K-SDN-2026-4025
Supporting Localization Efforts in Sudan (SLED), Phase 2
Flucht, Vertreibung, Konflikt | Hungerkrisen und Dürre | Gesundheit | Wasser und Hygiene
DKH
Afrika
01.05.2026 - 30.08.2027
200.403 Euro
Hintergrund:
Seit April 2023, als Kämpfe zwischen den sudanesischen Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) ausbrachen, herscht Krieg im Sudan. Über 11 Millionen Menschen wurden vertrieben, knapp vier Millionen davon sind in Nachbarländer wie den Tschad oder den Südsudan geflohen. Die Gesundheitssysteme und die öffentliche Infrastruktur sind vielerorts zusammengebrochen, Nahrungsmittel und sauberes Trinkwasser fehlen.
Während der Konflikt im Sudan weiter tobt, nimmt das Leid der Menschen weiter zu. In 2026 benötigen fast 34 Millionen Menschen im Sudan humanitäre Hilfe – das ist die weltweit höchste Zahl an Personen in Not und ein Anstieg um 3,3 Millionen Personen im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem systematische Gräueltaten und Massaker, wie sie sich in 2025 in Nord-Darfur und Kordofan ereigneten, lassen sie humanitäten Bedarfe steigen. Immer wieder wird über wahllose Hinrichtungen, ethnisch motivierte Übergriffe, Entführungen und andere Angriffe gegen Zivilisten berichtet. Artillerie-Beschuss und Drohnenangriffe werden in dicht besiedelten Gebieten durchgeführt und treffen wiederholt auch Schulen, Gesundheitseinrichtungen und wichtige zivile Infrastruktur. Konfliktbedingte sexuelle Gewalt ist weit verbreitet. Schreckliche Formen von Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen wurden dokumentiert, ebenso wie Entführungen, Zwangsheiraten und sexuelle Sklaverei.
In Folge der Gewalt herrscht in weiten Teilen des landes Hunger: Mehr als 8 Millionen Menschen benötigen dringend Ernährungshilfen. Unterernährung erhöht das Risiko der Kindersterblichkeit in vielen Regionen. Nach neuesten Schätzungen der UN sind 4,2 Millionen Kinder akut mangelernährt und 800.000 Kinder unter fünf Jahren schwer unterernährt.
Hilfsmaßnahmen:
Das Projekt unterstützt das lokale sudanesische Hilfsnetzwerk, die sogenannten Emergency Response Rooms (ERR). In rund 600 Nachbarschaftskomitees, sogenannten Base ERR´s, betreiben landesweit 26.000 freiwillige Helferinnen und Helfer Suppenküchen, statten Notunterkünfte aus, organisieren Medikamente oder versorgen Notleidende mit sauberem Trinkwasser. Die einzelnen ERRs reichen Hilfsmaßnahmen zu akuten Bedarfen bei einem zentralen Komitee ein, das die Vorschläge kurzfristig prüft und anschließend Bargeldzuschüsse (Cash Grants) in Höhe von durchschnittlich 7.500 Euro gewährt.
Mit diesem Projekt werden Aktivitäten der ERRs gefördert, die außerhalb der akuten Hotspots liegen und die über reine Nothilfe hinaus gehen. Dazu gehören Maßnahmen zur Sicherung der Lebensgrundlagen, zum Wiederaufbau und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung. Für ihr unerschütterliches Engagement wurde das einzigartige zivilgesellschaftliche Netzwerk im Oktober 2025 mit dem Alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet.