Notfallmaßnahmen bei den Erdbeben in Venezuela 2026 (ACT Appeal VEN261)
Erdbeben | Gesundheit | Psychosoziale Hilfe und Schutz | Wasser und Hygiene
Diakonie Apoyo en Emergencias Oficina Regional
Lateinamerika
27.06.2026 - 30.06.2027
431.369,17
Hintergrund
Am 24. Juni ereigneten sich innerhalb von nur 39 Sekunden zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 auf der Richterskala. Das Epizentrum lag im Grenzgebiet der Bundesstaaten Yaracuy und Carabobo. Aufgrund der geringen Herdtiefe verursachten die Erdbeben erhebliche Schäden in mehreren nördlichen Bundesstaaten, insbesondere in La Guaira, Miranda, Aragua, Carabobo und Yaracuy. Die venezolanischen Behörden riefen den nationalen Notstand aus. Die Katastrophe traf auf ein Gesundheitssystem und eine öffentliche Infrastruktur, deren Kapazitäten bereits vor der Krise durch langanhaltende Belastungen eingeschränkt waren. Infolge der Erdbeben wurden zudem Wasserinfrastrukturen beschädigt, wodurch sich der Zugang zu sicherem Trinkwasser und grundlegenden Gesundheitsdiensten weiter verschlechterte und das Risiko wasserbedingter Krankheiten, insbesondere in Küsten- und stadtnahen Gemeinden, deutlich anstieg. Besonders betroffen sind vulnerable Haushalte, Kinder, schwangere Frauen sowie Menschen mit erhöhtem Gesundheits- und Schutzbedarf.
Hilfsmaßnahmen
Das Projekt unterstützt Menschen und Gemeinschaften, die von den Erdbeben betroffen sind, bei der Bewältigung der unmittelbaren Folgen und beim Wiederaufbau ihres Alltags.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung mit sauberem Wasser und guten hygienischen Bedingungen. Dafür werden unter anderem Wasserspeicher repariert oder neu eingerichtet, Wasserfilter und sichere Behälter verteilt und beschädigte oder unzureichende sanitäre Einrichtungen verbessert. Haushalte und Gemeinschaften erhalten Hygieneartikel sowie Produkte für die Menstruationshygiene. Ergänzend finden Informationsveranstaltungen statt, die den sicheren Umgang mit Wasser und Hygieneartikeln vermitteln. Um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern, werden zudem regelmäßig Reinigungs- und Desinfektionsmittel für gemeinsam genutzte Bereiche bereitgestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die medizinische und psychosoziale Unterstützung. Mobile Teams erreichen Menschen in besonders betroffenen Gebieten und bieten medizinische Untersuchungen, Behandlungen und Medikamente an. Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf werden gezielt identifiziert und an geeignete Hilfsangebote vermittelt. Darüber hinaus erhalten Erwachsene und Jugendliche individuelle oder gemeinsame psychologische Unterstützung. Auch Menschen, die während des Erdbebens in der Nothilfe tätig waren, können psychosoziale Unterstützung in Anspruch nehmen.
Schließlich unterstützt das Projekt die Wiederherstellung von Lebensgrundlagen. Gemeinsam mit den betroffenen Gemeinschaften werden kleine lokale Vorhaben entwickelt (sclr-Ansatz), die dazu beitragen, den Alltag wieder aufzubauen, die wirtschaftliche Situation zu verbessern und die langfristige Erholung nach dem Erdbeben zu fördern.
Insgesamt werden 15.649 Menschen erreicht.