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Hilfe für Betroffene von sexualisierter Gewalt

Projeknummer

K-HTI-2025-4039

Bezeichnung

Support for the prevention of gender-based violence and care for vulnerable children and survivors in situations of armed conflict in the Port-au-Prince metropolitan area

Thema

Flucht und Vertreibung

Träger

OVAVA, ORRAH

Kontinent

Amerika

Land

Haiti

Gesamtlaufzeit

01.09.2025 - 31.08.2027

Budget

1.043.851 Euro

Hintergrund:
Haiti befindet sich in einer tiefen und vielschichtigen Krise, die durch politische Instabilität, sozioökonomischen Niedergang und rapide zunehmende Unsicherheit durch gewalttätige Gruppen gekennzeichnet ist. Die staatlichen Strukturen wurden nach dem gewaltsamen Tod des letzten amtierenden Präsidenten im Jahr 2021 weiter massiv geschwächt. Gleichzeitig ist das Bruttoinlandsprodukt in den letzten Jahren stetig gesunken, während Inflation und Arbeitslosigkeit steigen. 
Große Teile der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, und die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern ist stark eingeschränkt, insbesondere in städtischen Krisengebieten. Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert, insbesondere im Großraum Port-au-Prince. Bewaffnete nichtstaatliche Akteure haben in zahlreichen Stadtvierteln die faktische Kontrolle übernommen. Gewalt, Entführungen, Erpressung und sexuelle Übergriffe sind an der Tagesordnung. Der systematische Einsatz von Gewalt durch bewaffnete Gruppen hat zu großflächigen Vertreibungen geführt. 

Hilfsmaßnahmen: 
Das Projekt bietet Schutz und Unterstützung für Überlebende sexualisierter Gewalt und gefährdete Frauen und Kinder in Vertriebenenlagern und von Gewalt betroffenen Stadtteilen von Port-au-Prince. Die ineinandergreifenden Hilfsangebote werden von den Partnerorganisationen Organisation de rapprochement aide humanitaire (ORRAH) und Òganizasyon Fanm Vanyan An Aksyon (OVAVA) umgesetzt. Zu den Projektaktivitäten gehören: 

  • Workshops zu geschlechtsspezifischer Gewalt in Vertriebenenlagern
  • Sensibilisierungsveranstaltungen zur Prävention von sexueller Ausbeutung und Missbrauch
  • Schulungen zu Schutzthemen auf Gemeindeebene für Gemeindevorsteher  
  • Renovierung von drei Gemeindezentren im Stadtteil Cité Soleil durch den Partner OVAVA, die anschließend als Anlaufstelle und Notfallunterkunft für Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt dienen. Die Zentren dienen als Übergangsunterkünfte, in denen Überlebende erste psychologische Hilfe erhalten, schlafen können und Unterstützung erfahren, bevor sie in Notunterkünfte gebracht werden
  • Einrichtung eines Zentrums für psychosoziale Gesundheit im Stadtzentrum von Port-au-Prince durch den Partner ORRAH, das von Gewalt und Traumata betroffenen Menschen ganzheitliche Betreuung bietet
  • Einrichtung eines sogenannten Safe-House für Frauen. Dieses bietet Überlebenden geschlechtsspezifischer Gewalt einen sicheren, vertraulichen und geschützten Ort, an dem sie sich stabilisieren können, notwendige Betreuung erhalten und in Würde wieder zu sich selbst finden können. Frauen und Mädchen erhalten dort Mahlzeiten, medizinische Versorgung und psychosoziale Hilfe und werden zudem mit notwendigen Lebensmitteln, Hygieneartikeln und Kleidung versorgt.
  • Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen in Vertriebenenlagern und Gemeinden, in denen Aktivitäten für Kinder und interaktive Spiele durchgeführt werden. Die Kinder werden außerdem mit Schulmaterial unterstützt. 

Von dem Projekt profitieren insgesamt mehr als 6.700 Personen, darunter knapp 6.200 Mädchen und Frauen. 

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