K-UKR-2026-9004
Integrated full-cycle assistance for vulnerable IDPs in Ukraine
Flucht, Vertreibung, Konflikt
Diakonie Katastrophenhilfe
Europa
01.07.2026 – 30.06.2028
1.350.000,00 Euro
Hintergrund
Die Ukraine befindet sich weiterhin in einer anhaltenden humanitären Krise, die das Land seit 2022 stark belastet. Wiederkehrende Schäden an ziviler und Versorgungsinfrastruktur, anhaltende Unsicherheit sowie großflächige Vertreibungen beeinträchtigen die Lebensbedingungen und die Resilienz der Bevölkerung erheblich. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Süden des Landes, die regelmäßig neue Binnenvertreibungen aufnehmen und gleichzeitig eine hohe Belastung der lokalen Dienste und Unterkünfte verzeichnen. Anfang 2026 lebten schätzungsweise 3,7 Millionen Menschen als Binnenvertriebene im Land. Für viele von ihnen ist Vertreibung längst zu einer dauerhaften Lebensrealität geworden. Gleichzeitig dienen insbesondere Dnipro und Saporischschja weiterhin als zentrale Aufnahme- und Transitregionen für Menschen, die aus den betroffenen Gebieten ankommen. Viele der neu ankommenden Familien verfügen nur über geringe finanzielle Mittel und sind auf unmittelbare humanitäre Unterstützung angewiesen.
Neben der Deckung grundlegender Bedürfnisse stehen Schutzrisiken zunehmend im Mittelpunkt der humanitären Lage. Lang andauernde Vertreibung, wirtschaftliche Unsicherheit und wiederholte Fluchtbewegungen führen zu erheblichen psychosozialen Belastungen und erhöhen das Risiko von sozialer Ausgrenzung, geschlechtsspezifischer Gewalt sowie Benachteiligungen älterer Menschen, Menschen mit Behinderungen, von Frauen geführten Haushalten und Familien mit Kindern. Gleichzeitig geraten lokale soziale Dienste und Gemeinschaftsunterkünfte in den aufnehmenden Regionen zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Vor diesem Hintergrund besteht weiterhin ein hoher Bedarf an integrierten humanitären Maßnahmen, die akute Nothilfe mit Schutzmaßnahmen, psychosozialer Unterstützung und Ansätzen zur Stärkung von Resilienz und sozialer Teilhabe verbinden.
Hilfsmaßnahmen
Das Projekt richtet sich an Binnenvertriebene sowie konfliktbetroffene Bevölkerungsgruppen in der Ukraine, mit besonderem Fokus auf neu evakuierte Menschen, langjährig Binnenvertriebene und besonders schutzbedürftige Mitglieder von Aufnahmegemeinschaften. Die Maßnahmen werden in den Oblasten Dnipro und Saporischschja sowie in Kyjiw und der Oblast Kyjiw umgesetzt. Durch die Zusammenarbeit mit den erfahrenen lokalen Partnerorganisationen Caritas Donetsk, East-SOS und Child Well-Being Fund Ukraine bleibt das Projekt zugleich flexibel, um auf akute humanitäre Bedarfe in weiteren vom Konflikt betroffenen Regionen reagieren zu können. Es trägt zudem dazu bei, die Sicherheit, das Wohlbefinden und die Resilienz besonders schutzbedürftiger Menschen durch einen integrierten, schutzorientierten Ansatz zu stärken. Dieser umfasst Schutzmaßnahmen, Leistungen im Bereich der psychischen Gesundheit und psychosozialen Unterstützung (MHPSS), Rechtsberatung, Fallmanagement, Bargeldhilfe, humanitäre Soforthilfe sowie die Unterstützung von Gemeinschaftsunterkünften für Binnenvertriebene.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung neu evakuierter Menschen aus Front- und Hochrisikogebieten. Nach ihrer Ankunft erhalten sie Hilfe bei der sicheren Aufnahme und Registrierung, psychosoziale Erstbetreuung, Informationen zu Schutz- und Unterstützungsangeboten sowie die Vermittlung an spezialisierte Hilfsdienste. Ergänzend werden dringend benötigte Hilfsgüter bereitgestellt und Gemeinschaftsunterkünfte instandgesetzt und ausgestattet, unter anderem mit Haushaltsgeräten, grundlegender Ausstattung und Heizmaterial, um eine sichere und menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten.
Für besonders schutzbedürftige Binnenvertriebene stellt das Projekt umfassende Schutz- und Beratungsangebote bereit. Dazu gehören individuelles Fallmanagement, psychologische Einzel- und Gruppenangebote, Rechtsberatung sowie Unterstützung bei Dokumentations- und Wohn- bzw. Eigentumsfragen. Ergänzend werden finanzielle Hilfen für Menschen mit besonderen Schutzbedarfen gewährt und bei Bedarf die Weitervermittlung an spezialisierte Unterstützungsangebote sichergestellt. Gleichzeitig stärkt das Projekt die fachlichen Kompetenzen von Psychologinnen, Psychologen und psychosozialen Fachkräften durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen.
Zur Deckung grundlegender Bedürfnisse und zur Förderung der wirtschaftlichen Eigenständigkeit erhalten besonders vulnerable Haushalte Bargeldhilfen. Ergänzend unterstützt das Projekt einkommensschaffende Maßnahmen durch Berufsqualifizierungen, Unternehmens- und Existenzgründungsberatung, Mentoring sowie Kleinbeihilfen für Kleinstunternehmen. Regelmäßige Bedarfsanalysen, Begleitmonitoring und flexible Soforthilfemechanismen ermöglichen es, die Unterstützung an die sich verändernde humanitäre Lage anzupassen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung lokaler ukrainischer Partnerorganisationen. Schulungen und Beratungsangebote fördern die Anwendung internationaler humanitärer Qualitäts- und Schutzstandards, darunter der Core Humanitarian Standard (CHS), Rechenschaftspflicht gegenüber der betroffenen Bevölkerung (AAP) sowie Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch (PSEA). Ergänzend werden Organisationsentwicklung, Projekt- und Fördermittelmanagement, gemeinsame Qualitätsstandards sowie der fachliche Austausch innerhalb des Konsortiums unterstützt, um die langfristige Leistungsfähigkeit lokaler Organisationen nachhaltig zu stärken.
Das Projekt erreicht 47.000 Menschen direkt, davon 26.665 im Rahmen der Aktivitäten unseres Partners East-SOS, 8.700 Menschen bei Caritas Donetsk, 11.600 bei CWBF sowie 50 Personen durch die Diakonie Katastrophenhilfe.