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Was zu tun ist bei einem Krieg in Deutschland

Ein Krieg wäre die schlimmste aller Katastrophen, die Deutschland treffen könnten. Auch wenn die Gefahr eines Krieges zwar gering ist, ist sie in den letzten Jahren gestiegen. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein und im Kriegsfall zu wissen, was zu tun ist. Wir geben Ihnen und Ihrer Familie hilfreiche Tipps dafür.

Wie groß die Gefahr eines Krieges ist

Die Kriegsgefahr für Deutschland ist zum Glück weiterhin gering, aber vorhanden. Der russische Angriff auf die Ukraine zeigt: Krieg ist auch in Europa wieder Realität. Eine Gesellschaft, die auf Krisen und mögliche Gefahren vorbereitet ist, kann im Ernstfall besser reagieren und ihre Menschen schützen. Gute Vorbereitung schafft deshalb nicht nur Sicherheit, sondern kann auch dazu beitragen, dass potenzielle Aggressoren von einem Angriff abgeschreckt werden. Deshalb ist es gut, wenn die Menschen in Deutschland vorbereitet sind.

Was können Sie tun?

  • Vorräte sind besonders wichtig im Kriegsfall, weil die Versorgungslage dann starken Schwankungen unterliegt. Daher brauchen Sie zuhause unbedingt Vorräte, die Sie am besten in zwei Stufen anlegen: einen Grundstock sofort, der auch für andere Katastrophen hilfreich ist, und kurz vor einem möglichen Angriff weiten Sie die Vorräte aus. Hier finden Sie einen praktischen Vorratsrechner zum Vorsorgen und hier unseren Vorsorge-Guide, der Sie Schritt für Schritt zu einem guten Vorrat führt.

    Bargeld im Haus vorhalten: Geldautomaten können ausfallen, deshalb sollten Sie immer Bargeld im Haus haben, auch für andere Notfälle.

  • Wenn Sie bei einem Luftangriff in Schutzräume flüchten oder Ihr Wohngebiet evakuiert wird, brauchen Sie einen vorbereiteten Notfall-Rucksack. Das muss hinein:

    • persönliche Medikamente
    • Wasserflasche
    • leichte Verpflegung
    • Kleidung für ein paar Tage, auch Wetterschutzkleidung
    • Kopfbedeckung
    • Hygiene-Artikel wie Tampons, Binden und Windeln für mehrere Tage
    • für Kinder zusätzlich ein Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel mit Name, Geburtsdatum, Telefonnummer und Anschrift (erhältlich in Apotheken und Drogerien)
    • Dokumentenmappe mit den wichtigsten Unterlagen

    Da die Behörden sich bei einer Evakuierung oder dem Verlust der Wohnung um Sie kümmern werden, erhalten Sie zügig eine Unterkunft, Verpflegung und medizinische Versorgung. Doch um Engpässe zu vermeiden, können Sie zusätzlich einpacken:

    • Verpflegung in staubdichter Verpackung
    • leichtes Besteck und Essgeschirr
    • Taschenmesser mit Dosenöffner
    • Erste-Hilfe-Material
  • Bei Luftangriffen müssen sie sich vor Bombenexplosionen schützen. Dabei ist es egal, ob die Explosionen durch Raketen oder Drohnen ausgelöst werden. Bei Explosionen sind insbesondere die Druckwellen gefährlich, umherfliegende Trümmer und Glassplitter.

    Suchen Sie Schutz in Kellerräumen, Tiefgaragen oder U-Bahn-Stationen. Dicke Mauern und Erde verbessern den Schutz vor Druckwellen und umherfliegenden Trümmerteilen. Wenn Sie keine unterirdischen Schutzräume finden, sollten Sie innenliegende Räume ohne Fenster aufsuchen wie Flure und Bäder. Je mehr Mauern Sie zwischen sich und die Außenwelt bringen, desto sicherer. Zwei Wände sind bereits ein guter Schutz. Meiden Sie Fenster und Glasflächen, die splittern und Sie verletzen können.

    Das sind geeignete Schutzräume

    • Kellerräume ohne Fenster bieten einen guten Schutz.
    • Innenliegende Räume wie Treppenhäuser, Bäder oder Flure bieten ebenfalls Schutz, aber meiden Sie das Dachgeschoss! Sie sollten nach oben mindestens eine Decke zwischen sich und der Außenwelt haben.
    • Nutzen Sie auch öffentliche Gebäude wie Schulen, Tiefgaragen und U-Bahn-Stationen. Es ist wichtig, viel Abstand zwischen sich und offene Eingänge, Fenster und Türen zu bringen. Nutzen Sie dort die Treppen, keine Aufzüge.
  • Im Kriegsfall sind aktuelle und verlässliche Informationen besonders wichtig. Geräte wie Fernseher, Computer oder das Telefon können ausfallen durch Unterbrechung der Stromversorgung, des Mobilfunknetzes oder des Internets. Das Radio hingegen hat meistens weiterhin Empfang, wenn es mit Akku betrieben wird.

    Halten Sie ein Notfallradio vor, um weiterhin direkt und schnell wichtige Informationen zu bekommen. Notfallradios haben in der Regel mehrere Möglichkeiten für die Stromversorgung wie einen eingebauten Akku, ein Batteriefach, eine kleine Handkurbel mit Generator und Solarzellen. Sie sollten UKW-Empfang haben und DAB+. Außerdem bieten sie weitere hilfreiche Funktionen wie Taschenlampe, Leselicht, Uhrzeit und Alarmsignale, um auf sich aufmerksam zu machen. Die neuesten Modelle haben seit Ende 2025 auch den automatischen Sicherheitsalarm ASA, durch den sich das Radio selbstständig einschaltet, wenn eine neue behördliche Warnung gesendet wird. Ist der Akku des Notfallradios voll, kann er auch andere Geräte aufladen über USB, etwa Mobiltelefone.

    Hier gibt es auch Informationen

    • In Ihrem Wohnbezirk werden im Krisenfall Anlaufstellen und Notfall-Treffpunkte eingerichtet, etwa in Rathäusern. Dort gibt es Informationen, Hilfe und meistens auch Strom. Informieren Sie sich frühzeitig, wo sie liegen.
    • Wenn die Notruf-Nummern von Polizei, Feuerwehr und Notarzt (110 und 112) nicht mehr funktionieren, gehen Sie im Notfall zur nächsten Polizeiwache oder ins Krankenhaus, sofern möglich.
    • Nachbarn wissen auch viel: Fragen Sie nach und geben auch Sie Ihre Informationen weiter.
  • Im Kriegsfall kann es sein, dass der Rettungsdienst zeitweise nicht funktioniert, ebenso können Krankenhäuser und Apotheken vorübergehend geschlossen sein. Deshalb ist es hilfreich, wichtige Medikamente zuhause zu haben. Mit einer solchen Hausapotheke können Sie kleine Notfälle selbst bewältigen. Ihre Kenntnisse in Erster Hilfe sind dann ebenfalls wichtig. Um unnötige Krankheiten zu vermeiden, achten Sie in solchen Notsituationen auch auf die Hygiene.

    Das gehört in die Hausapotheke 

    • persönliche Medikamente
    • Pflaster und Verbandsmaterial
    • Verbandtuch für Brandwunden
    • Brandsalbe
    • Desinfektionsmittel, auch für Wunden
    • Schere
    • Pinzette
    • Einmalhandschuhe
    • Schmerzmittel
    • Fieberthermometer
    • Fiebersenkende Mittel
    • Abschwellendes Nasenspray oder Nasentropfen
    • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • In länger anhaltenden Notsituationen wie einem Krieg kann es passieren, dass die Wasserversorgung für eine Zeit ausfällt. Legen Sie sich daher einen Vorrat an Trinkwasser und Brauchwasser an, solange die Wasserversorgung funktioniert. Halten Sie auch Hygiene-Artikel vorrätig und achten Sie auf folgende Ratschläge.

    Hygiene-Tipps bei Wasserknappheit

    • Einweggeschirr und -besteck sparen Spülwasser.
    • Trockenshampoo funktioniert ohne Wasser.
    • Zum Reinigen der Hände eignen sich Feuchttücher und Desinfektionstücher.
    • Haushaltspapier oder feuchte Putztücher eignen sich zum Putzen und Reinigen von Geschirr.
    • Eine Campingtoilette braucht kein Wasser.
    • Mit Entkeimungsmittel ist Ihr Wasservorrat länger haltbar, lassen Sie sich im Camping- oder Outdoorhandel beraten.

    Wichtige Vorräte für die Hygiene

    • Seife und Waschmittel
    • Zahnpasta und Zahnbürste
    • Feuchttücher und Desinfektionstücher
    • Hygieneartikel wie Tampons, Binden und Windeln
    • Toilettenpapier
    • Haushaltspapier
    • Müllbeutel
    • Haushaltshandschuhe
    • Desinfektionsmittel
    • Campingtoilette und Ersatzbeutel oder Ersatzflüssigkeit
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So helfen wir bei Katastrophen in Deutschland

  • Wir leisten Soforthilfe über unsere Partner vor Ort, die Landesverbände der Diakonie.
  • Wir unterstützen die Landesverbände logistisch, finanziell und mit unserer langjährigen Erfahrung.
  • Wir klären auf über staatliche Hilfen, Versicherungsleistungen und wie man Anträge dafür stellt.
  • Wir sammeln Spenden und lindern damit die Not der Menschen schnell und umfassend. Auch Ihre Spende hilft.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet sich auf kommende Katastrophen in Deutschland vor, um schnell und wirkungsvoll helfen zu können. Doch es kommt auch auf jede und jeden Einzelnen an.

Markus Koth
Koordinator der Hochwasserhilfe

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Wie kann ich mich im Notfall warnen lassen und was sollte ich gepackt haben? In unseren Factsheets sind alle Infos kurz und übersichtlich zusammengefasst.

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Carsten Obergfell

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