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Während der Flut stand ein Drittel des Landes unter Wasser. Da die Ernten völlig zerstört wurden und das Vieh ertrank, fehlte den Menschen die Nahrungsgrundlage. Jetzt wächst wieder Getreide. Foto: Thomas Lohnes 

Mit Verteilungsprogramm und Landwirtschaftstraining können wir vielen Bauern helfen, ihre Erträge und somit ihre Lebensgrundlage wieder zurück zu gewinnen. Foto: Thomas Lohnes 

Inzwischen haben viele Familien wieder ein eigenes Zuhause. Nun geht es nicht mehr um Nothilfe, sondern um Aufbauhilfe.  Foto: Thomas Lohnes 

Die Diakonie Katastrophenhilfe fördert den katastrophensicheren Bau mit so genannten "Cash for Work"-Programmen. Hier sichern Männer einen steilen Weg mit einer Stützmauer.  Foto: Thomas Lohnes 

Neben der Reparatur von Straßen, Wegen und Brücken ist die Reparatur von Wasserleitungen und sanitären Anlagen besonders wichtig.

Funktionstüchtige Leitungen und sanitäre Anlagen helfen, Krankheiten vorzubeugen.  Foto: Thomas Lohnes 

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner sorgen für sauberes Trinkwasser im Katastrophengebiet. Foto: Thomas Lohnes 

Diese Kinder lernen in einer Hygieneschulung, wie man sich richtig die Hände wäscht.

Lehrer und Lehrerinnen erhalten Zugangsqualifikationen, sodass sie den Kindern bereits von Klein auf wichtige Grundlagen in Sachen Hygiene vermitteln können.

Pakistan

Neuanfang nach der Jahrhundertflut

Im Juli 2010 ereignete sich in Pakistan eine verheerende Flut. Zwanzig Millionen Menschen waren betroffen, 1,8 Millionen Häuser wurden zerstört oder beschädigt. Die Gemeinden in den Distrikten Swat und Shangla in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden von der Flut besonders stark getroffen. Ein Großteil der Bevölkerung, die vornehmlich von der Landwirtschaft lebt, verlor seine Ernährungsgrundlage. Straßen, sanitäre Anlagen und Bewässerungssysteme wurden zerstört. Die Diakonie Katastrophenhilfe hilft der Region beim Wiederaufbau.

Pakistan gehört zu den Ländern, die besonders oft von Naturkatastrophen getroffen werden. Nach der großen Flut 2010 kam es auch in den Folgejahren immer wieder zu Sturzfluten und Überschwemmungen während der Monsunzeit. Im Oktober 2015 wurde die Region Khyber Pakhtunkhwa noch zusätzlich von einem Erdbeben getroffen. Die Bevölkerung ist besonders verwundbar und hat kaum eine Chance, sich zwischen den immer wiederkehrenden Katastrophen zu erholen. 

Khyber Pakhtunkhwa kann sich kaum erholen

Durch die Flut wurden viele landwirtschaftliche Nutzflächen in Swat und Shangia zerstört, Viehbestände verendeten, die Ernte und Saatgut gingen verloren. Bis heute sind viele Bewässerungssysteme, die eine ausreichende Bewässerung der Felder sicherstellten, noch nicht wieder hergestellt worden. Die Betroffenen können nur unzureichende Ernteerträge erwirtschaften und haben zu geringe Einnahmen, um sich mit anderen Lebensmitteln oder Dingen des täglichen Bedarfs zu versorgen. Zudem sind etliche kleine Zugangsstraßen in dem bergigen Terrain noch immer nicht wieder aufgebaut worden. Die Kleinbauern können kaum die Märkte im Tal erreichen, auf denen sie ihre Ernteerträge und ihr Vieh verkaufen könnten.

Mangelnde Hygiene führt zu Krankheiten

Durch die Flut wurden auch sanitäre Anlagen und die Wasserversorgung zerstört oder stark kontaminiert. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist eingeschränkt. Daher kommt es in der Region regelmäßig zu Ausbrüchen von Krankheiten, die über verunreinigtes Wasser übertragen werden, wie etwa Cholera oder Durchfall. In der Bevölkerung fehlt häufig das Wissen über die Übertragungswege von Krankheiten  und vorbeugende Maßnahmen.

Hohe Arbeitslosigkeit und fehlende Rechte von Frauen

In der Region ist die Arbeitslosenquote unter jungen Menschen sehr hoch. 30% der jungen Männer haben keine Arbeit. Die überwiegende Mehrheit kann weder lesen noch schreiben. Viele wandern ab. Frauen sind aufgrund gesellschaftlicher Normen besonders benachteiligt: Sie haben keinen Zugang zum Markt und dürfen auch nicht außerhalb des Hauses arbeiten.  Zudem bleibt ihnen der Zugang zu Basisgesundheitsleistungen, Bildung oder politischer Teilhabe verwehrt. Sie sind wirtschaftlich stark von männlichen Familienmitgliedern abhängig. Frauenarmut und häusliche Gewalt sind sehr weit verbreitet. Auch die unzureichende medizinische Versorgung schwangerer Frauen ist ein Problem und dadurch die Kindersterblichkeit sehr hoch.

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe und ihre Partner vor Ort, HIN (Help in Need) und LASOONA (Society for Human and Natural Resource Development) setzen sich mit verschiedenen Maßnahmen dafür ein, dass die Widerstandsfähigkeit der Familien gegenüber zukünftigen Katastrophen erhöht wird. Geholfen wird 15 Projektgemeinden im Distrikt Swat und drei im Distrikt Shangla.

Gemeinden sollen weniger anfällig im Katastrophenfall werden

Im Zuge der Projekte wird die Katastrophenvorsorge gestärkt. In unterschiedlichen Aufklärungskampagnen informieren wir die Menschen darüber, wie sie sich auf Katastrophen besser vorbereiten können. Zudem werden Frühwarn- und Evakuierungsmechanismen gestärkt. Verschiedene Baumaßnahmen erhöhen zudem die Verwundbarkeit der Region gegenüber den alljährlichen Überflutungen durch die Monsunregenfälle. So unterstützen wir die Gemeinden beim Wiederaufbau von Straßen, Gehwegen, Fußgängerbrücken, Schutz- und Stützmauern. Hierzu werden lokale Arbeiter eingestellt und im katastrophensicheren Bau geschult.

Ernährungssicherung durch Obstwiesen und Saatgut

Um den Betroffenen langfristig zu helfen, verteilen wir hochwertiges Saatgut und führen Schulungen zu Anbautechniken durch. Außerdem errichten wir neue Bewässerungssysteme und setzen beschädigte Straßen instand. Die Bauern im Distrikt Swat erhalten Gras-Setzlinge und schnell wachsende Bäume, die mit ihren Wurzeln das Erdreich festhalten und so Bodenerosion und Hangrutschen bei Starkregen entgegenwirken.  Um das Angebot auszuweiten, unterstützen wir Kleinbauern auch in der Kultivierung und Vermarktung von Schnittblumen.

Im Distrikt Shangla legen wir in den Siedlungen Obstwiesen an. Die Begünstigen sind vor allem von Frauen geführte Haushalte und Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Die Obstbäume helfen ihnen, ihr Einkommen zu steigern und tragen auch zur Nahrungssicherheit der Haushalte bei.

Hygiene beugt Krankheiten vor

Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser und mangelhafte Hygiene übertragen werden, sind ein großes Problem in der Region. Wir führen Aufklärungskampagnen zu den Themen Hygiene und Wasser durch und gründen spezielle Hygiene-Komitees für Frauen. Zudem erhalten Lehrer Zugangsqualifikationen, sodass sie den Kindern bereits von Klein auf wichtige Grundlagen in Sachen Hygiene vermitteln können.  Zusammen mit unseren Partnern vor Ort bauen wir Trinkwasserversorgungsanlagen und Latrinen für die Gemeinden.

Mehr gesellschaftliche Teilhabe und Eigenständigkeit für Frauen

Gemeinsam mit den Partnerorganisation LASOONA setzt sich die Diakonie Katastrophenhilfe für Geschlechtergerechtigkeit ein und möchte Frauen und Mädchen ein Mitspracherecht auf Gemeinde- und Distrikt-Ebene ermöglichen. Wir führen Berufstrainings durch und statten die Begünstigten mit sogenannten „Start-up“-Paketen aus, die einen Berufseinstieg erleichtern. Um Abhängigkeit von männlichen Familienmitgliedern zu verringern, unterstützen wir Frauen dabei, ihr Einkommen durch Nadelarbeit oder Hühnerzucht zu verbessern.

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