K-UKR-2026-4024
Humanitarian Response for Childrens Resilience in Ukraine through the Healing Forest Program Implementation
Psychosoziale Hilfe und Schutz
Child Well-Being Fund
Europa
01.08.2026 – 31.01.2029
499.843,14 Euro
Hintergrund
Seit Februar 2022 hat der Krieg in der Ukraine zu anhaltender Vertreibung, erheblichen Schäden an Wohnraum und ziviler Infrastruktur sowie einer Verschlechterung der Lebensbedingungen geführt. Millionen Menschen sind weiterhin auf humanitäre Hilfe angewiesen, während wiederkehrende Angriffe auf die Energie- und Versorgungsinfrastruktur den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen zusätzlich erschweren. Neben den materiellen Schäden sind die psychischen Folgen des Krieges gravierend. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind rund zehn Millionen Menschen, etwa jede vierte Person in der Ukraine, gefährdet, psychische Erkrankungen zu entwickeln. Besonders betroffen sind Kinder: Mehr als 1,5 Millionen benötigen psychosoziale Unterstützung infolge von Kriegserlebnissen, Vertreibung, familiären Trennungen und anhaltender Unsicherheit. Eine zentrale Rolle bei der psychosozialen Stabilisierung kommt Kindergärten und Grundschulen zu. Gleichzeitig sind pädagogische Fachkräfte selbst von den Folgen des Krieges betroffen und stehen vor der Herausforderung, Kinder trotz eigener psychischer Belastungen zu begleiten und zu unterstützen. Der Bedarf an praxisnahen, wissenschaftlich fundierten Methoden zur Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Fachkräften ist daher hoch.
Hilfsmaßnahmen
Das Projekt mit unserer Partnerorganisation CWFB setzt das Programm „Healing Forest“ in mindestens 170 Kindergärten und Grundschulen in der Ukraine um. Das Programm von Lahad und Berger ist ein strukturierter, spiel- und naturbasierter Ansatz der psychosozialen Unterstützung für Kinder in Krisensituationen. Der Ansatz baut auf wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den positiven Wirkungen von Natur- und spielbasierten Interventionen auf. Ziel ist es, das emotionale Wohlbefinden und die psychische Resilienz von Kindern zu stärken. Mithilfe eines mehrstufigen Training-of-Trainers-Ansatzes werden 20 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie 350 pädagogische Fachkräfte befähigt, das Programm eigenständig und nachhaltig umzusetzen.
Zu Beginn des Projekts werden erfahrene pädagogische Fachkräfte und methodische Expertinnen und Experten zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet. Die Qualifizierung umfasst sowohl die fachliche Vermittlung der Healing-Forest-Methodik (einschließlich Grundlagen zu kindlichen Traumafolgen, Resilienzförderung und dem BASIC-Ph-Modell) als auch didaktische Kompetenzen für die Erwachsenenbildung. Im Anschluss setzen die Teilnehmenden das Programm zunächst selbst in Bildungseinrichtungen um und sammeln praktische Erfahrungen, bevor sie weitere Fachkräfte schulen. Auf dieser Grundlage werden anschließend 350 Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte aus mindestens 170 Kindergärten und Grundschulen qualifiziert. Die Schulungen erfolgen in kleinen Gruppen und werden durch nationale Expertinnen und Experten fachlich begleitet, um eine hohe Qualität und eine einheitliche Anwendung der Methodik sicherzustellen.
Nach Abschluss der Schulungen setzen die teilnehmenden Fachkräfte das Healing Forest-Programm mit Kindergruppen in ihren Einrichtungen um. Während der gesamten Umsetzungsphase werden sie durch regelmäßige Online-Fachberatungen begleitet. Diese dienen dem fachlichen Austausch, der gemeinsamen Reflexion praktischer Erfahrungen sowie der psychosozialen Unterstützung der pädagogischen Fachkräfte und tragen zugleich zur Prävention von Überlastung und Burnout bei. Ergänzend fördert das Projekt den fachlichen Austausch zwischen den beteiligten Einrichtungen durch Vernetzungsveranstaltungen, an denen pädagogische Fachkräfte, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Bildungsbehörden teilnehmen. Begleitend werden umfangreiche Arbeits- und Informationsmaterialien bereitgestellt, darunter ein ukrainischsprachiges Handbuch, methodische Leitfäden sowie Materialien für die praktische Umsetzung des Programms.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Einbindung von Eltern und anderen Bezugspersonen. In allen teilnehmenden Einrichtungen finden Informationsveranstaltungen statt, die praktische Anregungen zur Förderung der emotionalen Stabilität von Kindern im Familienalltag vermitteln. Ergänzend erhalten Eltern Informationsbroschüren und werden über digitale Kommunikationskanäle regelmäßig zu Themen wie kindlicher Traumabewältigung, Resilienzförderung und der Healing-Forest-Methodik informiert. Die Wirksamkeit des Projekts wird durch eine begleitende Evaluation überprüft, bei der unter anderem Veränderungen im Wissen der Eltern sowie die psychosoziale Entwicklung der teilnehmenden Kinder erfasst werden. Es wird erwartet, dass bei mindestens 30 % der teilnehmenden Kinder eine messbare Verringerung stressbedingter Verhaltensauffälligkeiten erreicht wird.
Das Projekt richtet sich an 2.500 Kinder im Alter von 4 bis 7 Jahren sowie deren Bezugspersonen, 350 pädagogische Lehrkräfte, 20 Trainer sowie 170 Leitungspersonen von Kindertagesstätten und Grundschulen.