K-SYR-2026-4017
Integrated Protection and Livelihoods Support for Vulnerable Communities in Syria
Flucht, Vertreibung, Konflikt | Psychosoziale Hilfe und Schutz
BAHAR
Asien
01.03.2026 -31.08.2027
1.733.124 Euro
Hintergrund:
Syrien befindet sich weiterhin in einer komplexen Krise, die durch wirtschaftlichen Zusammenbruch, politischen Wandel und hohe Sicherheitsrisiken gekennzeichnet ist. Das Erdbeben von 2023 verursachte umfangreiche strukturelle Schäden und forderte mehr als 8.400 Todesopfer.
Über sechs Millionen Menschen brauchen dringend Schutz, wobei vor allem für Frauen das Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Ausbeutung, früher Verheiratung und häuslicher Gewalt stark zugenommen hat. Kinder sind einem erhöhten Risiko von Kinderarbeit und Schulabbruch ausgesetzt. In den vom Erdbeben betroffenen Gebieten ist die Versorgung mit Dienstleistungen nach wie vor fragmentiert, so dass die Menschen in hohem Maße von humanitärer Hilfe abhängig.
Seit dem Sturz des Assad-Regimes sind viele Binnenvertriebene und Geflüchtete aus den Nachbarländern in ihre Heimat zurückgekehrt und den Bedarf nach sicheren Unterkünften und gemeindebasiertem Schutz weiter erhöht. Trotz lokaler Verbesserungen behindern Vertreibung, Unsicherheit und wirtschaftliche Not weiterhin den Wiederaufbau in den Regionen Latakia, Idlib und Homs. Vor allem Angehörige von Minderheiten fühlen sich unsicher, die Sorge vor Ausgrenzung ist groß. In ökologischer Hinsicht leidet das Land unter der schlimmsten Dürre seit 36 Jahren, wobei die Niederschlagsmenge um 54 Prozent unter dem Durchschnitt liegt. Die Trockenheit beeinträchtigt die Lebensgrundlagen vieler Menschen, und vor allem die Bauern kämpfen mit Wasserknappheit und Hitzewellen.
Hilfsmaßnahmen:
Ziel des Projekts ist es, die Widerstandsfähigkeit der Menschen in den vom Erdbeben und Krisen betroffenen Gemeinden in Latakia, Idleb und Homs zu stärken und einen Beitrag zu mehr Schutz und wirtschaftlicher Erholung zu leisten.
16.800 schutzbedürftige Frauen, Kinder und Jugendliche erhalten Angebote zu ihrem Schutz in einem eigens aufgebauten Gemeindezentrum. Neben psychosozialer Hilfe wird ein Fallmanagement aufgebaut, dass Betroffene an spezialisierte Einrichtungen überweist. Außerdem werden sichere Räume für Kinder angeboten, Sensibilisierungsveranstaltungen durchgeführt und Hygiene-Sets verteilt.
1.425 schutzbedürftigen Gemeindemitgliedern (insbesondere Frauen, Kinder und Jugendliche), wird zudem jeweils mindestens eine Rechtschutzleistung ermöglicht. Dazu gehört beispielsweise ein Rechtsbeistand zur Beschaffung zivilrechtlicher Dokumente, denn nur mit diesen ist es möglich, die eigenen Rechte zu wahren. Ergänzend gehören Einzel- und Gruppenberatungen zu Lebens- und Gesundheitsthemen zum Angebot. Vor allem Fragen zu Wohnraum, Besitz und Landrechten sind für Vertriebene und rückkehrende Familien von zentraler Bedeutung, ebenso wie Familien- und Sorgerecht sowie Scheidungsfragen.
Ein kommunaler Ausschuss für Schutz entwickelt Aktionspläne und plant Gemeinschaftskampagnen zu Themen wie Kinderarbeit oder Frühehen und führt Freizeitaktivitäten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts durch.
Eine weitere Projektkomponente hilft Frauen und Jugendlichen dabei, die wirtschaftliche Krise zu überwinden und ihre Lebensgrundlagen zu stärken. Sie nehmen an beruflichen und landwirtschaftlichen Trainings teil und erwerben so Fähigkeiten, mit denen sie ein Einkommen erzielen können. 3.350 schutzbedürftige Menschen erhalten dazu zweckungebundene Bargeldhilfen und befristete Beschäftigungsmöglichkeiten durch Cash for Work, so dass sie dringende Grundbedürfnisse decken können. Die Gründung von Kleinstunternehmen wird mit Start-up-Grants unterstützt, außerdem werden Kreditgenossenschaften für Frauen gegründet. Von dem Projekt profitieren insgesamt 20.226 Personen (Männer und Frauen zu gleichen Teilen).