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Im August 2017 kam es zu einem erneuten Gewaltausbruch gegen die muslimische Minderheit der Rohingya in Myanmar. Seither sind mehr als 500.000 Rohingya nach Bangladesch geflohen.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Wenn die Menschen in Bangladesch ankommen, haben sie eine lange, beschwerliche und riskante Reise hinter sich.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Die meisten stranden in Vertriebenenlagern unweit der Grenze. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

In den Lagern herrschen schlimme Zustände. Die Menschen benötigen dringend Nahrung, Wasser, Schutz und medizinische Versorgung.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Diese Familie musste vor der Gewalt nach Bangladesch fliehen. Viele der Flüchtlinge sind verwundet.  Foto: ICCO/ ACT Alliance 

Im Süden des Bundesstaats Rhakine helfen die Diakonie Katastrophenhilfe und der LWF bereits seit 2015 vertriebenen Rohingya.  Foto: Bouchiba/Diakonie Katastrophenhilfe 

Viele der temporären Unterkünfte sind nicht mehr bewohnbar und das Bildungsangebot für Kinder ist völlig unzureichend. Foto: Bouchiba/Diakonie Katastrophenhilfe 

So sehen die alten Behausungen aus, in denen die Vertriebenen leben müssen. Die Diakonie Katastrophenhilfe und der LWF setzen sie wieder instand. Foto: Bouchiba/Diakonie Katastrophenhilfe 

Wir bauen im Rahmen des Projekts auch neue Unterkünfte, sogenannte Langhäuser. Foto: Bouchiba/Diakonie Katastrophenhilfe 

Damit die Kinder lernen können, errichten wir temporäre Schulen und statten sie mit Lernmaterialien aus. Foto: Bouchiba/Diakonie Katastrophenhilfe 

Myanmar

Perspektiven in schwieriger Lage schaffen

Myanmar gehört zu den Ländern mit dem höchsten Katastrophenrisiko in Südostasien. Immer wieder wird das Land von Zyklonen, Überschwemmungen, Erdrutschen, Dürren Erdbeben und Waldbränden heimgesucht. Hinzu kommen menschengemachte Katastrophen: Gewalttätige Konflikte zwischen verschiedenen Volksgruppen erschüttern das Land immer wieder. Seit 2012 wurden mehrere Hunderttausend Angehörige der ethnischen Minderheit „Rohingya“ in Myanmar Opfer von Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Vertreibung.

Allein im Bundesstaat Rakhine leben aktuell etwa 120.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya in Vertriebenencamps und anderen, ihnen zugewiesenen Gebieten. Ihre Lebensumstände sind erbärmlich, der Bedarf an Humanitärer Hilfe immens.

Ungewisse Zukunft der Rohingya

Die Rohingya sind eine staatenlose muslimische Minderheit, die seit Jahrzehnten unter Diskriminierung und extremer Armut leidet. Angehörige der Volksgruppe werden an der Ausübung ihrer Grundrechte gehindert und können sich nur eingeschränkt im Land bewegen. Sie erhalten keinen freien Zugang zu Märkten, Banken, Gesundheitseinrichtungen und dürfen keine staatlichen Schulen besuchen. Ein Großteil der Vertriebenen muss daher auch noch Jahre nach der Vertreibung in den Vertriebenencamps verbleiben und  ist vollkommen abhängig von der Unterstützung durch Hilfsorganisationen. Da die ethnischen Spannungen weiter fortbestehen, schauen die Rohingya in eine ungewisse Zukunft.

Hilfsbedarf in den Vertriebenenlagern ist enorm

Die Lebensumstände in den Camps und Wohngebieten der Vertriebenen sind äußerst schwierig: Die Hilfsgüter, die dort verteilt werden, reichen nicht aus. Zudem sind viele temporäre Unterkünfte nicht mehr bewohnbar und die Bildungsangebote für Kinder völlig unzureichend. Da es kaum Möglichkeiten gibt, eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden, kommt es zu Spannungen, gerade unter den jüngeren Bewohnern unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen.

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Bereits seit 2015 setzt sich die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund (LWF) im Süden des Bundesstaats Rhakine für die Verbesserung der Lebensumstände der vertriebenen Rohingya ein. Ziel ist es, ein friedliche Zusammenleben der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zu fördern.. 

Im Rahmen des bestehenden Projekts baut die Diakonie Katastrophenhilfe neue Unterkünfte für Binnenvertriebene, sogenannte Langhäuser, und setzt bereits bestehende Häuser instand. Darüber hinaus errichten wir Latrinen, verbessern den Zugang zu sauberem Trinkwasser und führen Hygiene-Schulungen durch. Um das Bildungsangebot in Lagern und Aufnahmegemeinden zu verbessern, werden temporäre Schulen gebaut und Lernmaterialien bereitgestellt. Zudem bilden wir mit unseren Partnern Lehrer aus und fördern Aktivitäten zur Katastrophenvorsorge.

Durch die Verteilung von Saatgut und Dünger und die Durchführung berufsbildender Trainings erhalten die Menschen langfristige Perspektiven. Ziel unserer Hilfe ist es, die Abhängigkeit der Betroffenen von Hilfsleistungen langfristig zu mindern, und sie so widerstandsfähiger gegenüber Katastrophen zu machen.

Erneut eskalierende Gewalt in Rhakine

Ende August 2017 ist in Rakhine eine neue Welle der Gewalt ausgebrochen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden mindestens 450 Häuser der Rohingya im Norden des Bundesstaates in Brand gesteckt. Auslöser der Gewalt war ein Angriff von Rohingya-Rebellen auf einen staatlichen Wachposten, der zu einem Gegenangriff der Armee mit mehr als 400 Toten führte.

Seitdem sind über 500.000 Rohingya über die Grenze nach Bangladesch geflohen. Sie haben tagelange Fußmärsche oder riskante Überfahrten über das Meer auf sich genommen. Viele Flüchtlinge erreichen die Gemeinden hinter der Grenze verletzt: Sie berichten von Angriffen während der Flucht, von Schüssen, Bränden, Landminen und Vergewaltigungen. Die meisten Flüchtlinge sind Frauen, darunter auch Mütter mit Neugeborenen, die völlig erschöpft in den Lagern Schutz suchen. Viele schlafen nach ihrer Ankunft unter freiem Himmel oder in notdürftig errichteten Zelten. Sie haben weder Nahrungsmittel noch Trinkwasser.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist mit den Partnern des weltweiten kirchlichen Netzwerks ACT Alliance in Bangladesch aktiv. Die zusätzlichen Hilfsmaßnamen für die vertriebenen Rohingya laufen an: Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen verteilen wir dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel sowie Zelte, Decken und Planen, damit sich die Menschen besser vor der Witterung schützen können.     

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