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Im August 2017 kam es zu einem erneuten Gewaltausbruch gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar. Seither sind knapp 650.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen. Mehr als die Hälfte davon sind Kinder. Foto: Probal Rashid 

Die Rohingya werden im überwiegend buddhistischen Myanmar nicht als Minderheit anerkannt. Sie haben keine Bürgerrechte und werden seit Jahren verfolgt und diskriminiert.  Foto: Probal Rashid 

Wenn die Menschen in Bangladesch ankommen, haben sie eine lange, beschwerliche und riskante Reise hinter sich.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Die meisten stranden in Vertriebenenlagern unweit der Grenze. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

In den Lagern herrschen schlimme Zustände. Die Menschen benötigen dringend Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Diese Familie musste vor der Gewalt nach Bangladesch fliehen. Viele der Flüchtlinge sind verwundet.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Vor allem Frauen und Kinder nehmen den Weg auf sich, um der Gewalt zu entkommen. Foto: Sytske Claassen 

Mehr als die Hälfte aller Vertriebenen sind Kinder. Foto: Probal Rashid 

Shalom (60) war unter den ersten, die den beschwerlichen Weg auf sich genommen haben. Durch die Militäroffensive verlor er seinen ältesten Sohn. Foto: Sytske Claassen 

Mitarbeiterin Sytske Claassen im Gespräch mit Hafazar (59), die auf der Flucht viel Schlimmes erlebt hat. Sie ist sich sicher: "Zurückgehen wäre dumm." Foto: Sytske Claassen 

Täglich kommen neue Flüchtlinge dazu. Das Flüchtlingslager wächst stetig. Foto: Sytske Claassen 

Flucht nach Bangladesch

Not und Leid der Rohingya-Flüchtlinge

Die Welle der Gewalt nimmt kein Ende. Angehörige der muslimischen Minderheit Rohingya werden in Myanmar seit vielen Jahren systematisch verfolgt und diskriminiert. Ende August 2017 eskalierte der Konflikt, innerhalb eines Monats sind knapp 650.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Ganze Dörfer wurden abgebrannt, Frauen vergewaltigt, Kinder ermordet. Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet Nothilfe.

Nach tagelangen riskanten Fußmärschen und Fahrten über das Meer kommen mehrheitlich Frauen und Kinder völlig erschöpft an der Grenze an, traumatisiert von gewalttätigen Angriffen durch die Armee. Manche mussten mitansehen, wie ihre Verwandten vergewaltigt oder getötet wurden. Viele der Geflüchteten tragen ihre Kinder und alte oder verletzte Angehörige durch unwegsames Gelände. Sie berichten auch von Angriffen während der Flucht, Schüssen, Vergewaltigungen, Landminen und Bränden. Das Ausmaß der Katastrophe ist kaum in Worte zu fassen – Menschenrechtlerinnen sprechen von „ethnischen Säuberungen“.

Katastrophale Lebensbedingungen in Flüchtlingscamps

Doch jenseits der Grenze sind die Lebensbedingungen für die Geflüchteten katastrophal. Die Camps im bitterarmen Bangladesch sind hoffnungslos überfüllt, die Menschen schlafen ohne Schutz auf dem Boden. Es fehlt an Trinkwasser, Nahrung, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsversorgung.

Das Flüchtlingscamp Kutupalong im Distrikt Cox’s Bazar ist inzwischen zu einem riesigen Lager angewachsen und das größte Flüchtlingscamp weltweit. 585.000 der insgesamt 688.000 geflüchteten Rohingya leben dort. Für mehr als 100 Personen steht nur eine Toilette zur Verfügung. Durch die schlechten hygienischen Bedingungen ist die Gefahr des Ausbruchs von Cholera und anderen lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten besonders hoch. Zwar wurden Brunnen gebohrt, doch das Trinkwasser ist größtenteils verseucht. Die wenigen Latrinen sind viel zu nah an Wasserstellen gebaut. Dazu kommt, dass gut zehn Prozent aller Flüchtlinge schwangere oder stillende Frauen sind.

Hinzu kommt, dass es keine Beleuchtung gibt. Im Dunkeln trauen sich Frauen und Mädchen nicht allein zur meist weit entfernten Toilette und verrichten ihre Notdurft aus Sicherheitsgründen in der Nähe des Zeltes. Wie dringend die Menschen Hilfe brauchen zeigt sich auch an der steigenden Anzahl von Diphterie-Fällen.

„Unterkünfte werden einfach wegrutschen“

Eine der 585.000 dort lebenden Rohingya ist die 26-jährige Senvara. Ihr Mann ist krank, sie versorgt ihre vier Kinder allein. Als es an einem Tag im Januar besonders stark regnete, rutsche ihr Zelt einfach den Hang hinunter.  „Bei Senvara und ihrer Familie habe ich gesehen, was in der kommenden Monsunzeit mit den Camps passieren wird. Und bei Senvara hat es gerade mal einen einzigen Tag geregnet“, berichtet Tommy Bouchiba, Experte für Katastrophenvorsorge der Diakonie Katastrophenhilfe. „Viele Teile der Camps werden bei Einsetzen der Regenzeit nicht mehr erreichbar sein, weil die steilen Aufgänge an den Hängen keinen Halt mehr bieten werden.“

Doch die Behörden in Bangladesch erlauben nur unbefestigte Unterkünfte für Flüchtlinge. „Die Zelte sind alle nur aus Bambuspfählen und Planen errichtet, die Straßen und Wege in den Camps sind kaum befestigt.“

Die Wasserstelle, die die Familie nutzt, versorgt insgesamt 60 Familien. Es ist nur ein einfacher Flachbrunnen. Gerade werden auch zwei neue Latrinen nahe Senvaras Platz errichtet. Für sieben Familien wird es zwei Toiletten geben. Immerhin. Was die Familie aber am dringendsten benötigt ist Benzin zum Kochen.

 

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet mit der langjährigen Partnerorganisation Christian Comission for Development in Bangladesh (CCDB)  Nothilfe für Rohingya-Flüchtlinge. Besonders im Fokus ist die Verbesserung der miserablen hygienischen Bedingungen. In Ukhia Upazilla, einem Unterbezirk des Districts Cox’s Bazar, werden 80 Latrinen gebaut. Jede Latrine besteht aus fünf Toiletten und einem Abwassertank, der regelmäßig entleert werden kann. So werden die hygienischen Bedingungen für mehr als 1.600 Familien deutlich verbessert.

Um den Menschen das Leben in den notdürftigen Unterkünften zu erleichtern werden zudem 700 Familien mit notwendigen Alltagsgegenständen ausgestattet. Neben Decken, Solarlampen und Babykleidung werden die Geflüchteten auch mit Brennstoff versorgt, um überhaupt warme Mahlzeiten zubereiten zu können. Mehr als 17.000 Kinder sind stark unterernährt, allein im Flüchtlingscamp Kutupalong ist jedes vierte Kind mangelernährt.

„Wir planen unsere Hilfe weiter auszuweiten“, sagt Tommy Bouchiba. „Aber die logistischen Herausforderungen angesichts des kommenden Monsuns sind groß. Wir wollen den Menschen ja den bestmöglichen Schutz bieten“.


Die Diakonie Katastrophenhilfe setzt sich bereits seit 2015 für eine Verbesserung der Lebensumstände der staatenlosen Rohingya in Rakhine ein.

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  • 24 Euro reichen aus, um sechs Familien mit Brennstoff zum Kochen auszustatten.
  • Mit 50 Euro kann eine Familie mit Decken und Babykleidung versorgt werden.
  • 90 Euro versorgen fünf Familien mit Solarlampen.
  • Der Bau einer Latrine mit fünf Toiletten und zugehörigem Abwassertank kostet 1.000 Euro.
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24 Euro versorgen sechs Familien mit Brennstoff zum Kochen.

Mit 50 Euro kann eine Familie mit Decken und Babykleidung ausgestattet werden.

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Telefon: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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