Durch heftige russische Angriffe auf zahlreiche ukrainische Städte und die Energieinfrastruktur sind in den letzten Tagen Hunderttausende Menschen bei Minusgraden ohne Strom, Wasser und Wärme.
„Die Angriffe zermürben die Bevölkerung. Täglich sterben Menschen, die extreme Kälte verstärkt das Risiko dramatisch. Es sind gezielte Angriffe gegen die Zivilbevölkerung“, berichtet Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kyjiw.
Niemand ist mehr sicher. In Kyjiw sind unser Team und viele Bekannte selbst massiv betroffen: Seit Tagen fehlt Internet, Kolleg*innen reparieren beschädigte Fenster nach Raketenangriffen. Strom und Heizung sind oft ausgefallen, viele Menschen verbringen die Nächte in dicker Kleidung, um nicht zu erfrieren.
Nachts sinken die Temperaturen auf bis zu minus 20 Grad, und weitere Kälteeinbrüche werden erwartet. „Die Menschen kämpfen unermüdlich gegen die Auswirkungen der Angriffe an. Es sind die schlimmsten Nächte seit Kriegsbeginn“, so Waskowycz.
Mehrere Städte sind von Stromausfällen betroffen, Heizsysteme und Wasserversorgung funktionieren nur eingeschränkt. Die politische Führung hat den Notstand für den Energiesektor ausgerufen, um möglichst rasch zu helfen. Die Situation ist kritisch: „Wir tun mit unseren Partnerorganisationen alles, um die Folgen abzumildern und gezielt zu unterstützen“, betont Waskowycz.
Geldhilfen sind aktuell besonders wichtig. Ist die Energieinfrastruktur für längere Zeit zerstört, geraten grundlegende Lebensbedingungen ins Wanken: öffentlicher Nahverkehr, Kommunikation, Internet — alles kommt zum Erliegen. Mit finanzieller Unterstützung kaufen Betroffene Heizgeräte, warme Kleidung oder Materialien für Reparaturen.
„Gerade jetzt im Winter sind die Menschen dringend auf Hilfe angewiesen. Jede Spende ermöglicht es, Betroffenen Wärme und Sicherheit zu geben. Ohne Unterstützung droht vielen die Flucht vor der Kälte“, warnt Waskowycz.