Hunderttausende Menschen ohne Strom und Wärme
Ukraine: „Die schlimmsten Nächte seit Beginn des Angriffskrieges“
Durch die schweren Angriffe Russlands auf ukrainische Städte und die Energieinfrastruktur in den vergangenen Tagen sind Hunderttausende Menschen bei Minusgraden ohne Strom, Wasser oder Wärme. „Die ständigen Angriffe haben das Ziel, die Menschen zu zermürben. Jeden Tag sterben Menschen, die extreme Kälte bringt zusätzliche Lebensgefahr. Das sind direkte Angriffe gegen die Zivilbevölkerung“, sagt Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kyjiw.
Niemand in der Ukraine ist vor den russischen Angriffen mehr sicher: „Wir haben in unserem Büro in Kyjiw seit drei Tagen kein Internet. Ein Kollege ist damit beschäftigt, seine beschädigten Fenster zu reparieren, weil drei ballistische Raketen in seinem Wohngebiet eingeschlagen sind. Bei vielen sind Strom und Heizung ausgefallen, fast alle Betroffenen müssen die Nacht in dicker Kleidung verbringen“, berichtet Andrij Waskowycz.
In der Nacht fallen die Temperaturen teils auf Minus 20 Grad und es soll weiter kalt bleiben. „Die Menschen in der Ukraine wappnen sich so gut sie können und beseitigen die Folgen der jüngsten Angriffe. Es ist ein Albtraum ohne Ende. Wir erleben die schlimmsten Nächte seit Beginn des Angriffskrieges vor vier Jahren.“
Massive russische Angriffe hatten in den vergangenen Tagen in Dutzenden ukrainischen Ortschaften und Großstädten Stromausfälle verursacht. Dies führte auch zum Ausfall von Heizsystemen. Durch die Kälte bersten Wasserleitungen, was die Lage der Menschen weiter verschlimmert. Die ukrainische Regierung hat einen Notstand für den Energiesektor angekündigt, um die Schäden schneller beseitigen zu können. „Die humanitäre Krise ist derzeit auf dem Höhepunkt. Wir setzen mit unseren Partnerorganisationen alles daran, die Folgen für die betroffenen Menschen abzumildern“, sagt Waskowycz.
Geldhilfen haben derzeit oberste Priorität - insbesondere in Städten. Wenn die Energieinfrastruktur längere Zeit zerstört ist, brechen die grundlegenden Lebensbedingungen fast vollständig zusammen: Der öffentliche Nahverkehr kommt zum Erliegen, die Kommunikation und der Internetzugang werden unterbrochen, und die Menschen können keine Mahlzeiten mehr zubereiten. Mit finanzieller Unterstützung können die Menschen genau das kaufen, was sie am dringendsten benötigen, zum Beispiel Heizgeräte, warme Kleidung oder Materialien zur Reparatur beschädigter Fenster und Türen.
„Besonders jetzt im Winter sind die Menschen auf unsere Unterstützung angewiesen. Jede Geldspende trägt dazu bei, die humanitäre Hilfe während des Winters aufrechtzuerhalten und auszuweiten. Denn die Kälte vertreibt irgendwann die Menschen. Viele werden gezwungen sein, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen, um die Kälte zu überstehen“, warnt Waskowycz.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft dringend zu Spenden auf:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Ukraine-Krise
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
Ihr Pressekontakt

Tommy Ramm
Pressesprecher Diakonie Katastrophenhilfe
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