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Um ankommenden Familien die Integration zu erleichtern, werden in den Gemeindezentren im Nordirak verschiedene Kurse angeboten. Diese geflüchteten Frauen erhalten Nähunterricht in Bainjan. Foto: Christoph Püschner

Die spielerischen und therapeutischen Aktivitäten im Gemeindezentrum Bazyan helfen Kindern, ihre Traumata zu überwinden. Shinerwe Tabar (rechts) bastelt mit ihrer Freundin eine Skulptur aus Pappmaché.  Foto: Christoph Püschner 

In der Kindertagesstätte des Gemeindezentrums Bazyan werden syrische Flüchtlingskinder von Maha Muhammed betreut. Die ehrenamtliche Kindergärtnerin floh vor drei Jahren selbst aus dem syrischen Aleppo.  Foto: Christoph Püschner
Geflohene und vertriebene Frauen können hier auch den Umgang mit dem Computer erlernen.  Foto: Christoph Püschner
Diakonie Katastrophenhilfe und REACH Iraq unterstützen auch geflohene Kleinunternehmer: Der gelernte Friseur Amir Toma Daud Shamon bekam dringend benötigte Einrichtungegegenstände. Nun betreibt er in Ankawa einen Friseursalon. Foto: Christoph Püschner
Rawa Khadi Abdullah ist im Juni 2014 aus Mossul geflohen. Dank der Weiterbildungskurse von REACH Iraq arbeitet sie jetzt als selbstständige Konditorin.  Foto: Christoph Püschner
Während der Militäroffensive flohen Schätzungen zufolge 900.000 Menschen aus der umkämpften Millionenstadt Mossul.  Foto: REACH Iraq
Gemeinsam mit der Partnerorganisation REACH Iraq half die Diakonie Katastrophenhilfe den Vertriebenen im Qayyarrah Jad'ah Camp.  Foto: REACH Iraq
Zusammen konnten wir 4.700 Familien mit Nahrungsmitteln und weiteren Hilfsgütern versorgen.  Foto: REACH Iraq
Den Menschen fehlte es am Nötigsten: Neben Nahrungsmitteln erhielten sie Küchenutensilien sowie warme Kissen und Decken, um sich vor den kalten Nächten im Camp zu schützen.  Foto: REACH Iraq
Flucht vor dem Terror

Hilfe für Vertriebene und Flüchtlinge im Nordirak

Der Krieg in Syrien und die gewaltsamen Auseinandersetzungen im Irak haben ein unvorstellbares Leid zur Folge und bedrohen die Sicherheitslage des gesamten Nahen Ostens. Millionen Menschen in der Region sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen. Im Frühjahr 2012 startete die Diakonie Katastrophenhilfe ihre Hilfsprojekte für die Menschen, die innerhalb Syriens vertrieben wurden oder in den Nachbarstaaten Irak, Jordanien, Libanon und Türkei Schutz suchen.

Die Autonome Region Kurdistan mit ihren drei Provinzen Dohuk, Erbil und Suleimaniyah im Norden des Iraks hat etwa 5,3 Millionen Einwohner. Hinzu kommen rund 250.000 registrierte Flüchtlinge aus Syrien. Seit dem gewaltsamen Vormarsch des sogenannten Islamischen Staates (IS) im Juni 2014 wurden mehr als drei Million Menschen innerhalb ihres Landes vertrieben – die meisten von ihnen haben in den kurdischen Gebieten Schutz gesucht. Auch wenn viele inzwischen zurückgekehrt sind, ist die Zahl der Binnenflüchtlinge mit 2,6 Millionen weiterhin hoch.

Im Nordirak ankommen

Die meisten Menschen, die ihre Heimat aufgrund der Kampfhandlungen verlassen mussten, haben Schutz in der autonomen Region Kurdistan gesucht. Hier stehen sie vor einem Neuanfang: Sie haben auf der Flucht nur das Nötigste mitnehmen können, häufig leben sie von Erspartem und sind durch das Erlebte traumatisiert. Wann und ob sie wieder in ihre Heimat zurückkehren können, ist noch nicht absehbar. Die meisten sind von humanitärer Hilfe abhängig.

Der extreme Bevölkerungszuwachs der letzten Jahre stellt jedoch auch die aufnehmenden Gemeinden vor eine große Aufgabe: Es gibt nicht genügend Arbeit für alle, Mieten und Lebensmittelpreise sind stark gestiegen. Auch soziale Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser sind dem Bedarf nicht gewachsen und häufig überlastet. Das Verhältnis zwischen der angestammten Bevölkerung und den Schutzsuchenden ist angespannt.

Wie wir helfen

Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt seit 2014 intern Vertriebene und syrische Flüchtlinge im Nordirak. Gemeinsam mit der lokalen Partnerorganisation REACH Iraq (Rehabilitation, Education and Community‘s Health) werden beispielsweise Nahrungsmittel- und Hygienegutscheine verteilt oder psychosoziale Hilfe angeboten.

Traumata überwinden

In den Städten Bazyan und Bainjan (Provinz Suleimaniyah) wurden in Zusammenarbeit mit der lokalen Partnerorganisation zwei Gemeindezentren eröffnet. Ein drittes wurde im Zentrum der Stadt Suleimaniyah eingerichtet. Hier finden syrische Flüchtlinge und vertriebene irakische Familien Schutz und kommen mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt. So werden Ressentiments abgebaut und die Akzeptanz gegenüber Flüchtlingen erhöht. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, den Flüchtlingen und der gastgebenden Gemeinde einen gemeinsamen sicheren Raum zu geben.

Um ankommenden Familien die Integration zu erleichtern, werden in den Gemeindezentren Kinderbetreuung, Beratungen und Kurse angeboten. Die spielerischen und therapeutischen Aktivitäten helfen Kindern Traumata zu überwinden. Sprachkurse, Englischunterricht, Alphabetisierungs- und Computerkurse unterstützen die Flüchtlinge bei der Qualifikation auf dem Arbeitsmarkt. Die psychologischen Maßnahmen verringern langfristig negative Folgen des Erlebten: Abhängigkeit, Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie Kriminalität wird vorgebeugt, die mentale Gesundheit der Menschen gestärkt. Die Kursleiterinnen und -leiter sind zumeist selbst geflohen und können sich gut in ihre Schützlinge hineinversetzen. In psychologischen Trainings haben sie gelernt, wie sie den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen am besten beistehen können.

Grundversorgung sichern

In den letzten beiden Jahren hat die Diakonie Katastrophenhilfe in den kurdischen Regionen Erbil, Dohuk, Halabja und Sulaymaniyah besonders bedürftige Familien mit Gutscheinen für Lebensmittel und Hygieneartikel unterstützt. Diese Form der Hilfe hat sich bewährt, können doch die Menschen selbst entscheiden, welche Güter und Nahrungsmittel sie am dringendsten benötigen.

Im Februar 2018 wurde ein neues Projekt gestartet, das mit sogenannter Cash-Assistance Nothilfe in der Region Ninewa leistet und die Verbesserung der Lebensbedingungen von mehr als 1.000 Familien zum Ziel hat. Zu den Begünstigten gehören neben intern Vertriebenen und Rückkehrern auch hilfebedürftige Gas-tgeberhaushalte, denn auch diese sind inzwischen so arm, dass es immer wieder zu Spannungen kommt. Die Hilfe richtet sich besonders an von Frauen geführte Haushalte, Familien mit vielen Kindern, Kranken oder Älteren Menschen sowie Haushalte von Minderjährigen. Insgesamt wird die Grundversorgung von mehr als 6.000 Menschen gesichert.

Hoffnung schöpfen

Bereits seit 2015 leistet die Diakonie Katastrophenhilfe zudem einen Beitrag dazu, Geflüchteten und Einheimischen Zukunftsperspektiven in der Region zu bieten. So wurden nicht nur Schulen und Gesundheitsstationen renoviert, auch Aufnahmekapazitäten wurden vergrößert, um mehr Menschen den Zugang zu diesen Grunddiensten zu ermöglichen. Zudem haben wir berufliche Trainings und die Unterstützung von Kleinunternehmen etabliert, um so im Nordirak neue Einkommensmöglichkeiten für syrische Flüchtlinge und irakische Vertriebene zu schaffen. Durch die Förderung der Landwirtschaft in ländlichen Gebieten unter Einbindung von Vertriebenen, stärken wir beispielweise nicht nur die geschwächte Wirtschaft, sondern reduzieren langfristig auch die Abhängigkeit der Flüchtlinge von humanitärer Hilfe.

Um den Menschen langfristige Einkommensmöglichkeiten und damit Perspektiven zu geben, wird schon bei der Bedarfsanalyse auf die Nachhaltigkeit der Projekte geachtet. Durch Marktanalysen können wir die Nachfrage für bestimmte Waren und Dienstleistungen in den Zielorten ermitteln und in Kooperation mit lokalen Behörden und Unternehmen wirtschaftliche Ansätze erarbeiten, die auch nach Beendigung der Projektlaufzeit Bestand haben. So werden Flüchtlinge langfristig in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft integriert.

So hilft Ihre Spende

  • 50 Euro reichen aus, um das Material für den Kunst- und Malunterricht eines Gemeindezentrums für einen Monat zu finanzieren.
  • 75 Euro kostet es, eine Familie sechs Monate lang mit ergänzenden Lebens- und Hygienegutscheinen zu versorgen.
  • Mit 98 Euro kann das Unterrichtsmaterial für Kurdisch-Sorani und Englischstunden in einem Gemeindezentrum für ein Jahr finanziert werden.

Fürbitte für den Irak
Wir beten für die Binnenvertriebenen aus Mosul.
Download (pdf - 140 kB)

Kollektenaufruf für Flüchtlingshilfe Nordirak
Ihre Gabe kommt den unter Krieg und Vertreibung leidenden Menschen zu Gute.
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50 Euro reichen aus, um das Material für den Kunst- und Malunterricht eines Gemeindezentrums für einen Monat zu finanzieren.

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Elisabeth Grün hilft Ihnen gerne weiter:
Tel.: +49 (0)30 65211-4711
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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