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Diakonie Katastrophenhilfe zur Venezuela-Geberkonferenz

Gemeinsam mit Spanien richtet die Europäische Union heute eine Online-Geberkonferenz für venezolanische Flüchtlinge aus, an der neben UN-Organisationen etwa 40 Staaten teilnehmen. Die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, sagt…

…zur Situation der Flüchtlinge in den Nachbarstaaten:

„Aus keinem anderen Land – mit Ausnahme von Syrien – sind so viele Menschen geflohen wie aus Venezuela. Über vier Millionen Menschen suchen Schutz in den Nachbarländern, fast zwei Millionen allein in Kolumbien. Ein Großteil dieser Menschen ist nicht offiziell im Gastland registriert und hat weder Zugang zu staatlichen Diensten noch eine Arbeitserlaubnis. Dadurch haben die Flüchtlinge keine Möglichkeit, sich mit einem eigenen Einkommen selbst zu versorgen.“

…zur Frage, wie sich Corona auf die Not der Geflüchteten auswirkt:

„Wegen der Ausgangsbeschränkungen wurden Notunterkünfte geschlossen. Und auf der Straße sind Frauen noch stärker sexueller Gewalt ausgesetzt. Weil Gemeinschaftsküchen ebenso schließen mussten, haben Hunderttausende ihre einzige Chance auf wenigstens eine Mahlzeit am Tag verloren.“

…zur humanitären Lage in Venezuela:

„An der humanitären Krise in Venezuela hat sich nichts verändert, durch die Corona-Pandemie hat die Not der Menschen noch weiter zugenommen. Sieben Millionen Menschen im Land brauchen dringend humanitäre Hilfe. Corona-bedingte Grenzschließungen verhindern nun auch die kleinen, aber überlebenswichtigen, selbstorganisierten Importe von Lebensmitteln und Medizin. Dem ohnehin überforderten Gesundheitssystem droht durch die Pandemie der endgültige Kollaps.“

…zu notwenigen Hilfe in Venezuela:

„Die Hilfe muss die Menschen schnell erreichen: Essen und andere lebenswichtige Güter müssen direkt an sie verteilt werden. Um den Transport der Hilfsgüter zu ermöglichen, muss es zuerst einmal eine klare Verabredung zu humanitären Korridoren geben. Mittelfristig muss die Lebensmittelproduktion dezentraler organisiert werden. Den Menschen müssen ausreichend Saatgut und Werkzeuge zur Verfügung stehen, denn nur so haben sie Lebensmittel für den Eigenkonsum und können Überschüsse mit anderen tauschen.“

…zur Geber-Konferenz:

„Die Notsituation der Venezolaner im Inland und in den Nachbarländern, wo sie Zuflucht gesucht haben, verschärft sich während der Corona-Pandemie täglich mehr. Darum ist jetzt rasches, entschiedenes und großzügiges Handeln der internationalen Gemeinschaft gefragt:  Die UN beziffert die notwendige Hilfe auf 1,4 Milliarden USD. Dieser Bedarf aber ist bisher nur zu 6,5% finanziert. Es ist gut, dass die EU gemeinsam mit Spanien hier vorangeht und nun diese Konferenz organisiert.

Wir hoffen, dass die Geber nicht nur Regierungsinitiativen der Nachbarländer, sondern auch die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen in den Blick nehmen und finanziell besser ausstatten. Vor allem in Bereichen wie psychosozialer Hilfe, rechtlicher Beratung und Integration von Flüchtlingen leisten die zivilgesellschaftlichen Initiativen einen unschätzbaren Beitrag.“

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Tel.: 030 65211 4430, 0174 1810175
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Thomas Beckmann

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