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Im staatlichen Flüchtlingscamp Softex im Industriegebiet von Thessaloniki waren bis zu 2000 Flüchtlinge untergebracht. Heute leben hier noch circa 300 Menschen.  Foto: Christoph Püschner 

Amani (3. von links) mit ihrem kleinen Sohn und der Familie ihres Mannes. Sie haben endlich eine schützende Unterkunft gefunden. Gemeinsam mit der Partnerogansation mietet die Diakonie Katastrophenhilfe Wohnraum für Flüchtlinge an. Foto. Christoph Püschner
Im Tageszentrum in Thessaloniki erhalten Flüchtlinge täglich Frühstück und Mittagessen. Foto: Christoph Püschner
Das Tageszentrum ist auch ein Ort der Begegnung und soll das soziale Miteinander fördern sowie die Integration erleichtern. Foto: Christoph Püschner

Lebensbedingungen verbessern

Die Lebensbedingungen in den Camps in Griechenland sind – sowohl auf dem Festland als auch auf den  Inseln – größtenteils sehr schlecht und entsprechen oft nicht einmal den minimalen humanitären Standards. Die griechische Regierung kann die Bedürfnisse der Flüchtlinge nicht angemessen abdecken. Die Menschen sind dringend auf Hilfe angewiesen.

Situation in Flüchtlingscamps kritisch

Die Camps sind teilweise überfüllt und es gibt zu wenig zu essen. Die Lebensbedingungen sind hinsichtlich Hygiene und Unterkunft unzureichend. Auch die Sicherheitslage ist ungenügend – darunter leiden vor allem Schutzbedürftige wie Frauen und Kinder ohne Begleitung. Aufgrund der Lebensbedingungen in den Camps kommen Menschen in zusätzlichen Unterkünften wie Hotels oder leer stehenden Wohnungen unter, was allerdings immer noch nicht ausreichend ist. Die Kälteeinbrüche des vergangenen Winters hatte die Lage der Flüchtlinge weiter verschärft. Tausende Flüchtlinge lebten unter schwierigsten Bedingungen in Griechenland und anderen Balkanstaaten. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat hier mit warmen Mahlzeiten, Winterkleidung und der Befestigung von Unterkünften geholfen.

Feste Unterkünfte

Schon im Herbst 2016 hatte die Diakonie Katastrophenhilfe, zusammen mit ihren Partnern, in den laufenden Projekten Maßnahmen getroffen, um die Menschen für den Winter zu wappnen. So wurden in Katerini, im Nord-Osten des Landes, durch die griechisch-evangelische Kirche zahlreiche Wohnungen angemietet. „Dort konnten wir auch jesidische Flüchtlingsfamilien mit Kleinkindern unterbringen, die zuvor in Zelten am Mount Olympus wohnen mussten, obwohl der Schnee schon einige Zentimeter hoch lag,“ berichtet Markus Koth, der die Projekte der Diakonie Katastrophenhilfe in Serbien und Griechenland koordiniert. Die Partnerorganisation Mercy Corps hatte zudem auf Lesbos schon im Oktober Geldkarten verteilt, mit denen sich die Flüchtlinge beispielsweise durch den Kauf von Winterkleidung auf die kalte Jahreszeit einstellen konnten.

Weitere Hilfsmaßnahmen

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt gemeinsam mit Ecological Movement of Thessaloniki (EMT) Flüchtlinge in der Hafenstadt Thessaloniki, im Nordosten Griechenlands. So sollen die Lebensbedingungen von 11.500 Flüchtlingen verbessert werden. Im Rahmen des Projekts werden Wohnungen angemietet, die vorwiegend Familien mit Kleinkindern bereitgestellt werden. Dabei geht es nicht nur um eine schützende Unterkunft - Ziel ist vielmehr, durch die Flucht auseinander gerissene Familien wieder zusammenzuführen.

Soziale Anlaufstelle

Außerdem wird ein Tageszentrum in Thessaloniki unterstützt, dass eine soziale Anlaufstelle für die Flüchtlinge ist. Dort werden verschiedene Selbsthilfegruppen gegründet, die sich an zwei Tagen in der Woche zu Gesprächen und Rollenspielen treffen. Um die Ernährungssituation der Flüchtlinge abzusichern und zu verbessern, wird Frühstück und Mittagessen zubereitet und verteilt. Zudem werden auch Kleidung und Hygieneartikel ausgegeben. An bestimmten Waschtagen stehen den Flüchtlingen Waschmaschinen und Wäschetrockner bereit, damit auch diese alltägliche Notwendigkeit abgedeckt ist. Abgerundet werden die Hilfsmaßnahmen von multikulturellen Veranstaltungen, die den sozialen Zusammenhalt und den Austausch der Flüchtlinge untereinander stärken sollen. Dazu gehören beispielsweise die Gründung von Tanz- und Musikgruppen, die sich ebenfalls zwei Mal pro Woche treffen können.

Versorgung von Flüchtlingen in Attika

Neben Thessaloniki ist die Diakonie Katastrophenhilfe auch in der Region Attika aktiv. Dort werden Flüchtlinge im Rahmen des internationalen christlichen Hilfsnetzwerkes ACT Alliance versorgt. Die Partnerorganisationen International Orthodox Christian Charities (IOCC) und Apostoli leisten Ernährungssicherung für mehr als 1.400 Flüchtlinge. So werden in einem Camp individuelle Küchen in Wohncontainern gebaut, in denen sich die Flüchtlinge eigene Mahlzeiten zubereiten können. Außerdem wird den Flüchtlingen dabei geholfen, ihre Kinder in Bildungsprogramme einzuschreiben und ihr Recht auf Bildung wahrzunehmen. Damit werden Voraussetzungen geschaffen, dass sich die Kinder der Flüchtlingsfamilien in die Gastgemeinden integrieren.

Umsiedlung beschleunigen

Immer wieder wird deutlich, dass die griechische Regierung  – trotz ausreichend bereit gestellter EU-Mittel  – es bisher nicht schafft, die Hilfsmaßnahmen gut zu koordinieren und es an Kapazitäten mangelt. Die Partnerorganisationen IOCC und Apostoli setzen sich daher auch aktiv dafür ein, die griechische Regierung dazu zu bringen, sich mehr für die Flüchtlinge einzusetzen. Zudem bleibt ein wichtiges Thema, die EU-Staaten daran zu erinnern, ihren Versprechungen nachzukommen und die Rückführungsprogramme zu beschleunigen. Seit Oktober 2015 wurden erst etwas mehr als 10.000 Flüchtlinge aus Griechenland und Italien in andere EU Staaten umgesiedelt – dabei sollen es bis Herbst 2017 insgesamt 106.000 sein. Eine Beschleunigung dieses Prozesses würde den überfüllten griechischen Lagern eine Erleichterung bringen – und den Flüchtlingen endlich eine Perspektive.

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