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Im August 2017 kam es zu einem erneuten Gewaltausbruch gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar. Seither sind circa 680.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen. Mehr als die Hälfte davon sind Kinder, so wie der vierjährige Shafiul. Foto: Emtiaz Dulu 

Eine der neuen Latrinen, die die Diakonie Katastrophenhilfe mit verschiedenen Partnern seit Januar 2018 gebaut hat. Rofiqa Begum wäscht ihrem Kind die Hände - die hygienischen Zustände im Camp sind nicht annähernd ausreichend. Foto: Emtiaz Dulu 

Vor dem Bau der neuen Latrinen bestanden die Toiletten nur aus Planen. Neben Latrinen hat errichtet die Diakonie Katastrophenhilfe auch eine Entsorgunganlage für den Fäkalschlamm. Foto: Emtiaz Dulu 

In den Lagern herrschen schlimme Zustände. Die Menschen benötigen dringend Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Diese Familie musste vor der Gewalt nach Bangladesch fliehen. Viele der Flüchtlinge sind verwundet.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Vor allem Frauen und Kinder nehmen den Weg auf sich, um der Gewalt zu entkommen. Foto: Sytske Claassen 

Mehr als die Hälfte aller Vertriebenen sind Kinder. Foto: Probal Rashid 

Shalom (60) war unter den ersten, die den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben. Durch die Militäroffensive verlor er seinen ältesten Sohn. Foto: Sytske Claassen 

Mitarbeiterin Sytske Claassen im Gespräch mit Hafazar (59), die auf der Flucht viel Schlimmes erlebt hat. Sie ist sich sicher: "Zurückgehen wäre dumm." Foto: Sytske Claassen 

Täglich kommen neue Flüchtlinge dazu. Das Flüchtlingslager wächst stetig. Foto: Sytske Claassen 

Flucht nach Bangladesch

Not und Leid der Rohingya-Flüchtlinge

Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya werden in Myanmar seit vielen Jahren systematisch verfolgt und diskriminiert. Ende August 2017 eskalierte der Konflikt, innerhalb eines Monats sind knapp 680.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Ganze Dörfer wurden abgebrannt, Frauen vergewaltigt, Kinder ermordet. Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet Nothilfe im mittlerweile größten Flüchtlingscamp der Welt.

Schon vor August 2017 lebten mehr als 100.000 Menschen der staatenlosen Minderheit Rohingya im Flüchtlingscamp Kutupalong im District Cox's Bazar. Dann kamen nach tagelangen riskanten Fußmärschen und Fahrten über das Meer mehrheitlich Frauen und Kinder völlig erschöpft an der Grenze an, traumatisiert von gewalttätigen Angriffen durch die Armee. Das Camp, bestehend aus notdürftigen Zelten, welche aus Planen und Bambusmatten gebaut wurden, wuchs innerhalb weniger Monate zu einem riesigen Flüchtlingslager mit mehr als 600.000 Menschen an.

Katastrophale Lebensbedingungen in Flüchtlingscamps

Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser sowie die hygienischen Zustände sind schlecht, tausende an steilen Hügeln errichtete Zelte werden nur durch Sandsäcke vor dem Abrutschen bewahrt. Besonders die Hygienesituation der Menschen gibt Anlass zur Sorge: Zwar wurden Brunnen gebohrt, doch das Trinkwasser ist größtenteils verseucht. Vor allem die ausreichende Versorgung mit Toiletten ist ein Problem. Die Anzahl an Latrinen reicht für eine Trennung der Geschlechter nicht aus, Frauen trauen sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr, den oftmals weiten Weg zur Latrine zu gehen. Zudem wurden viele der Latrinen in der Eile viel  zu nah an Wasserstellen gebaut. Sie müssen abgerissen und an sicheren Standorten erneuert werden. Die Gefahr des Ausbruchs von Cholera und anderer lebensbedrohlicher Infektionskrankheiten ist nach wie vor hoch. 

Seit Jahresbeginn haben die UN und internationale Hilfsorganisationen deshalb unermüdlich an einer Verbesserung der Versorgung der Flüchtlinge und der hygienischen Zustände gearbeitet. Mangelnde Einkommensmöglichkeiten machen die Rohingya völlig abhängig von humanitärer Hilfe. Um die Gefahren durch die Monsunregenfälle zu mildern wurden Versorgungsstraßen planiert, Tausende in höher gelegene Gebiete umgesiedelt, Impfkampagnen durchgeführt, Latrinen gebaut, Brunnen gebohrt oder Treppen mit Ziegelsteinen befestigt. Zum Schutz vor dem Monsun wurden Sandsäcke und verstärkte Plastikplanen verteilt.

Hilfe durch Latrinen und Lampen

Ein Fokus der Hilfe liegt auf den Verbesserungen der Wasser- und Hygieneversorgung. Der Bedarf ist immens und zu den größten Herausforderungen vor Ort gehört das Wasser- und Abwassermanagement. Latrinen müssen zugänglich bleiben, um die Abwassertanks zu entleeren und den Fäkalschlamm zu entsorgen. Das Risiko der öffentlichen Gesundheit ist immer noch hoch.

Seit Januar 2018 hat die Diakonie Katastrophenhilfe mit verschiedenen Partnern zahlreiche Latrinen gebaut. Doch mit den sanitären Einrichtungen alleine ist es nicht getan: In den Camps gibt es keinen Strom und keine beleuchteten Wege. Frauen und Mädchen trauten sich im Dunkeln nicht mehr, die Latrinen aufzusuchen. Daher wurden zusätzlich Solarlampen installiert, die den Zugang zu den Toiletten ausleuchten.

Zusammen mit der Partnerorganisation Nabolok werden im laufenden Projekt 20 weitere Latrinen gebaut, wovon 80 Rohingya-Familien profitieren. Außerdem wird eine Entsorgungsanlage für Fäkalschlamm errichtet, damit die Abwassertanks der Latrinen regelmäßig geleert werden können. Um die Hygienesituation für Frauen zu verbessern werden zudem 15 Waschräume errichtet. Die sanitäre Versorgung der einheimischen Bevölkerung ist ebenfalls schlecht. Damit es nicht zu Konflikten zwischen den Bevölkerungsgruppen kommt, wird auch die Hygiene in den Gastgemeinden verbessert: Neben zehn Latrinen wird ebenfalls eine Entsorgungsanlage für Fäkalschlamm gebaut.

Sauberes Trinkwasser für 15.000 Menschen

Zusammen mit der Partnerorganisation Nabolok baut die Diakonie Katastrophenhilfe im Bezirk Teknaf Upazila, im Süden von Cox´s Bazar, eine Trinkwasseraufbereitungsanlage. Ohne Wasser kein Leben – das wissen die Menschen in Teknaf nur zu gut.

Da auch ein Teil der Rohingya-Flüchtlinge in der Region siedelt, wird die Versorgungslage zusehends schlechter: Immer mehr Menschen müssen mit immer weniger Wasser auskommen. Die Böden in der Region sind schon lange durch Erosion und Versalzung ausgelaugt, was die Landwirtschaft erschwert. Brunnen müssten sehr tief gebohrt werden, doch unterhalb von 30 Metern besteht das Erdreich nur aus Felsgestein. Doch um dies zu durchbrechen gibt es im bitterarmen Bangladesch keine notwendigen Maschinen und Geräte.

“Die Wasserversorgung in der Region nachhaltig zu sichern ist eine große Herausforderung” sagt Tommy Bouchiba, Nothilfekoordinator der Diakonie Katastrophenhilfe. Er begleitet die Projekte in Bangladesch und ist regelmäßig vor Ort. “Jetzt haben wir eine Lösung gefunden, von der die Bevölkerung lange profitieren soll”.

Im Gegensatz zu anderen Aufbereitungsanlagen wird eine vollautomatische Anlage errichtet, die nicht nur Wasser zu Trinkwasserqualität aufbereit, sondern auch gleich in 20 Liter-Behälter abfüllt. Auf einem Pachtgrundstück werden insgesamt 4 Wasserbasins gebaut, Ende November soll der erste Teil der Anlage in Betrieb gehen. Das Wasser dafür kommt aus dem Fluss Naf, der ganzjährig Salzwasser führt. Er bildet die Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar.

Nach der Aufbereitung wird das Wasser automatisch in die Behälter abgefüllt und mit einem Plastikver-schluss versiegelt – somit können weder Schmutz noch Keime eindringen, bevor es zu den Begünstigten gelangt. Außerdem werden die wiederverwendbaren Behälter von der Anlage maschinell desinfiziert, bevor sie erneut befüllt werden. Die Anlage schafft pro Tag 2.000 Großflaschen à 20 Liter, also 40.000 Liter pro Tag. Damit können täglich rund 530 Familien mit Trinkwasser versorgt werden.

In den kommenden Monaten wird die Anlage um weitere Produktionseinheiten erweitert, so dass im Frühling 2019 die maximale Leistung von 200.000 Litern Trinkwasser pro Tag erreicht wird.

So hilft Ihre Spende

  • Mit 20 Euro können zehn einfache Handwaschstellen errichtet werden. Sie bestehen aus einem Wasserbehälter mit einem Wasserhahn.
  • Für 36 Euro können 1.000 Liter Trinkwasser aufbereitet und in Flaschen abgefüllt werden. Das entspricht dem Wasserbedarf von etwa 65 Menschen pro Tag zum Trinken, Kochen und Waschen.
  • Die Installation eines Waschraumes für 100 Familien kostet 400 Euro.
  • Der Bau einer Latrine mit fünf Toiletten und zugehörigem Abwassertank kostet 1.000 Euro.
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Mit 20 Euro können zehn einfache Handwaschstellen errichtet werden. Sie bestehen aus einem Wasserbehälter mit einem Wasserhahn.

Für 36 Euro können 1.000 Liter Trinkwasser aufbereitet und in Flaschen abgefüllt werden. Das entspricht dem Wasserbedarf von etwa 65 Menschen pro Tag zum Trinken, Kochen und Waschen.

Die Installation eines Waschraumes für 100 Familien kostet 400 Euro.

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