Diakonie Katastrophenhilfe legt Jahresbericht vor

Ebola und Cholera in Kriegsgebieten auf dem Vormarsch

Die Diakonie Katastrophenhilfe weist auf den dramatischen Zusammenhang von Krankheiten wie Ebola oder Cholera, Krieg und Hunger hin. „Menschen, die schon vorher nicht genügend zu essen haben, sind geschwächt und dadurch sehr viel anfälliger für Krankheiten“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, bei der Vorstellung des aktuellen Jahresberichts in Berlin. „Sie können sich dann rasend schnell und Epidemie-artig in Katastrophengebieten verbreiten.“ Besonders dramatisch ist die Situation in Kriegsgebieten: „Ausbruch und Verbreitung von Infektionskrankheiten fallen dort nicht vom Himmel, sondern stehen im direkten Zusammenhang mit Gewaltausübung“, so Füllkrug-Weitzel. Die Konflikte im Jemen und der Demokratischen Republik Kongo sind hierfür aktuelle Beispiele.

Im Jemen leiden mehr als 20 Millionen Menschen Hunger und 18 Millionen haben keinen sicheren Zugang zu Trinkwasser oder sanitären Einrichtungen. Seit Beginn des Krieges 2015 sind mehr als 3.000 Menschen an Cholera gestorben und allein im ersten Halbjahr 2019 wurden fast eine halbe Million Verdachtsfälle gemeldet. Der Krieg geht währenddessen unvermindert weiter und erschwert die Hilfe. „Solange Bombardierungen an der Tagesordnung sind, haben humanitäre Hilfsorganisationen große Probleme, die Menschen zu erreichen“, sagt Füllkrug-Weitzel. Die Diakonie Katastrophenhilfe arbeitet im Jemen wie weltweit mit lokalen Partnern zusammen und hat zu deren Unterstützung vor wenigen Wochen ein eigenes Büro in Aden eröffnet. Sie wird in den kommenden Jahren einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit auf den Jemen legen. „Wir wollen dem immensen Bedarf an Ernährungshilfe und der Prävention von lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten gerecht werden“, so Füllkrug-Weitzel.

Mit Blick auf Deutschland ergänzt Füllkrug-Weitzel: „Wir fordern die Bundesregierung auf, sich konsequent für Frieden und humanitäre Hilfe einzusetzen.“ Es sei zwar begrüßenswert, dass Deutschland dieses Jahr 120 Millionen Euro an die Vereinten Nationen für Hilfe im Jemen bereitstellen will. „Aber die Kombination mit Rüstungsexportgenehmigungen an Kriegsakteure erstickt die Freude über die Hilfsbereitschaft der deutschen Regierung, weil sie einen großen Zynismus offenbart: mehr humanitäre Hilfe zur Kompensation für mehr Beihilfe zum Töten“, so Füllkrug-Weitzel. Die Bundesregierung hatte angekündigt, keine Rüstungsgüter an Konfliktparteien des Jemen-Kriegs mehr auszuliefern, jedoch wieder Exportgenehmigungen an die Arabische Liga, Kriegskoalition im Jemen, erteilt.

Das Zusammenwirken von Krieg, Hunger und Krankheit ist auch in der Demokratischen Republik Kongo zu beobachten, wo Ebola seit dem Ausbruch vor einem Jahr noch nicht unter Kontrolle ist. Es ist der erste Ausbruch überhaupt in einem Konfliktgebiet. „Angriffe verschiedener Milizen zwingen die Menschen immer wieder zur Flucht und erschweren, dass unter den vertriebenen Menschen neue Infizierte gefunden und behandelt werden können. Dadurch beschleunigt sich die Ausbreitung von Ebola“, sagt Guido Krauss, Leiter des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo. Aufgrund von Krieg und Vertreibungen gilt die Region im Osten des Landes schon seit Jahrzehnten als instabil. Vielerorts leidet die Bevölkerung an Hunger und Armut. Das evangelische Hilfswerk ist seit vielen Jahren in der Region aktiv und hat die Hilfe nach dem Ebola-Ausbruch sofort ausgeweitet. „Neben besserer Hygiene ist Aufklärung das Wichtigste. Wir gehen mit unseren Partnern daher gezielt an Schulen oder in Busse, damit die Menschen erfahren, wie sie sich vor dem tödlichen Virus schützen können“, so Krauss.

Diakonie Katastrophenhilfe Bilanz 2018

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat im vergangenen Jahr in 41 Ländern Hilfe geleistet und dafür etwa 37 Millionen Euro bereitgestellt. Die meisten Mittel sind nach Syrien und die Nachbarstaaten geflossen. Daneben waren der Südsudan und die DR Kongo die Länder mit den größten Projektausgaben. Die Spendeneinnahmen der Diakonie Katastrophenhilfe waren im Jahr 2018 mit 23,6 Millionen Euro 13 Prozent geringer als 2017 (27 Millionen). 2017 war wegen der anhaltenden Hungerkrise in Ostafrika ein Jahr mit besonders hohem Spendenaufkommen. Die Einnahmen aus öffentlichen Zuwendungen von der Bundesregierung, der Europäischen Union und den Vereinten Nationen sind mit rund 17 Millionen Euro fast auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Die Gesamteinnahmen lagen mit 47,8 Millionen Euro 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau (54,9 Millionen Euro).

Hinweise für Redaktionen:
Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe und Guido Krauss, Leiter des Büros der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo, stehen für Interviews und O-Töne zur Verfügung. Anfragen unter 0174-1810175 (Thomas Beckmann, Pressesprecher)

Den Jahresbericht und eine digitale Pressemappe (mit dem Statement von Cornelia Füllkrug-Weitzel) sowie druckfähiges Bildmaterial finden Sie hier.

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