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Schutz und Reintegration konfliktbetroffener Kinder und Jugendlicher

Projeknummer

K-COL-2025-4046

Bezeichnung

Prävention, Wiederherstellung und Reintegration indigener Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener, die vom bewaffneten Gruppenrekrutierung in den Departements Cauca und Valle del Cauca, Kolumbien, betroffen sind

Thema

Flucht und Vertreibung

Träger

Fundación Tierra de Paz

Kontinent

Amerika

Land

Kolumbien

Gesamtlaufzeit

01.11.2025 - 31.03.2027

Budget

531.330,00 Euro

Drittmittelgeber

Sonstige

Hintergrund
In Kolumbien hat sich die Sicherheitslage in den vergangenen Jahren wieder deutlich verschlechtert. Zwar führte die Regierung 2022 Friedensgespräche mit mehreren bewaffneten Gruppen und vereinbarte einen Waffenstillstand. Doch die Gewalt zwischen diesen Gruppen setzte sich fort und nahm weiter zu. 2024 brach der Waffenstillstand schließlich zusammen, und neue Militäroperationen begannen. Besonders betroffen sind die Regionen Cauca und Valle del Cauca. Dort werden Kinder und Jugendliche in alarmierendem Ausmaß von bewaffneten Gruppen rekrutiert. Allein 2024 entfielen fast drei Viertel aller gemeldeten Fälle landesweit auf Cauca. Indigene Gemeinschaften sind besonders stark betroffen. Viele Fälle werden aus Angst vor Vergeltung nicht gemeldet, sodass die tatsächlichen Zahlen vermutlich deutlich höher liegen. Gleichzeitig sind Familien und Gemeinden weiterhin Drohungen und Gewalt ausgesetzt. Der Zugang zu Bildung ist eingeschränkt, und immer mehr Kinder und Jugendliche geraten in den Einfluss illegaler bewaffneter Gruppen.

Hilfsmaßnahmen
Das Projekt zielt darauf ab, Kinder und Jugendliche vor Gewalt und Rekrutierung durch nichtstaatliche bewaffnete Akteure zu schützen. Es wird von Fundación Tierra de Paz umgesetzt und verfolgt drei Hauptziele:

1) Prävention der Rekrutierung:

  • In ländlichen indigenen Schulen werden Workshops angeboten, um Kinder und Jugendliche über Rekrutierungsrisiken aufzuklären, Warnzeichen zu erkennen und Unterstützungsmöglichkeiten durch Gemeinschaft und Institutionen zu erfahren. Während der Projektlaufzeit werden in 20 Schulen jeweils drei Treffen durchgeführt.
  • In Zusammenarbeit mit den Gemeinden werden Bildungsmaßnahmen umgesetzt, um die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu stärken und ein verantwortungsvolles Führungsverhalten zu fördern. Dazu gehören 30 Workshops oder Beratungstreffen für Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern.
  • Über einen Schulkollektiven Initiativenfonds können Schülerinnen eigene Projekte entwickeln, z. B. Schulgärten, Sportplätze, traditionelles Handwerk, Schülerinnenradios oder Frühwarnsysteme. Diese Initiativen fördern Gemeinschaftsorganisation, bieten neue Chancen und dienen als Schutz vor Rekrutierung. Pro Schule werden zwei Initiativen ausgewählt.
  • Advocacy-Maßnahmen machen die Auswirkungen der Rekrutierung in den Gemeinden von Cauca und Valle del Cauca sichtbar.

2) Rückführung rekrutierter Kinder und Jugendlicher:

  • Es werden sichere Räume geschaffen oder angepasst, wie Durchgangsstationen, Unterkünfte, Gemeindezentren oder temporäre Schutzunterkünfte. Diese werden z. B. in den Häusern von Angehörigen der Indigenen Garde („Comuneros“) eingerichtet und ausgestattet mit Matratzen, Decken und Betten.
  • Die Indigene Garde erhält Schulungen, um Rekrutierungsrisiken zu erkennen und Kinder sowie Jugendliche sicher zurückzuführen, einschließlich Transport, Verpflegung und Unterkunft.
  • Das Projekt unterstützt sowohl die Garde als auch Familien bei der Rückholung von Kindern und Jugendlichen.

3) Wiedereingliederung und Schutz:

  • Außerschulische Aktivitäten in indigenen Schulen helfen Schüler*innen und Jugendlichen, die durch den Konflikt oder nach der Befreiung vom bewaffneten Gruppenzwang Bildungslücken haben, aufzuholen und sich von bewaffneten Akteuren fernzuhalten.
  • Fachkräfte aus Sozialarbeit und Psychologie betreuen die Rückkehrer*innen (voraussichtlich 800 Personen) und unterstützen sie bei gesundheitlichen und psychosozialen Bedürfnissen.
  • Familien und Gemeinschaften werden über psychologische Erste Hilfe und gemeinschaftliche Aktivitäten unterstützt. Rund 300 besonders schutzbedürftige Personen erhalten bedarfsorientierte Hilfe über einen „Schutzfonds“ – z. B. für Nahrung, Transport, Kleidung und Unterkunft, sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für ihre Familien oder Betreuer*innen.

Insgesamt werden 10.775 Kinder und Jugendliche durch das Projekt erreicht. Es wird finanziell von BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ unterstützt.

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