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Starker Schutz für Geflüchtete

Projeknummer

K-TUR-2025-9006

Bezeichnung

SPRINT: Strengthening Protection, Resilience, and Advocacy Networks in Türkiye

Thema

Erdbeben

Träger

Hayata Destek Dernegi (Support to Life – STL)

Kontinent

Asien

Land

Türkei

Gesamtlaufzeit

01.05.2025 – 31.08.2027

Budget

3.467.000,00 Euro

Drittmittelgeber

Europäische Union (EU)

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Hintergrund
Die Türkei beherbergt weiterhin über 4,2 Millionen Menschen aus anderen Ländern, darunter rund 3,1 Millionen Geflüchtete und Asylsuchende – vor allem aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und der Ukraine. Die Erdbeben im Februar 2023 haben bestehende Schutzbedarfe, insbesondere in Hatay, Adıyaman und Kahramanmaraş, weiter verschärft. Trotz Fortschritten beim Wiederaufbau bestehen weiterhin hoher Unterstützungsbedarf bei Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften sowie erhebliche humanitäre Schutz-Risiken. Eine gemeinsame Schutzanalyse von Diakonie Katastrophenhilfe und STL zeigt zunehmende Gefährdungen durch wachsende Fremdenfeindlichkeit, eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und wirtschaftliche Instabilität. Die öffentliche Stimmung hat sich deutlich verschärft – 77 % der türkischen Befragten sprechen sich für Grenzschließungen aus. Ereignisse wie die Proteste in Kayseri im Juni 2024 befeuern die Spannungen zusätzlich. Geflüchtete berichten über zunehmende Diskriminierung und erschwerten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und humanitärer Hilfe – insbesondere in überfüllten und baulich unsicheren temporären Unterkünften, wo Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen besonderen Risiken ausgesetzt sind.

Hilfsmaßnahmen
Das Projekt wird von der langjährigen Partnerorganisation Support to Life (STL) gemeinsam mit vier lokalen Partnerorganisationen (Parlak Gelecekler, Gökkuşağı, Olive Branch and Eksi 25) umgesetzt und konzentriert sich auf den Schutz besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen – insbesondere Geflüchteter – in den vom Erdbeben betroffenen Provinzen Adıyaman, Kahramanmaraş und Hatay. Ziel ist es, geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern, psychosoziale und rechtliche Unterstützung bereitzustellen, wirtschaftliche Notlagen zu lindern sowie durch Schutzmonitoring und Interessenvertretung lokal geleitete Schutzsysteme zu stärken. Die Projektaktivitäten umfassen:

Gemeindebasierte Schutzarbeit und Aufklärungsarbeit: Im Rahmen von Informationsveranstaltungen und strukturierten Sitzungen werden Themen wie geschlechtsspezifische Gewalt, rechtlicher Schutz und psychosoziales Wohlbefinden behandelt. Dabei geht es unter anderem um Flüchtlingsrechte, Prävention von Kinderheirat, Formen von Gewalt, häusliche Rollenbilder und Verantwortlichkeiten. Kinder und Jugendliche erhalten gezielte psychosoziale Unterstützung in einem geschützten Raum, der ihnen hilft, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und soziale Kontakte zu Gleichaltrigen zu stärken.

Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung angeboten – mit dem Ziel, die Teilnehmenden bei der (Wieder-)Aufnahme wirtschaftlicher Aktivitäten zu stärken. Das Projekt umfasst außerdem kombinierte Angebote zur psychosozialen Unterstützung und Existenzsicherung. Diese helfen den Teilnehmenden, ihr seelisches Wohlbefinden zu stärken und sich besser auf die Aufnahme oder Ausweitung einer Erwerbstätigkeit vorzubereiten. Im Mittelpunkt stehen dabei grundlegende Fähigkeiten wie Stressbewältigung, Selbstvertrauen, Kommunikation, Teamarbeit und Problemlösung. Rund 30 Freiwillige aus den Gemeinden werden mobilisiert und geschult, um Fachkräfte bei Aufklärungsarbeit, rechtlicher Beratung und psychosozialen Angeboten zu begleiten sowie gefährdete Personen frühzeitig zu identifizieren.

Bereitstellung spezialisierter Schutzdienste: Ein integriertes Fallmanagement begleitet Menschen mit akutem Schutzbedarf. Besonderes Augenmerk gilt Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt, dem Kinderschutz sowie Risiken im Zusammenhang mit Abschiebung oder Zurückweisung. Dazu gehören individuelle psychosoziale und rechtliche Beratung, die Vermittlung an spezialisierte Unterstützungsangebote sowie finanzielle Hilfe für Überlebende geschlechtsspezifischer Gewalt (Cash for Protection).

Wirtschaftliche Unterstützung besonders betroffener Haushalte: 2.805 Menschen (564 Haushalte) erhalten gezielte finanzielle Unterstützung, um ihre wichtigsten Grundbedürfnisse zu decken. Die einmalige Bargeldhilfe wird mit zusätzlicher Unterstützung für die Wintermonate kombiniert. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an nationalen Empfehlungen und soll dazu beitragen, die Widerstandskraft der Haushalte zu stärken, Schutzrisiken zu verringern und zu verhindern, dass Familien aus finanzieller Not zu schädlichen Bewältigungsstrategien greifen.

Monitoring- und Advocacy-Aktivitäten: Ein lokal verankertes Schutzmonitoring wird etabliert, um Risiken systematisch zu erfassen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Berichten dokumentiert und bilden die Grundlage für gemeinsame Advocacy-Maßnahmen mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen und humanitären Partnern. So sollen die Anliegen von Geflüchteten stärker in politische und humanitäre Entscheidungsprozesse einfließen. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Kapazitäten der lokalen Partnerorganisationen, damit Schutzmaßnahmen langfristig zunehmend eigenständig vor Ort umgesetzt werden können.

Insgesamt sollen durch das Projekt rund 19.879 Menschen erreicht werden – davon 17.074 im Rahmen von Schutzmaßnahmen und 2.805 durch Bargeldhilfe.

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