jetzt spendenspendenMenü öffnen

Diakonie Katastrophenhilfe startet Sudan-Kampagne vor Ostern

Sudan: „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist ein brutales Merkmal dieses Konflikts“

Mehr als 21 Millionen Menschen hungern im Sudan, etwa 12 Millionen Menschen wurden seit Kriegsbeginn im April 2023 vertrieben. Trotz anhaltender Kämpfe sind in den vergangenen Wochen drei Millionen Menschen in ihre Heimatregionen zurückgekehrt. „Der Wunsch zur Rückkehr ist allzu verständlich. Für viele Vertriebene ist sie die einzige Möglichkeit, zu überleben. In Geflüchteten-Camps finden sie immer weniger Hilfe und Schutz“, warnt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt. Es müsse international mehr getan werden, um den Betroffenen des Krieges während der Flucht und danach zu helfen.

„Die Situation in den Vertriebenencamps ist unmenschlich. Es fehlt an allem“, sagt Duaa Tariq, Vertreterin der Emergency Response Rooms (ERR), einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. Vor allem Frauen sind von der mangelnden Unterstützung betroffen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO benötigen 8.1 Millionen Frauen im reproduktiven Alter dringend medizinische Hilfe im Sudan, davon fast eine Million Schwangere.

Laut der UN-Agentur für sexuelle und reproduktive Gesundheit UNFPA hat das Zusammenspiel aus Krieg, Flucht, wirtschaftlichem Zusammenbruch und fehlenden Schutzmechanismen dazu geführt, dass im Sudan mittlerweile 12,4 Millionen Frauen und Mädchen von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht sind.  „Hunderte Frauen sind seit dem Kriegsausbruch vergewaltigt worden. Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist ein brutales Merkmal dieses Konflikts“, sagt Tariq. „Wir als Helferinnen mussten selbst lernen, wie wir Überlebende von Vergewaltigungen behandeln, weil es vielerorts keine professionelle Hilfe gab.“

In Khartum organisieren die ERR humanitäre Hilfe speziell für Frauen. „Wir kochen zusammen mit Frauen und bieten Müttern Rückzugsräume mit ihren Kindern an. Zurückkehrende Lehrerinnen erhalten von uns finanzielle Hilfe, um den Unterricht wieder aufzunehmen“, erklärt Tariq. „Du kannst nicht unterernährt, arm und zusätzlich noch unbezahlt deinen Job machen. Alleine schaffen sie es nicht.“

Die Lage in der sudanesischen Hauptstadt Khartum hat sich in den vergangenen Monaten stabilisiert, nachdem die sudanesische Armee dort die vollständige Kontrolle zurückerlangt hatte. Hunderttausende Einwohner sind seitdem zurückgekehrt. Einheiten der gegnerischen Rapid Support Forces (RSF) kontrollieren hingegen weite Teile der Provinz Darfur. Dort und in Kordofan halten die Kämpfe an, die zunehmend auch mit Drohnen hinter den Frontlinien geführt werden. Zivilisten und humanitäre Helfer*innen sind bei Drohnenangriffen in den vergangenen Wochen getötet worden. 

Die ERR setzen sich aus mehr als 600 lokalen Strukturen zusammen und leisten landesweit humanitäre Hilfe. Seit dem Ausbruch des Krieges sind rund 26.000 Freiwillige bei den ERR engagiert. Sie konnten seitdem mehr als zwölf Millionen Menschen mit Hilfsgütern und Nahrungsmitteln versorgen, medizinisch unterstützen oder evakuieren. „Wir existieren so lange, wie die humanitäre Krise existiert“, sagt Tariq.  

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat die ERR bisher mit rund 1,6 Millionen Euro unterstützt. „Die überlebenswichtige Hilfe müssen wir gerade dann fortsetzen und ausbauen, wenn die internationale Aufmerksamkeit für die größte humanitäre Krise der Welt abnimmt. Wir werden die kommenden Wochen auf die akute Not der sudanesischen Bevölkerung aufmerksam machen, um mehr Hilfe zu ermöglichen“, sagt Dagmar Pruin. „Die Osterzeit ist die Zeit des Mitgefühls. Deshalb bitte ich um Spenden für die notleidenden Menschen im Sudan. Wenn mehr als zwei Drittel der Menschen eines Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen sind und 21 Millionen Menschen akut hungern, dann können und dürfen wir nicht wegsehen.“  

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nothilfe Sudan

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/ 

 

Hinweis für Redaktionen:

Für Interviewanfragen zur humanitären Lage im Sudan wenden Sie sich bitte an die Pressestelle:

Tommy Ramm - Pressesprecher, Tel.: 030 65211 1225, 0162 2553859

tommy.ramm@diakonie-katastrophenhilfe.de 

Ihr Pressekontakt

Bild von Tommy Ramm

Tommy Ramm

Pressesprecher Diakonie Katastrophenhilfe

+49 30 65211 1225tommy.ramm@diakonie-katastrophenhilfe.de