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Hilfslieferung erreicht Charkiw

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Fliegeralarm und Artilleriebeschuss: Seit Kriegsbeginn leben viele Menschen in Charkiw in Luftschutzkellern und U-Bahn-Stationen. Unsere ungarische Partnerorganisation konnte lebensnotwendige Hilfsgüter in die umkämpfte Stadt liefern. Ein Bericht.

Unsere Partnerorganisation Hungarian Interchurch Aid (HIA) aus dem kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance konnte Hilfsgüter nach Charkiw liefern. Dort wird dringend Hilfe benötigt, denn die Stadt an der russischen Grenze wird seit Wochen angegriffen. Die Hälfte der 1,5 Millionen Einwohner ist wegen des Krieges bereits geflohen. Die Menschen, die geblieben sind, sind nicht in der Lage, in eine sicherere Umgebung zu fliehen. Zum Beispiel, weil sie sich um ihre kleinen Kinder oder ältere Angehörige, die medizinische Versorgung benötigen, kümmern müssen. Sie suchen daher Zuflucht in Kellern und U-Bahn-Stationen und sind täglich fünf bis sechs Luftangriffswarnungen und Angriffen ausgesetzt, die oftmals Stunden dauern.

Mehrere Versorgungseinrichtungen sind außer Betrieb, in den Wohnungen gibt es weder fließendes Wasser noch Gas oder Heizung. Auch der Strom wird häufig abgestellt. Eine Rückkehr in die Wohnungen - und sei es nur für ein paar Stunden und unter der Voraussetzung, dass diese noch intakt sind - ist für Menschen mit gesundheitlichen Problemen sehr schwierig. Aufzüge funktionieren in der ganzen Stadt nicht mehr. Zwar sind in Charkiw noch einige Lebensmittelgeschäfte geöffnet, jedoch sind sie extrem schwer zu erreichen. Der Transport mit öffentlichen Verkehrsmittel funktioniert nicht mehr und jeder Weg ist riskant: Luftangriffe und Raketenangriffe zielen häufig auf die Infrastruktur ab.

Lebensmittel und Hygieneartikel für Zivilbevölkerung

Der  Verein "Internationale Brücke" hat sich zum Ziel gesetzt, den Bürgern von Charkiw zu helfen. Der Verein ist dem HIA-Partner "Zlatograd Foundation of Dnipro" angeschlossen.Trotz aller kriegsbedingten Schwierigkeiten ist es HIA gelungen, am 30. April eine Hilfssendung in die umkämpfte Stadt zu bringen. Die Lebensmittelpakete und Hygienesets wurden durch den Verein an die Zivilbevölkerung verteilt, die sich seit Beginn der Invasion vor gut zwei Monaten in den U-Bahn-Stationen und Bunkern verschanzt hat.

„Es besteht ein großer Bedarf an Lebensmitteln und Hygieneartikeln, Trinkwasser und Taschenlampen. Die Krankenhäuser und Entbindungsstationen in den verschiedenen Bezirken der Stadt bitten uns in großer Zahl um Hilfe, außerdem mangelt es an Medikamenten. Wir sind für jede Art von Hilfe dankbar, denn die Menschen in Charkiw leiden seit vielen Wochen unter dieser schweren humanitären Krise“, bedankt sich Sergej Babin für die Hilfssendung, er leitet die „Internationale Brücke“ gemeinsam mit seiner Frau.

Hilfe für mehr als 70.200 Menschen in Not

Seit Beginn des Krieges konnte unsere Partnerorganisation HIA aus dem kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance ihre Hilfe kontinuierlich auf neue geographische Gebiete ausweiten. Die humanitären Hilfsmaßnahmen erstrecken sich nun vom äußersten Westen des Landes bis zur Dnjepr-Kurve im Osten und umfassen zehn Regionen der Ukraine.

Bis zum 24. April konnten mit der Hilfe mehr als 70.900 Menschen erreicht werden und ihnen Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Hilfsgütern wie Gesundheits- und Hygieneartikeln gewährt werden. Insgesamt hat unsere Partnerorganisation 40 Lastwagen mit den wichtigsten Hilfsgütern geschickt - jede Woche überqueren mindestens vier Lastwagen die ungarische Grenze. Zusätzlich zu den materiellen Hilfsgütern kann die Hilfsorganisation in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen auch psychosoziale Hilfe für die traumatisierten Menschen leisten, die vor den Schrecken des Krieges fliehen. Darüber hinaus versorgt die Organisation über 200 Gemeinschaftsunterkünfte für Binnenvertriebene mit Hilfsgütern aller Art.

 

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