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Was die mobilen Fluthelferteams bewirken

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In den Überschwemmungsgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen haben mobile Fluthelferteams ihre Arbeit aufgenommen. Die extra für diesen Zweck geschaffenen Stellen werden aus Spenden für die Diakonie Katastrophenhilfe finanziert - und sollen eine langfristige Begleitung der Überschwemmungsbetroffenen gewährleisten.

Die neuen mobilen Teams von Diakonie und Evangelischer Kirche im Rheinland, finanziert durch Spendengelder der Diakonie Katastrophenhilfe, sind in neun Regionen mit Fluthelferinnen und -helfern im Einsatz. In den rheinland-pfälzischen Regionen Ahrtal und Trier/Eifel sind 14 Mitarbeitende tätig, in den NRW-Regionen Stolberg, Eschweiler, Euskirchen, Bonn/Voreifel, Erftstadt, Bergisches Land und Hagen/Sauerland derzeit 21 Mitarbeitende.

Antragshilfen und psycho-soziale Betreuung

Ein Schwerpunkt der mobilen Teams ist die Hilfe bei der Beantragung von Hilfsmaßnahmen und -geldern. Gerade ältere Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund tun sich schwer mit dem Ausfüllen von Formularen und auch dem Zusammenstellen der notwendigen Unterlagen. Sozialarbeiter unterstützen die Menschen dabei und stehen ihnen zur Seite. Zudem bieten die Fluthelferinnen und -helfer psycho-soziale und seelsorgerische Betreuung an. Die Traumaspezialisten helfen den Betroffenen dabei, das Erlebte zu verarbeiten.

Wie die Hilfen konkret aussehen

Beispiel Trier: Hier liegen die Überschwemmungsregionen sehr weit auseinander. Etwa 70 Kilometer umfasst das Gesamtgebiet. Die mobilen Helfer fahren die Betroffenen direkt an, gut erkennbar an dem blauen Diakonie-Katastrophenhilfe-Emblem und an den blauen Diakonie-Jacken der Helferinnen und Helfer. In Trier-Ehrang, einem Stadtteil, der viele sozial schwache Menschen beheimatet, ist der kleine Bach Kyll stark angeschwollen und hat ganze Keller und Erdgeschosse zerstört. „Hier wurde vor ein paar Jahren viel Geld in die Häuser investiert“, sagt Cornelius Günther, einer der neuen mobilen Fluthelfer. „Und jetzt ist hier wieder alles zerstört.“ Mihaela Milanova, die im Team fokussiert ist auf die Vernetzung mit Menschen mit Migrationshintergrund berichtet beispielsweise von einer bulgarischen Familie, die ad hoc ihr Haus verlassen musste und zwei Wochen lang nicht mehr dorthin zurückkehren konnte. Sie hilft der Famile beim Ausfüllen von komplizierten Anträgen.

Beispiel Swisttal: Insgesamt vier Helferinnen und Helfer sind hier im Einflussgebiet des Diakonischen Werks Bonn und Region unterwegs. „Damit gibt es dann ein langfristiges Angebot für die Betroffenen“, sagt Marion Schaefer, Geschäftsleitung Diakonisches Werk Bonn und Region. „Geholfen wird mit Sozialarbeitern, einer psychosozialen Betreuung und im Bedarfsfalle auch Bausachverständigen“, so Schaefer. „Es ist wichtig, dass die Menschen in den Überschwemmungsgebieten professionelle Hilfen direkt vor Ort erhalten.“

An der Seite der Betroffenen

Eine der diakonischen Helferinnen im Swisstal ist Elke Feuser-Kohler. Sie betreut traumatisierte Flutbetroffene unter anderem in Heimerzheim. Gleich am Anfang ihrer Anstellung als mobile Fluthelferin ging sie dort von Haustür zu Haustür und bot Hilfe an. Als ausgebildete Trauma-Pädagogin ist sie für die psychosoziale Betreuung zuständig. Sie hört Betroffenen zu und versucht gemeinsam mit ihnen, Wege aus der Krise zu ermöglichen.

Unterstützung in den Flutregionen

In Stolberg zum Beispiel, wo die Innenstadt stark überflutet wurde, sind Sozialarbeiter ebenso in der Antragsberatung und psychosozialen Betreuung tätig. Angesiedelt sind die zwei Stellen bei der WABe, die im diakonischen Verbund schon seit Jahren vor Ort arbeitet. Die Helfer in den blauen Diakonie-Katrastophenhilfe-Jacken haben mit einer Vielzahl von Problemen zu tun. "Die Suche nach individuellen Lösungen und Unterstützungsangeboten ist notwendig", sagt Leonie Frings, die das mobile Helferteam koordiniert. "Nach dem anfänglichen Gefühl von gemeinschaftlichem Wiederaufbau ist die Erkenntnis, dass es sich um einen Marathon handelt für viele Menschen sehr herausfordernd", so ihre Erfahrung.

Die WABe hat ihren Schwerpunkt auch zuvor schon auf der Hilfe für arme Menschen gehabt, betreibt zum Beispiel Sozialkaufhäuser. "Hinzu kommen nun die höchstpersönlichen, finanziellen, familiären, gesundheitlichen Sorgen, die so existenziell sind, dass sie leicht dazu führen, dass die Betroffenen den Mut verlieren." Das mobile Helferteam konnte schon zahlreiche Anträge auf Unterstützung in die Wege leiten und auch auszahlen.

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