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Wie unsere Partnerorganisation in Rumänien Hilfe leistet

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Unsere Partnerorganisation AIDRom unterstützt Geflüchtete in Rumänien. Sie stellt unter anderem Lebensmittel- und Sachspenden zur Verfügung und hilft bei der Wohnungssuche. Ein Bericht aus einem Transitzentrum für Flüchtende in Bukarest.

Jula packt die Klamotten in die Sporttasche, stopft die Spielsachen in eine Plastiktasche, dazu die Bücher. Ihre Hände zittern. Vor drei Tagen ist sie mit ihrem Sohn und ihrer Mutter aus Mykolajiw geflohen, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Odessa gelegen. Bombensplitter hätten zuvor einen Nachbarn getötet, sagt sie. Zwei Tage haben die drei in der Turnhalle einer Berufsschule im Norden von Bukarest verbracht, wo der staatliche rumänische Zivilschutz ein Transitzentrum für Flüchtende eingerichtet hat. In ein paar Stunden fährt am Nordbahnhof ihr Zug nach Wien. Von dort fliegen sie noch am Abend weiter nach Madrid, wo sie bei Freunden unterkommen.

 

Partnerorganisation organisiert Hilfe für Geflüchtete

Auf dem Feldbett, auf dem die 46-jährige Jula die vergangenen Nächte und auch den größten Teil der beiden Tage verbracht hat, sitzt jetzt die Psychologin Silvia Diaconu. Sie sieht, dass Jula zittert, springt auf und nimmt sie in den Arm. Stumm weinen die Frauen. Seit Julas Familie in Bukarest angekommen ist, haben Mitarbeiter der rumänischen Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, AIDRom, Beistand geleistet. Schlafplätze haben sie vermittelt und der Familie geholfen, die Zug- und Flugtickets zu buchen. Jetzt begleitet Silvia Diaconu Jula, den neunjährigen Igor und die 70-jährige Lubow bei der Abreise. „Dass wir so viel Unterstützung erfahren, macht das alles ein bisschen weniger schrecklich“, sagt Jula und nimmt die Tasche in die eine, die Plastiktüte in die andere Hand.

Die meisten, die die Ukraine gleich am Anfang verlassen haben, konnten Taxis, Hotels und Tickets für die Weiterreise selbst zahlen. Die wenigsten hatten den Krieg aus der Nähe erlebt. „Die Menschen, die jetzt nach Rumänien fliehen, haben oft kaum finanzielle Mittel und sind schwer traumatisiert“, sagt Silvia Diaconu, die seit Kriegsausbruch in Bukarest Hilfe für die Flüchtenden organisiert. „Sie sind gegangen, weil die Bomben ihr Zuhause erreicht haben.“ Immer mehr Ankommende bleiben jetzt auch in Rumänien. Sie hoffen bald in ihre Heimat zurückzukehren. Für sie organisiert AIDRom Wohnungen, Lebensmittel- und Sachspenden. Kollegen von Diaconu kontaktieren gerade Unternehmen, die Flüchtlingen Jobs vermitteln können.

 

Hoffnung für die Zukunft

Jula hofft, in Madrid bald eine Stelle zu finden, sie will ihre Freunde nicht auch noch finanziell belasten. Dass sie in Spanien wie bisher als Friseurin arbeiten kann, glaubt sie nicht. „Wahrscheinlich haben die Leute dort ganz anderes Haar als wir. Wahrscheinlich finden sie ganz andere Schnitte modisch“, sagt sie auf dem Weg zum Bahnhof. „Aber irgendetwas werde ich finden, um uns durchzubringen.“ Dass sie ihren Mann, der die Ukraine nicht verlassen darf, bald wiedersehen wird, glaubt sie nicht,

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