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Dieses Mädchen freut sich über eine warme Jacke. Durch das Geldkarten-Programm können Familien selbst auswählen, was sie gerade dringend benötigen, zum Beispiel Kleidung für die Kinder. Foto: Maurice Ressel
Das Hilfsprogramm der Diakonie-Katastrophenhilfe richtet sich an besonders bedürftige Familien. Dazu werden persönliche Interviews geführt und anhand der Lebensumstände entschieden, wer in das Programm aufgenommen werden kann. Foto: Maurice Ressel
Besonders hart sind die Lebensumstände für alte und kranke Menschen in den Konfliktgebieten. Ein Teil des Hilfsprgramms der Diakonie Katastrophenhilfe richtet sich daher speziell an diese Menschen und unterstützt sie mit Lebensmittel- und Hygienepaketen. Foto: Maurice Ressel
Besorgt blicken die Menschen dem Winter entgegegen. Diese Familie konnte sich durch die Hilfe per Geldkarte eine Heizung kaufen. Foto: Maurice Ressel
Warme Kleidung für den kalten Winter ist für die vertriebenen Menschen besonders notwendig. Foto: Maurice Ressel
Ukraine

Hilfe für den Winter

Seit dem Ausbruch des bewaffneten Konflikts zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen im Osten der Ukraine 2014 sind die Waffen nie wirklich zur Ruhe gekommen. Noch immer wird fast täglich von Schusswechseln berichtet. Die humanitäre Krise hat sich zu einer dauerhaften Katastrophe entwickelt. Die Zahl der intern Vertriebenen beträgt mehr als 1,7 Millionen. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind mehr als 3,4 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den Gebieten, die nicht von der Regierung kontrolliert werden, ist der Zugang zu Hilfe besonder schwierig.

Die Not ist groß unter den Binnenvertriebenen, besonders in den Provinzen Kharkiw, Dnipropetrowsk, Lugansk und Donetsk. Außerhalb der Städte sind die Lebensumstände der Vertriebenen noch schlechter. Es gibt nur wenige Nahrungsmittel und viele Eltern verzichten zugunsten ihrer Kinder auf Mahlzeiten. Der bevorstehende Winter bereitet den Menschen große Sorgen. Die meisten leben in stark reparaturbedürftigen Häusern, die kaum zu heizen sind: Die Fenster sind undicht und die Wände zu dünn. Neben Lebensmitteln fehlt es besonders an warmer Kleidung und geeigneten Schuhen für den Winter. Etliche können sich nicht einmal Secondhandkleidung leisten. Besonders hart sind die Lebensumstände für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung: Viele müssen sich zwischen Nahrung und dringend benötigten Medikamenten oder Hilfsmitteln entscheiden – denn für beides reicht das Geld nicht. Auch fehlt es an Geräten wie Waschmaschinen oder Kühlschränken, was den Alltag der Menschen zusätzlich erschwert. Zwar zahlt der ukrainische Staat den Vertriebenen eine kleine Unterstützung, jedoch reicht diese nicht zum Überleben. Vielen Vertriebenen fehlen zudem die benötigten Papiere und Stempel, um die staatlichen Hilfen in Anspruch nehmen zu können.

Auf dem Land ist Hilfe dringend nötig

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partnerorganisationen sind schon seit 2014 in der Ukraine vor Ort und leisten humanitäre Hilfe für Vertriebene und die vom Konflikt betroffene Bevölkerung. Aktuell werden beispielsweise in der Region Kharkiv Vertriebene aus Kleinstädten und abgelegenen Orten durch Hilfsmaßnahmen begünstigt. In ländlichen Gebieten ist es für Vertriebene ganz besonders schwer, eine Arbeit zu finden. Zudem ist der Zugang zu Humanitärer Hilfe schlecht. Im aktuellen Projekt, welches vom Auswärtigen Amt gefördert wird, erhalten Vertriebene Unterstützung durch Bargeldhilfen.

Selbst entscheiden, was notwendig ist

Die Begünstigten des Projekts erhalten elektronische Gutscheine, sogenannte E-Voucher, die sie gegen Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs einlösen können. Hierzu hat die Partnerorganisation Child Well Being Fund (CWBF) eine Kooperation mit einer großen Kaufhauskette geschlossen. In der örtlichen Filiale in Kharkiw-Süd können Bedürftige nicht nur Lebensmittel oder Hygieneartikel kaufen, sondern auch Kleidung und Schuhe, Schulmaterialien für die Kinder oder Gebrauchsgegenstände wie Kühlschränke, Geschirr oder Bettwäsche. Dank der Geldkarte steht es den Bedürftigen offen, die Güter zu kaufen, die sie gerade am dringendsten benötigen. Insgesamt werden mehr als 10.000 Menschen mit diesen Hilfsmaßnahmen erreicht.

Nicht nur Grundbedürfnisse decken

Um zu lernen, mit der anhaltend schwierigen Situation besser umzugehen, bietet unsere Partnerorganisation CWBF im Rahmen des Projekts außerdem Selbsthilfegruppen an. So gibt es beispielsweise Gesprächsgruppen zum Umgang mit Stress und Verlusten, zu gewaltfreier Kommunikation, zu Gesundheit und  zum Umgang mit Geld.

In einem weiteren Pilotprojekt mit CWBF sollen außerdem Lebensgrundlagen für Vertriebene geschaffen und der Zugang zu Einkommen schaffenden Maßnahmen verbessert werden. Insgesamt 700 Menschen nehmen an Bewerbungstrainings und Fortbildungen im Bereich Soziale Medien teil. Zudem unterstützen wir Menschen, die ein Kleingewerbe gründen möchten, finanziell mit der Vergabe sogenannter Start-up-Grants.

Überleben sichern in Donezk und Lugansk

In den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk, die nicht mehr unter der Kontrolle der Regierung stehen, ist die humanitäre Lage besonders dramatisch. Die staatliche Verwaltung ist größtenteils zusammengebrochen, Märkte gibt es nur noch  in einigen Gebieten, viele Menschen sind von Hilfsmöglichkeiten abgeschnitten. Zusammen mit der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, MISIYA-UOC, leistet die Diakonie Katastrophenhilfe dort Überlebenshilfe für rund  3.500 besonders bedürftige Personen. Dazu gehören beispielsweise alleinerziehende Frauen, alte und kranke Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Die begünstigten Familien und Personen erhalten Lebensmittel- und Hygiene-Kits.

Ein Paar Schuhe für den Winter

Tommy Bouchiba, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, besuchte die Hilfsprojekte in der Ukraine und sprach mit vielen Vertriebenen. So auch mit der 44-jährigen Olga: Zusammen mit ihrem sechs Jahre alten Kind und ihrer 70-jährigen Mutter floh sie vor zwei Jahren vor dem Konflikt nach Kharkiw. „Durch das Geldkarten-Programm der Diakonie Katastrophenhilfe konnte ich mir endlich ein dringend benötigtes neues Paar Schuhe kaufen“, erzählt sie dankbar.

In Kirowsk, einem kleinen Ort in der Provinz Luhansk, traf Tommy Bouchiba eine alleinerziehende Mutter mit ihrer 11-jährigen Tochter. Die Mutter ist erwerbsunfähig. Sie kann kaum sehen. Durch schwere Detonationen in der Nähe ihres Hauses verlor sie zusätzlich einen Teil ihres Gehörs. 2014 floh sie mit ihrer Tochter nach Kirowsk. Sie leben in einem Haus, das den Namen kaum verdient. Die Wände und Fenster sind so dünn, dass es im Winter kaum warm zu halten ist. Die Mutter bräuchte dringend eine Brille, doch die kann sich nicht leisten. Auch die Tochter braucht eine Sehhilfe. Manchmal haben sie nichts zu essen. Die Kälte des bevorstehenden Winters sorgt die Mutter sehr. Sie benötigen dringend neue Schuhe. Letzten Winter konnte ihre Tochter nicht zur Schule gehen, weil sie keine Winterstiefel hatte. Die Aufnahme in das Hilfsprogramm der Diakonie Katastrophenhilfe gibt ihr neue Hoffnung: Sie möchte damit Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Hygiene- und Küchenartikel kaufen.

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  • Ein Hygienepaket für eine bettlägerige kranke Person kostet 17 Euro.
  • 70 Euro reichen für fünf Nahrungsmittelpakete. Damit erhalten fünf Familien einen Monat lang ergänzende Nahrungsmittel.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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