K-UKR-2026-4023
Hybrid Energy Independence for Critical Infrastructure Winter Resilience in Ukraine
Flucht, Vertreibung, Konflikt
Podilska Agency of Regional Development (PARD)
Europa
15.06.2026 – 28.02.2027
1.299.673,46 Euro
Hintergrund
Seit 2022 wurden in der Ukraine schätzungsweise fast 2,5 Millionen Wohnungen beschädigt oder zerstört. Anhaltende Angriffe auf Wohngebiete und Energieinfrastruktur sowie fortdauernde Vertreibung verschärfen insbesondere in den östlichen und nördlichen Regionen den humanitären Bedarf. Mit Beginn der Wintermonate stehen konfliktbetroffene Haushalte, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden vor zusätzlichen Herausforderungen durch Stromausfälle, beschädigte Heizsysteme und steigende Energiekosten. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Familien mit Kindern. Gleichzeitig sind Gesundheitseinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünfte und soziale Einrichtungen auf eine verlässliche Wärme- und Energieversorgung angewiesen, um grundlegende Dienstleistungen aufrechterhalten zu können. Die Erfahrungen der vergangenen Winter zeigen, dass eine Kombination aus Bargeldhilfen, der Bereitstellung von Heizmaterialien und Heizgeräten sowie der Reparatur beschädigter Heizsysteme besonders wirksam ist, um die Wärmeversorgung sicherzustellen.
Hilfsmaßnahmen
Das Projekt zielt darauf ab, die Widerstandsfähigkeit vulnerabler Haushalte sowie kritischer Infrastrukturen gegenüber winterbedingten Ausfällen der Energie- und Wärmeversorgung zu stärken, indem humanitäre Winterhilfe mit nachhaltigen Maßnahmen zur Erhöhung der Energieversorgungssicherheit kombiniert wird. Die Umsetzung erfolgt durch die erfahrenen ukrainischen humanitären Organisationen Podilska Agency of Regional Development (PARD), Caritas Donetsk und Child Well-being Fund Ukraine.
Besonders schutzbedürftige binnenvertriebene Familien mit Kindern sowie weitere vom Konflikt betroffene Haushalte erhalten Winterhilfe in Form von Bargeldleistungen. Diese Unterstützung ermöglicht es den Familien, erhöhte winterbedingte Ausgaben zu decken, darunter Energiekosten, Heizkosten, der Erwerb fester Brennstoffe sowie die Anschaffung warmer Winterkleidung für Kinder. Die finanzielle Unterstützung trägt dazu bei, den Zugang zu einer angemessenen Wärmeversorgung während der Wintermonate sicherzustellen und die negativen Auswirkungen steigender Lebenshaltungskosten abzufedern.
Gleichzeitig stärkt das Projekt die Resilienz kritischer Einrichtungen durch die Bereitstellung alternativer Energie- und Heizlösungen. Hierzu zählen die Installation hybrider Energiesysteme mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und Notstromgeneratoren ebenso wie autarke Heizsysteme, beispielsweise Festbrennstoffkessel, sowie die Instandsetzung bestehender Heizungsinfrastrukturen. Ergänzend werden mobile Heizcontainer beschafft und für einen schnellen Einsatz in Notfällen vorpositioniert. Die Maßnahmen kommen insbesondere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen für ältere Menschen zugute.
Zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit und einer langfristigen Wirkung umfasst das Projekt außerdem Schulungen für technisches Personal zur Bedienung, Wartung und Instandhaltung der installierten Anlagen. Darüber hinaus werden Einrichtungen bei der Entwicklung von Wintervorsorge- und Energieeffizienzplänen unterstützt und grundlegende Verfahren für Energiemonitoring und Energiemanagement eingeführt.
Schutzstandards und Rechenschaftspflicht gegenüber der betroffenen Bevölkerung werden durch Schulungen zum Schutz vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch (PSEA), zugängliche Beschwerde- und Feedbackmechanismen sowie kontinuierliches Monitoring sichergestellt. Schutzrelevante Vorfälle werden zeitnah bearbeitet und nach festgelegten Verfahren weitergeleitet.
Insgesamt wird das Projekt voraussichtlich rund 4.380 besonders schutzbedürftige Menschen erreichen, darunter 1.825 Personen im Rahmen von Cash für Winterkleidung und Güter (Partner CWBF), 805 Personen für Cash für Nebenkosten sowie 1.750 Personen zur Unterstützung beim Kauf von Festbrennstoffen (Partner Caritas Donetsk). Darüber hinaus werden vier Einrichtungen der kritischen Infrastruktur direkt unterstützt, wovon auch weitere vulnerable Menschen profitieren, die auf die Leistungen dieser Einrichtungen in den Zielregionen angewiesen sind.