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Nachhilfe gegen die Not

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In Kolumbien unterstützen mehrere Hilfsprojekte Menschen, sich vor Landminen zu schützen, und Kinder und Jugendliche finden wieder Anschluss an die Schule.

Die ländliche Bevölkerung Kolumbiens gerät von vielen Seiten in Bedrängnis. Neben der fortwährenden humanitären Krise leiden die Menschen unter der Covid-19-Pandemie mit ihren gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen. Für bewaffnete Gruppen sind Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie wie etwa Ausgangssperren ein Vorwand, um ihre Kontrolle über bestimmte Gebiete zu verstärken. Es kommt zu gewaltsamen, auch sexuellen, Übergriffen, Zwangsrekrutierung und Vertreibung. Der Drogenhandel hat sich vervielfacht und die immer noch zahlreichen Landminen sind eine ständige Bedrohung. Da während der Pandemie schulische Angebote stark eingeschränkt wurden, haben zudem mehr als 100.000 Jugendliche die Schule abgebrochen und stehen ohne Zukunftsperspektive da.

 

Unterstützung in der Schule und Traumabehandlung

Gemeinsam mit drei lokalen Partnerorganisationen unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe jene, die besonders stark unter den anhaltenden bewaffneten Konflikten leiden. So erhalten Mädchen und Jungen Nachhilfe, um Lernrückstände aufzuholen und sich wieder in die Schule eingliedern zu können. Klassenzimmer werden saniert. Lehrer, Eltern und Schüler nehmen an Workshops zur Krisenbewältigung teil. Ergänzend bekommen Lehrerinnen und Lehrer selbst Nachhilfe: Sie lernen, wie man den Schutz vor Landminen pädagogisch gut vermittelt.

In einem weiteren Schwerpunkt lernt die lokale Bevölkerung direkt, wie man sich in verminten Gebieten sicher bewegen kann. Dazu werden in den betroffenen Gemeinden die Risikozonen auf Landkarten markiert. Ein gemeinsames Monitoring von lokalen Behörden und staatlichen Stellen aktualisiert die Karten. Und die Opfer der Landminen erhalten psychosoziale Unterstützung. Sie erleiden meist schwere Traumata, die sie allein kaum bewältigt können.

Das Projekt beinhaltet auch einen Nothilfe-Mechanismus für den Fall, dass Dörfer aufgrund der bewaffneten Konflikte erneut abgeriegelt werden. Dazu wird ein Konzept entwickelt, um Essensrationen und Hygiene-Artikel innerhalb von höchstens drei Tagen zu den Bedürftigen zu bringen.

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