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Bereits drei Mitarbeitende von Hilfsorganisationen seit Jahresbeginn getötet

Südsudan: Humanitäre Helfer benötigen dringend mehr Schutz

Drei humanitäre Helfer sind in den ersten drei Wochen des Jahres im Südsudan ermordet worden. Zwei Helfer starben in Abyei im Norden des Landes bei einem Überfall durch bewaffnete Gruppen. Ein weiterer Mitarbeiter wurde am 7. Januar in Jonglei State getötet. „Es darf nicht sein, dass im Wochentakt Mitarbeitende von Hilfsorganisationen umgebracht, verletzt oder verschleppt werden, während sie das Überleben der notleidenden Menschen im Südsudan sichern“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Laut Angaben von International NGO Safety Organisation (INSO) wurden vergangenes Jahr im Südsudan 248 Zwischenfälle registriert, bei denen 12 Mitarbeitende von Hilfsorganisationen getötet, 22 verletzt und weitere 22 verschleppt wurden. Damit gehört der Südsudan zu einem der gefährlichsten Länder für Hilfsorganisationen, weit vor Ländern wie Afghanistan oder Syrien. Bei den Opfern handelt es sich fast immer um nationale Mitarbeitende, die mit nationalen und internationalen Organisationen oder den Vereinten Nationen Hilfe leisten. Nach einem Besuch im Land forderte Pruin deshalb mehr Schutz für die Helfenden und Respekt vor der Arbeit humanitärer Akteure. „Ihr Engagement ist überlebenswichtig für viele Menschen und oftmals die einzige Unterstützung, um dem wachsenden Hunger im Land zu begegnen.“

Bestürzt zeigte sich Pruin vom Ausmaß des Hochwassers im Südsudan. Weite Landesteile an den Ufern des Weißen Nils stehen seit nunmehr drei Jahren konstant unter Wasser. „Es macht fassungslos, wenn man die große Anzahl der Hütten sieht, von denen nur noch das Dach aus dem Wasser ragt. Zehntausende Bewohner können seit mehreren Jahren nicht mehr zurückkehren.“ Hinzu kämen gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen in den Bundesstaaten Upper Nile und Jonglei, welche die Notlage für die Zivilbevölkerung verschärfen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt mit Partnerorganisationen weltweit eines ihrer größten Hilfsprogramme im Südsudan um. Mit Cash for Work-Programmen werden Deiche repariert und gebaut. Durch Bargeldhilfen können vor allem vertriebene Familien Nahrungsmittel kaufen oder Baumaterial für Unterkünfte erwerben. Werkzeuge, Saatgut, Zuchttiere oder Fischerei-Kits werden verteilt, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu stabilisieren. An 47 Schulen erhalten rund 15.000 Schulkinder eine tägliche Mahlzeit, um ohne Hunger lernen zu können. Insgesamt erreicht die Hilfe mehr als 330.000 Menschen vor allem in den drei Bundesstaaten Jonglei, Upper Nile und Eastern Equatoria.

Trotz einer verbesserten Sicherheitslage für Einwohner und zurückkehrende Geflüchtete im Süden des Landes warnt Pruin vor einem erhöhten humanitären Bedarf in diesem Jahr. Durch gestiegene Lebenshaltungskosten, das Hochwasser sowie die prekäre Versorgungslage werden voraussichtlich 9,4 Millionen Menschen von Hilfe abhängig sein. „Um diese gewährleisten und umsetzen zu können, braucht es internationale Zusagen und zugleich sichere Bedingungen für Helferinnen und Helfer“, so Pruin. Andernfalls könne die lebensnotwendige Unterstützung für Millionen Menschen nicht geleistet werden.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
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Stichwort: Hungerhilfe Afrika
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

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Tommy Ramm

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