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Fälle sexualisierter Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo nehmen zu

Ein Krieg vor allem gegen Mädchen und Frauen

Rebellen im Osten der Demokratischen Republik Kongo rücken auf die Millionenstadt Goma vor. Die Armee versucht sie zurückzudrängen. Zwischen den Fronten fliehen zehntausende Menschen vor dem Konflikt. „Die Zahl von Mädchen und Frauen, die in dieser Situation Opfer von sexualisierter Gewalt werden, steigt an“, warnt Michael Frischmuth, Programmleiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

Mehr als 260.000 Menschen sind in der ostkongolesischen Provinz Nord-Kivu in den vergangenen Wochen vertrieben worden. Auslöser sind Kämpfe zwischen der Rebellengruppe M23 und der Armee, die seit März dieses Jahres die humanitäre Krise in der Region verschärfen. „Tausende Menschen bewegen sich auf der Route zwischen Kiwanja und Kanyabayonga. Unter ihnen sind Männer, Frauen und Kinder, die schon vor einigen Monaten vertrieben wurden und nun erneut flüchten“, berichtet Gilbert Masumbuko, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Goma. Viele Geflüchtete kämen bei Gastfamilien und aufnehmenden Gemeinden unter. Doch deren Kapazitäten seien in der von hoher Armut geprägten Region längst erschöpft. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat Nothilfemaßnahmen eingeleitet, um Vertriebene mit Bargeldhilfen zu unterstützen.

Alarmierend sei laut Masumbuko der Anstieg von Fällen sexualisierter Gewalt. „Drei Gesundheitszentren, die wir in der Region Kanyabayonga unterstützen, meldeten für Oktober einen starken Anstieg von vergewaltigten oder missbrauchten Frauen, die Hilfe aufgesucht haben“, berichtet Masumbuko. Um den Betroffenen zu helfen, wurden über eine lokale Partnerorganisation Nachsorgepakete in die Region geschickt. Sie bewahren Mädchen und Frauen nach einer Vergewaltigung vor Schwangerschaften oder Krankheiten.

Laut Angaben der Vereinten Nationen hat es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mehr als 20.000 Fälle sexualisierter Gewalt in der Provinz Nord-Kivu gegeben. Das seien doppelt so viele wie im vergangenen Jahr gewesen. Die Folgen der jüngsten Kämpfe und Vertreibungen lassen einen weiteren Anstieg befürchten. „Nach Jahren von Gewalterfahrungen herrscht ein rechtsfreier Raum“, sagt Michael Frischmuth. „Die wenigsten Fälle werden juristisch verfolgt. Die Straflosigkeit macht es Tätern leicht, sich an Mädchen und Frauen zu vergehen. Umso wichtiger ist deshalb, dass die Überlebenden dieser Gewalt immer öfter die Taten anzeigen und sie somit sichtbar machen.“

Die Diakonie Katastrophenhilfe engagiert sich mit mehreren Projekten in der Region, um gefährdete Frauen und Mädchen besser zu schützen und Betroffene zu unterstützen. Da viele Gewaltopfer nach den traumatischen Erlebnissen in ihren Gemeinden zusätzlich ausgegrenzt werden und oftmals nicht mehr für sich und ihre Familien sorgen können, werden sie über einen Neuanfang beraten und wirtschaftlich unterstützt.

 

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Tommy Ramm

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