Diakonie Katastrophenhilfe weitet Hilfe aus

Syrien: Menschenleben schützen

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist sieben Jahre nach Kriegsbeginn besorgt über die anhaltende Gewalt in Syrien. „Keine Kriegspartei hält sich hier an die Prinzipien des humanitären Völkerrechts“, bedauert Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Es ist besonders schamlos, wie auch andere Länder ihr Süppchen auf dem Rücken der Bevölkerung kochen, sprich: ihre nationalen und geostrategischen Interessen um jeden menschlichen Preis in Syrien durchzusetzen versuchen“, beklagt sie. „Es muss oberste Priorität haben, zu einem umfassenden Friedensschluss zu kommen. Bis dahin gilt es, Zivilisten zu schützen und die Menschen darin zu unterstützen, in Würde leben zu können.“ Füllkrug-Weitzel kommt gerade von einer mehrtägigen Reise in verschiedene Städte und Regionen Syriens zurück und hat sich vor Ort ein Bild von der Situation und den Hilfsprojekten der Diakonie Katastrophenhilfe gemacht.

„Die Lage in Syrien ist von Landesteil zu Landesteil, ja von Ort zu Ort, sehr unterschiedlich“, berichtet Füllkrug-Weitzel. In Ost-Ghuta, Afrin und anderen Gebieten herrsche weiterhin ein erbarmungsloser Krieg ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung. Der Krieg präge sieben Jahre nach seinem Ausbruch das gesamte Leben - auch in Gebieten, in denen aktuell weniger gekämpft würde. „Die Spuren, die er in den Seelen und Körpern der Menschen, im zerstörten sozialen Zusammenhalt und Vertrauen in ein friedliches Miteinander der Religionen und Kulturen, hinterlassen hat, sind gewaltig. Ebenso, wie die Auswirkungen des Krieges auf die Wirtschaft und Landwirtschaft, die Einkommenslage, die medizinische Versorgung – und natürlich die Wohnsituation.“

Ganze Städte und Landstriche lägen in Trümmern und 6,1 Millionen im eigenen Land Vertriebene könnten noch immer nicht an ihren Heimatort zurück. Den Menschen fehle es dort am Nötigsten, 69 Prozent gelten als extrem arm. „Das Gesundheitssystem liegt am Boden, es fehlt an Untersuchungs- und OP-Kapazitäten, Medikamente sind für die meisten Syrer unerschwinglich geworden. In Syrien sterben Menschen auch ohne direkte Gewalteinwirkung: eine nicht behandelte Krankheit, ein Kaiserschnitt kann in Syrien tödlich sein. Das ist ein weiteres Drama dieses Krieges.“

Zu einem sicheren Leben gehöre auch sicherer Wohnraum, mindestens eine gesicherte Mahlzeit täglich, Zugang zu sauberem Wasser und zu Medikamenten. Dazu brauche es auch Einkommensmöglichkeiten. „Die Menschen haben mir erzählt, dass sie sich nach sieben Jahren Krieg wünschen, ihr Leben in jeder Hinsicht endlich wieder selbst in die Hand zu nehmen. Für die Syrer geht es um Frieden und eine politische Zukunft für alle Bevölkerungsgruppen, aber auch um soziale und wirtschaftliche Sicherheit. Humanitäre Hilfe muss ein Leben in Würde ermöglichen“, sagt Füllkrug-Weitzel, die unter anderem die Stadt Homs besucht hat. Mit ihrem lokalen Partner stellt die Diakonie Katastrophenhilfe in Regionen wo es möglich ist, Wohnungen soweit provisorisch wieder her, dass die Familien, die in Syrien als Vertriebene in Slums oder Zeltunterkünften leben müssen, dort erst mal wieder ein Dach über dem Kopf haben. Sie gibt Ausbildung und Startup-Hilfen für kleine Gewerbe, damit Syrerinnen und Syrer wieder ein eigenes Einkommen verdienen können. Dabei hat das evangelische Hilfswerk vor allem die 6,1 Millionen Menschen im Blick, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind.

Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe: „In Syrien sind über 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Davon leben fast 3,5 Millionen in belagerten oder schwer zugänglichen Gebieten, die wir bisher leider nur eingeschränkt mit unserer Hilfe erreichen können.“

Hinweis für Redaktionen:

Cornelia Füllkrug-Weitzel und Martin Keßler waren kürzlich in Syrien und stehen für Interviews zur Verfügung. Für aktuelles Bildmaterial aus Syrien oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle. Persönliche Reiseeindrücke von Cornelia Füllkrug-Weitzel finden Sie hier.


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