Ausbreitung der Epidemie befürchtet / Nothilfe in Vorbereitung
Ebola-Ausbruch: Bevölkerung und Gesundheitspersonal nicht ausreichend geschützt
Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor einer weiteren Ausweitung der Ebola-Epidemie. „In der Provinz Süd-Kivu gilt mittlerweile eine Gesundheitswarnung, weil es eine intensive Bewegung von Menschen zwischen den Provinzen gibt. Das macht eine Eindämmung des Virus nahezu unmöglich“, warnt Dr. Josue Ibulungu, Landesbüroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der ostkongolesischen Stadt Goma. Ein Nothilfeprojekt wird derzeit für Nord- und Süd-Kivu sowie die Provinz Ituri vorbereitet.
Geplant sind Präventionsmaßnahmen und Infektionskontrollen in Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen, daneben soll die Bevölkerung über Risiken durch den tödlichen Virus aufgeklärt werden. Konkrete Hilfe in der Provinz Ituri, in der der aktuelle Ebola-Ausbruch begonnen hat, ist hingegen komplexer: „Einige bewaffnete Gruppen in Ituri sind trotz der Epidemie weiter aktiv und töten Menschen. In anderen Provinzen nehmen die bewaffneten Akteure die Lage ernster und kooperieren, um den Gesundheitsnotstand in den Griff zu bekommen“, erklärt Ibulungu.
„Das Gesundheitspersonal in den ostkongolesischen Provinzen ist nicht ausreichend ausgestattet, obwohl es in der Region immer wieder zu Epidemien kommt. Es fehlt an adäquater und ausreichender Schutzausrüstung“, sagt Ibulungu. Zwar steige derzeit das Bewusstsein der Menschen für die wachsende Gefahr, aber das reiche nicht. „Viele betroffene Regionen sind dicht besiedelt und der Handel und die Bewegung in die Nachbarländer und andere Regionen sind nicht unterbrochen. Sie können bei der Größe der Region auch nicht effizient unterbunden werden. Deshalb befürchten wir, dass es nicht bei den fast 120 bestätigten und vielen weiteren vermuteten Todesfällen bleiben wird“, sagt Ibulungu.
Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit vielen Jahren mit sechs lokalen Partnerorganisationen in Nord- und Süd-Kivu aktiv. Laufende Projekte richten sich vor allem an Betroffene sexualisierter Gewalt, die medizinisch und psychologisch unterstützt werden. Intern Vertriebene, von denen es zu Jahresbeginn mehr als 5,3 Millionen im gesamten Land gab, erhalten zusätzlich Bargeldhilfen und verbesserten Schutz vor den Folgen der anhaltenden Gewalt. Die Krise in der DR Kongo gilt seit Jahren als „vergessene Katastrophe“. Internationale Hilfsgelder wurden in den vergangenen Jahren stark gekürzt. In der Folge konnten humanitäre Hilfe und Präventionsmaßnahmen nicht in dem Maße umgesetzt werden, was Epidemien wie den aktuellen Ebola-Ausbruch begünstigt.
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
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Stichwort: Nothilfe DR Kongo
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Hinweis für Redaktionen:
Am kommenden Dienstag, 26. Mai, um 10Uhr bieten Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt ein digitales Hintergrundgespräch zur Lage in der DR Kongo und den Ebola-Ausbruch in der Region an. Für die Anmeldung am Hintergrundgespräch oder Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle
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Tommy Ramm
Pressesprecher Diakonie Katastrophenhilfe
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