie Katastrophenhilfe, registriert. Sie zählen zu den Begünstigten, die Kleintiere erhalten haben.  

„Als alle geflohen sind, bin ich in Katende geblieben, zusammen mit einem Freund, der Krankenpfleger an der Krankenpflegeschule ist. Wir haben in der katholischen Mission geschlafen und sind jeden Tag zu unseren Häusern gegangen, um nach dem Rechten zu sehen. Wir haben gehofft, dass die Milizionäre uns nichts antun werden, weil wir medizinisches Personal sind. Während der Unruhen war es für uns schwierig, in Katende etwas zu essen zu finden.

Obwohl es schwierig war ist es gut, dass wir geblieben sind, denn während dieser Zeit kamen viele Verwundete auf der Suche nach Hilfe ins Dorf. Wir haben sie im Krankenhaus der Ordensschwestern behandelt, in der Krankenhausapotheke gab es noch ein paar Reste an Medikamenten. Die meisten kamen mit Verletzungen. Krankheiten waren in dieser Zeit eher selten, krank wurden die Leute erst durch die vielen Monate im Wald. Nachdem die Bevölkerung ins Dorf zurückgekommen war, hatten wir bei den Kindern eine regelrechte Diarröe-Epidemie mit Erbrechen. Wir haben Bluttests gemacht, die Kinder litten unter Blutarmut und hätten Transfusionen gebraucht. Seit der Rückkehr ins Dorf haben wir sehr viele Kinder verloren. Sehr viele.“

Marie Kapinga und ihr Ehemann Godefroi Tshakando mussten wegen der Unruhen ihr Heimatdorf verlassen. Shayi Mukenge und seine Frau Leontine Ngalamulune haben die beiden aufgenommen. Mittlerweile habe Marie und Godefroi eine kleine Tochter, Celestine.  

„Wir haben immer noch häufig Hunger. Die Jäger, die früher im Wald Wild erlegt und hier in Katende verkauft haben, gehen seit den Unruhen nicht mehr in den Wald, weil sie Angst haben. Wir sind deshalb notgedrungen zu Vegetariern geworden, denn Fleisch zu kaufen ist viel zu teuer. Trotz unserer Situation haben wir ein junges Paar aufgenommen, das mittlerweile sogar ein Baby bekommen hat. Als ich sie zum ersten Mal gesehen habe war mir sofort klar, dass ich ihnen einfach helfen muss, weil sie völlig am Ende waren. Uns geht es schlecht, aber es gibt andere, denen es noch viel schlechter geht.

Wir haben unseren Gästen allerdings von Anfang aber klar gesagt: „Wir werden wir mit euch teilen, was wir haben. Wenn nichts da ist, werden wir alle hungrig schlafen gehen.“ Auf die eine oder andere Weise haben wir immer mal wieder etwas zu essen bekommen. Dank der Gnade Gottes haben wir alle gemeinsam durchgehalten, bis die Frau, die wir aufgenommen haben, niedergekommen ist. Sie hat jetzt ein Kind.“

Die Geschichte von Maria

Maria Kapinga war hoch schwanger, als sie und ihr Mann fliehen mussten. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Länge: 2:10 min | Datum: 22.10.2018

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„Heute geht es uns etwas besser als direkt nach den Unruhen. Im Moment kommen wir einigermaßen klar. Die Unterstützung durch die Diakonie Katastrophenhilfe hat uns etwas dabei geholfen, aus der Sackgasse herauszukommen, in der wir steckten. Obwohl es nicht viel war, hat uns das sehr geholfen. Wir haben Bargeld bekommen und davon eine größere Menge Mais gekauft. Damals war er noch viel billiger als jetzt, wir haben den Mais für 500 kongolesische Francs das Kilo gekauft, jetzt kostet er schon 1200 oder 1500 Francs. Die Preise sind also deutlich gestiegen. Lebensmittel sind immer noch knapp, weil die Leute noch nicht wieder so viel anbauen, wie vor den Unruhen. Das Geld hat uns also wirklich geholfen. Heute haben wir außerdem Kleintiere bekommen, Hühnern, Enten und Kaninchen. Wir wissen, wie man mit ihnen umgehen muss und sind sicher, dass sich vor allem die Kaninchen gut vermehren werden. Wenn man sie richtig hält, hat man innerhalb von sechs Monaten sehr viele Kaninchen. Das wird uns helfen, wieder auf die Füße zu kommen. Wir haben außerdem gehört, dass die Diakonie Katastrophenhilfe noch ein zweites Mal Bargeld und Kleinvieh verteilen wird. Außerdem hoffe ich ja auch, dass ich irgendwann wieder ein Gehalt bekomme.“

Das Projekt der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo wird unterstützt vom Auswärtigen Amt.

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