Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e.V. (EWDE) wurde 2012 in Berlin gegründet und fusionierte die beiden Vorgängerorganisationen Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland und Evangelischer Entwicklungsdienst. International arbeitet das EWDE mit seinen Hilfswerken Diakonie Katastrophenhilfe (DKH) und Brot für die Welt. Die DKH[1] leistet weltweit humanitäre Hilfe.
Das Hochwasser 2024 und seine Schäden
Die Hochwasserkatastrophe in Bayern und Baden-Württemberg im Jahr 2024 gehörte zu den schwersten Naturereignissen der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. Ausgelöst wurde sie durch ein Tiefdruckgebiet, das ab Ende Mai 2024 enorme Regenmengen nach Süddeutschland brachte. Innerhalb weniger Tage fielen vielerorts zwischen 100 und 200 Millimeter Niederschlag, örtlich sogar bis zu 300 Millimeter. Der Deutsche Wetterdienst stufte diese Regenmengen als Jahrhundertereignis ein.
Besonders betroffen waren zahlreiche Regionen in Bayern und Baden-Württemberg. Flüsse und Bäche traten über die Ufer, Deiche wurden beschädigt und ganze Ortschaften standen unter Wasser. In Bayern riefen mindestens 15 Landkreise sowie die Städte Passau, Regensburg und Straubing den Katastrophenfall aus. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden mit Booten oder Hubschraubern in Sicherheit gebracht. Auch in Baden-Württemberg kam es zu schweren Überschwemmungen, vor allem in Oberschwaben sowie im Rems-Murr-Kreis. Dort verursachten plötzlich auftretende Flutwellen erhebliche Schäden an Wohnhäusern, Straßen und der Eisenbahninfrastruktur.
Die Katastrophe forderte sechs Todesopfer und führte zu erheblichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken mussten gesperrt werden, die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Hilfsorganisationen waren tagelang im Dauereinsatz. Der entstandene Sachschaden wird auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.
Das Hilfsprogramm der Diakonie Katastrophenhilfe
Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützte die Betroffenen des Hochwassers 2024 in Bayern und Baden-Württemberg auf verschiedene Weise. Im Mittelpunkt stand dabei eine schnelle und unbürokratische Hilfe für Menschen, die durch die Überschwemmungen in existenzielle Not geraten waren.
Bereits in den ersten Tagen nach der Katastrophe wurden Bautrockner zur Verfügung gestellt, damit überflutete Häuser nach dem Abpumpen des Wassers möglichst schnell getrocknet werden konnten. Diese Geräte halfen dabei, Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung zu verhindern.
Außerdem sammelte die Diakonie Katastrophenhilfe Spenden und zahlte daraus Soforthilfen an Betroffene aus. Die finanzielle Unterstützung sollte die dringendsten Ausgaben decken, etwa für Lebensmittel, Trinkwasser, Medikamente oder dringend benötigte Haushaltsgegenstände. Besonders schwer betroffene Familien konnten zusätzlich Härtefallhilfen erhalten.
Insgesamt trug die Diakonie Katastrophenhilfe dazu bei, die unmittelbare Not von über 1.000 vom Hochwasser betroffenen Haushalten zu lindern und ihnen beim Wiederaufbau ihres Alltags neue Hoffnung und Perspektiven zu geben.
Operative Struktur
Die programmatische Aufstellung der DKH-Hochwasserhilfe basiert auf den Erfahrungen vergangener Hochwasserkatastrophen in Deutschland und dem in deren Folgen entstandenen „Leitfaden Katastrophenhilfe“[2]. Dieser definiert die Zusammenarbeit der DKH und der diakonischen Landesverbände (LV) und empfiehlt mögliche inhaltliche Tätigkeitschwerpunkte. Der LV Bayern hat zusätzlich einen eigenen Leitfaden Katastrophenhilfe.
Vertragspartner der DKH waren der LV Bayern und der LV Württemberg mit Sitz in Nürnberg bzw. Stuttgart. Diese kooperierten wiederum mit (LV Württemberg) einer Diakonischen Bezirksstelle und einem Kreisdiakonieverband bzw. (LV Bayern) verschiedenen Zentren der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA), welche die Implementierung der Aktivitäten vor Ort durchführten. In Bayern war insbesondere in der Anfangsphase die evangelische Landeskirche stark involviert. Das Programm wurde durch den DKH-Fluthilfekoordinator von Düsseldorf aus unterstützt.
Das Programm umfasste insgesamt sieben Einzelprojekte (1. Verteilung von Sachspenden, 2. Soforthilfe und 3. Härtefallhilfen in beiden Verbandsgebieten sowie erweiterte Härtefallhilfen und ein Resilienzstärkungs-Projekt in Württemberg, welches nicht Teil der Evaluierung ist) mit einem Gesamtvolumen von ca. 1,5 Mio. Euro. Bei den von der DKH zur Verfügung gestellten Mitteln handelt es sich ausschließlich um Spendenmittel.
[1] Home - Diakonie Katastrophenhilfe (diakonie-katastrophenhilfe.de)
[2] Siehe https://www.diakonie-rwl.de/sites/default/files/2025-05/leitfaden-katastrophenhilfe-final.pdf