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Warme Mahlzeit für bedürftige Familien. Sammah K. (Mitte) koordiniert die Essensverteilung. Foto: Thomas Lohnes 

Essensverteilung einer christlichen Gemeinschaftküche für syrische Flüchtlinge in einem Zeltcamp bei Tripoli, Libanon. Foto: Thomas Lohnes 

Offizielle Flüchtlingslager gibt es im Libanon nicht. Hamad, sieben Jahre alt aus Homs, lebt in einer provisorischen Zeltsiedlung  Foto: Diakonie Katastrophenhilfe 

Hilfe für Familien in Not

Flüchtlinge im Libanon versorgen

Der Libanon gehört zu den Ländern, die besonders stark von dem schrecklichen Krieg jenseits der Grenze betroffen sind. Das soziale Gefüge des kleinen Landes gerät durch den Zustrom von Flüchtlingen völlig durcheinander.

Seit Beginn des Jahres 2015 ist für syrische Flüchtlinge eine einfache Einreise in den Libanon in Verbindung mit einem Asylantrag nur noch in seltenen Fällen möglich. Die Erneuerung bestehender Aufenthaltstitel erfordert eine Zahlung von 200 US-Dollar – eine Summe, die nur wenige Familien aufbringen können. Der restriktive Umgang mit den Syrerinnen und Syrern liegt unter anderem an der starken Belastung des Landes: Etwa 1,3 Millionen syrische Flüchtlinge suchen Zuflucht in einem Land, das der Größe Hessens entspricht und rund 4,5 Millionen Einwohner zählt.

Im Libanon gibt es keine offiziellen Flüchtlingscamps. Provisorische Camps oder Mietwohnungen dienen als Unterkünfte. Der Großteil der Menschen lebt in Gebieten nahe der syrischen Grenze im Norden des Landes sowie in der Bekaa-Ebene im Osten. Beide Regionen zählen zu den ärmsten des Landes. Die große Zahl an Flüchtlingen durch die anhaltende Syrien-Krise bedeutet eine hohe Belastung der libanesischen Wirtschaft und öffentlicher Ausgaben.

Situation der Flüchtlinge zunehmend schwieriger

Im sechsten Jahr der Syrienkrise verschlechtert sich die Lage der Flüchtlinge im Libanon weiterhin. Viele syrische Familien haben ihre Ressourcen aufgebraucht und sind verschuldet. Sie sind dringend auf die Hilfe der humanitären Gemeinschaft angewiesen. Ihre Versorgung ist unzureichend. In ihrer Notlage nehmen viele Familien ihre Kinder aus der Schule, damit sie die Familie durch Arbeit finanziell unterstützen können. Die Familien gehen betteln oder arbeiten im illegalen Sektor, leben in unzureichend gesicherten Unterkünften und unter schlechten hygienischen Bedingungen. Viele schränken auch die Anzahl und Menge von Mahlzeiten ein - Menschen in großer Armut ernähren sich zu wenig und zu einseitig, trinken kontaminiertes Wasser und werden durch schlechte Nahrung anfällig für Krankheiten.

Die Hilfsmaßnahmen

Ziel der Diakonie Katastrophenhilfe und ihrer Partnerorganisationen ist es, besonders bedürftigen Familien zu helfen. Die meisten von ihnen leben in illegalen Zeltsiedlungen ohne Kochmöglichkeiten. Genau hier setzt die Hilfe an. In vier Gemeinschaftsküchen in Tripoli und der Bekaa-Ebene kommen jeden Morgen libanesische und syrische Frauen zum gemeinsamen Kochen in der Küche eines Gemeindezentrums zusammen. Das warme Essen wird anschließend an Familien in den illegalen Zeltsiedlungen verteilt. Damit erreichen die Helfer wöchentlich etwa 2.760 Menschen.

Sammah K., angestellt von der Partnerorganisation International Orthodox Christian Charities (IOCC) (Bild oben), koordiniert die Verteilaktionen in Tripoli. Sie ist selbst aus Syrien geflohen. Durch die Mitarbeit in der Küche erwirtschaftet sie ein kleines Einkommen – das Einzige in der Familie. „Die Arbeit beschäftigt mich“, sagt Sammah K.. „Sie lenkt mich von den quälenden Erinnerungen und dem Heimweh ab.“

Der Krieg in Syrien und die Fluchterfahrung führen, insbesondere bei Kindern, zu teils schweren Traumatisierungen. Deshalb organisiert die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrer Partnerorganisation Inter Church Network for Development and Relief (ICNDR) im Süden und Osten des Landes eine besondere Betreuung: In Theater-, Musik-, Mal- und Schreibworkshops können die Kinder für einige Stunden in der Woche ihre schweren Erinnerungen ruhen lassen. Freizeitcamps bieten außerdem syrischen und libanesischen Kindern gemeinsam Abwechslung vom tristen Alltag. Schulkinder können zudem am Förderunterricht teilnehmen oder werden auf Prüfungen vorbereitet. Dabei werden vorrangig syrische Flüchtlinge als Lehrkräfte eingesetzt.

So hilft Ihre Spende

  • Für 10 Euro kann eine Familie im Libanon mit einer warmen Mahlzeit pro Tag versorgt werden. Die Kosten beinhalten Zubereitung und Auslieferung.
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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

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