Diakonie Katastrophenhilfe alarmiert über Versorgung der Menschen / Partner bereiten Nothilfe vor
Bewaffneter Konflikt in Jemen: Eine Viertel Million Menschen auf der Flucht
Der bewaffnete Konflikt in Jemen hat laut UN-Angaben seit Anfang August rund 250.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Situation in der belagerten Stadt Taiz wird von Tag zu Tag katastrophaler. „Humanitäre Hilfsorganisationen sind kaum in der Lage, die 600.000 Menschen in der Stadt zu erreichen, während die Vorräte täglich schwinden. In 10 von 16 Stadtbezirken herrscht eine Ernährungskrise. Die Menschen brauchen dringend Zugang zu humanitärer Hilfe“, sagt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.
„Die drängende Frage ist weniger, ob die Stadt Taiz in den kommenden Stunden oder Tagen erobert wird, sondern wie. Ein Häuserkampf wäre ein Albtraum für die dort eingeschlossenen Menschen. Alle Konfliktparteien müssen das humanitäre Völkerrecht achten und die Zivilbevölkerung schützen“, warnt Keßler. Im gleichen Zuge müsse alles getan werden, um die humanitäre Lage in der Stadt und anderen umkämpften Regionen zu verbessern, Zugang für Helfende zu gewähren und ausreichend finanzielle Mittel bereitzustellen. Die humanitäre Katastrophe im Jemen gilt seit Jahren als vergessene Krise. Hilfe ist chronisch unterfinanziert. Die internationale Gemeinschaft hat erst 23 Prozent der von den UN benötigten Gelder in 2026 bereitgestellt.
Die belagerte Stadt Taiz war in den vergangenen Monaten Zufluchtsort Zehntausender Vertriebener geworden. Die Versorgung der Menschen ist zum Teil bereits zusammengebrochen. „Blockierte Straßen, steigende Sicherheitsrisiken für Helfende und unterbrochene Versorgungsketten fordern unsere Partnerorganisationen in vielen umkämpften Landesteilen heraus“, berichtet Ahmad Safi, Programmleiter der Diakonie Katastrophenhilfe für die Region. Die Diakonie Katastrophenhilfe bereitet Bargeldhilfen für intern Vertriebene im Westen des Landes vor, damit sie sich das Nötigste auf lokalen Märkten kaufen können.
Das Zusammenspiel aus bewaffnetem Konflikt, Vertreibungen und fehlender Versorgung hat zu einem Anstieg von Krankheitsfällen wie Cholera geführt. Zudem ist die Bevölkerung in Jemen zusehends von enorm steigenden Lebenshaltungskosten betroffen. „Der Preis für Nahrungsmittel wie Mehl oder Fleisch ist um die Hälfte gestiegen, Brot kostet in Taiz zum Teil das Doppelte. Dies führt zu einem stetigen Anstieg von Hunger“, sagt Safi. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt vor allem den Wiederaufbau der Landwirtschaft und fördert einkommensschaffende Maßnahmen, damit sich Familien selbst versorgen können. „Diese kleinen Erfolge der vergangenen Monate sind gefährdet, wenn sich der Konflikt weiter ausweitet und noch mehr Menschen fliehen müssen“, warnt Safi.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf:
Diakonie Katastrophenhilfe
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BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Nothilfe Jemen
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
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Tommy Ramm
Pressesprecher Diakonie Katastrophenhilfe
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