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Im Kampf gegen sexualisierte Gewalt sind Gemeinden wichtig

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Grace Kanyere Kalamo ist seit zwei Jahren Sozialassistentin im PAP-RDC Projekt zu geschlechtsspezifischer Gewalt in der Gesundheitszone Kayna. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Überlebende von Gewalt dabei zu unterstützen, wieder in ihre Familien und Gemeinschaften zurückzukehren. Welche Rolle dabei Gemeinden einnehmen, erklärt sie hier.

„Als Sozialarbeiterin, die täglich mit den Problemen und Folgen sexueller Gewalt konfrontiert ist, sehe ich, wie diese Gewalt die Zukunft vieler Menschen zerstört – vor allem auf dem Land, wo Frauen und Mädchen permanent Übergriffen ausgesetzt sind“, erläutert Grace. Frauen spielen im Nord-Kivu eine wichtige Rolle für die Familie. Sie sind zuständig für die Erziehung und den Haushalt und bei der Feldarbeit eine wichtige Arbeitskraft, um die Grundbedürfnisse ihrer Familien zu decken. Doch genau dort lauert die Gefahr. Für die Feldarbeit und den Verkauf ihrer Produkte müssen sich Frauen und Mädchen in unsichere Gebiete begeben, die von bewaffneten Gruppen beherrscht werden. Dort sind sie oft schutzlos Angriffen und Vergewaltigungen ausgesetzt.


Mit ihrem Team sorgt Grace dafür, dass Überlebende sexueller Gewalt schnell medizinische Versorgung sowie psychosoziale Unterstützung erhalten. Die an die Gegebenheiten des jeweiligen Falles und individuellen Bedürfnisse angepasste Begleitung durch aktives Zuhören und Gesprächsgruppen ermöglicht es den Betroffenen, sich wieder zu integrieren und Perspektiven zu entwickeln. „In den Gruppentreffen mit den Überlebenden zeigt sich, dass es vielen bereits wieder besser geht und sie auf dem Weg in ein normales Leben sind“, sagt die Sozialarbeiterin. Viele wünschten sich aber auch, Gerechtigkeit durch die Justiz zu erfahren und eine konsequente Strafverfolgung.

Das Wissen und die Einstellungen wandeln sich

Genauso wichtig wie die individuelle Hilfe, sei es zudem die Gemeinden zu mobilisieren und in den Kampf gegen sexualisierte Gewalt einzubinden. Denn wenn die Würde und Rechte der Frauen nicht mehr respektiert würden, schade dies auf lange Sicht der gesamten Gemeinschaft. „Insgesamt lässt sich in unserem Projektgebiet beobachten, dass sich das Wissen, die Einstellungen und Praktiken in Bezug auf sexuelle Gewalt allmählich wandeln“, berichtet Grace. „Diese Verhaltensänderung ist eine der Früchte unserer Kampagnen und der Kommunikationsmechanismen, die das Projekt in der Gemeinde verankert hat.“

 

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