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Gesundheit und Schutz für gefährdete Gemeinschaften

Projektnummer

K-AMM-2024-9006

Bezeichnung

Basisgesundheitsversorgung, Wasser, Hygiene und Schutz für Betroffene der komplexen Krise in Venezuela und der vulnerabelsten migrierten/geflüchteten Venezolaner*innen in Kolumbien, mit Gender Schwerpunkt

Thema

Flucht, Vertreibung, Konflikt | Gesundheit | Psychosoziale Hilfe und Schutz | Wasser und Hygiene

Träger

DKH-LA

Kontinent

Amerika

Land

länderübergreifend, Kolumbien, Venezuela

Gesamtlaufzeit

01.09.2024 - 15.09.2027

Budget

3.711.000 Euro

Drittmittelgeber

Auswärtiges Amt (AA)

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Hintergrund
Venezuela ist weiterhin mit einer schweren humanitären Krise konfrontiert, die durch die Wirtschaftskrise, weit verbreitete Armut und den eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen verursacht wird. Schätzungsweise 7,9 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ernährungsunsicherheit, eine unzureichende Gesundheitsversorgung sowie Schutzrisiken – insbesondere in den Grenzgebieten, die von bewaffneten Gruppen und Gewalt betroffen sind – zählen weiterhin zu den größten Herausforderungen. Gleichzeitig wirkt sich die Krise in Venezuela zunehmend auf die Nachbarländer aus, insbesondere auf Kolumbien. Das Land befindet sich selbst in einer lang anhaltenden humanitären Krise, die mit bewaffneten Konflikten und territorialer Gewalt verbunden ist, und beherbergt gleichzeitig mehr als 2,8 Millionen venezolanische Geflüchtete und Migranten. Die Auswirkungen des Konflikts und der großflächigen Vertreibung belasten weiterhin die grundlegenden öffentlichen Dienstleistungen und führen zu einem steigenden humanitären Hilfs- und Schutzbedarf, insbesondere in den Grenzregionen.

Hilfsmaßnahmen
Das Projekt konzentrieren sich auf koordinierte Maßnahmen, die von der Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen CESAP, CEDISUC und Concentroccidente in Venezuela sowie Fundación Halü und La CID in Kolumbien umgesetzt werden. Durch diese Maßnahmen werden besonders schutzbedürftige Menschen, die von der Krise in Venezuela und deren Auswirkungen in Kolumbien betroffen sind, dabei unterstützt, ihre grundlegende Versorgung und ihren Schutz sicherzustellen. Dazu gehören der Zugang zu Gesundheitsleistungen, sauberem Wasser und Hygiene sowie Unterstützung für Menschen, die von geschlechtsspezifischer Gewalt bedroht oder betroffen sind.

Gesundheitsmaßnahmen:

  • 6.969 Frauen und Mädchen erhalten eine grundlegende Gesundheitsversorgung, davon 2.459 in Venezuela und 4.510 in Kolumbien.
  • 627 Gemeindeleitungen werden als Multiplikator*innen zu Verhütungsmethoden, sexuell übertragbaren Infektionen, sexueller und reproduktiver Gesundheit, sexuellen und reproduktiven Rechten sowie Menstruationshygiene geschult (347 in Venezuela und 280 in Kolumbien).
  • 8.483 Frauen und Jugendliche in den Gemeinden erhalten Zugang zu Informationen über sexuelle und reproduktive Gesundheit (6.768 in Venezuela und 1.715 in Kolumbien). In Venezuela werden Informationskampagnen zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit sowie der sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen durchgeführt, die sich insbesondere an Jugendliche richten.
  • 4.312 Frauen erhalten Zugang zu Verhütungsmethoden, insbesondere zu subdermalen Verhütungsimplantaten (1.642 in Venezuela und 2.670 in Kolumbien). Dazu erhalten 12.120 Menschen Kondome (9.220 in Venezuela und 2.900 in Kolumbien).
  • In Venezuela erhalten 1.130 Frauen Geburtssets mit grundlegenden Materialien für eine sichere Entbindung, darunter sterile Handschuhe, Nabelklemmen, antiseptische Materialien und Hygieneartikel für die Zeit nach der Geburt. Darüber hinaus erhalten 2.277 Frauen und Mädchen Menstruationshygienesets.
  • Insgesamt werden 24 Gesundheitseinrichtungen in Venezuela und eine Gesundheitseinrichtung in Kolumbien durch gezielte Infrastrukturmaßnahmen sowie die Bereitstellung medizinischer Ausrüstung und Materialien gestärkt, um die Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu verbessern. Darüber hinaus werden 340 Gesundheitsfachkräfte zu einer würdevollen und bedarfsgerechten Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit geschult (265 in Venezuela und 75 in Kolumbien).

Maßnahmen im Bereich Wasser und Hygiene: 

  • 3.160 Menschen erhalten Zugang zu grundlegenden Hygieneartikeln und/oder entsprechenden Informationen (1.660 in Venezuela und 1.500 in Kolumbien).
  • 8.740 Menschen erhalten Zugang zu sicherem Trinkwasser für ihren täglichen Bedarf. In Venezuela setzt Acción Campesina sechs Wasserversorgungslösungen um, von denen 4.000 Menschen profitieren. CEDISUC stellt 448 Wasserfilter für 2.240 Menschen bereit, während CESAP 200 Wasserfilter für 1.000 Menschen zur Verfügung stellt. In Kolumbien stellt Fundación Halü fünf Wassertanks zur Speicherung von Trinkwasser bereit, von denen 1.500 Menschen profitieren.
  • 918 Menschen erhalten Schulungen zu Wasser-, Sanitär- und Hygienestandards. Ergänzend zur Verteilung von Hygienesets werden Schulungen zur Förderung sicherer Hygienepraktiken im Haushalt und in Schulen für die Zielgruppen durchgeführt (558 Menschen in Venezuela und 360 Menschen in Kolumbien).

Aktivitäten zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV) (Schutz):

  • 5.748 Menschen, vor allem Frauen, erhalten Informationen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu geschlechtsspezifischer Gewalt (GBV). Dies erfolgt durch die Verbreitung wichtiger Präventionsbotschaften über Wandmalereien in den Gemeinden sowie durch die Erstellung und Verteilung von Informationsmaterialien zu GBV und verfügbaren Unterstützungsangeboten (4.618 in Venezuela und 1.130 in Kolumbien).
  • 860 Frauen erhalten Unterstützung bei der Bewältigung von Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt durch Schutzmaßnahmen, den Zugang zu Gesundheitsversorgung, psychologische Unterstützung und rechtliche Beratung (410 in Venezuela und 450 in Kolumbien).
  • Frauen werden dabei unterstützt, institutionelle Schutz- und Unterstützungswege bei Fällen von GBV besser kennenzulernen und zu nutzen. Jede Partnerorganisation wird diese Wege in den Gemeinden aktualisieren und bekannt machen. In zwei Gebieten Venezuelas wird ein Chatbot eingerichtet, der über Smartphones zugänglich ist und speziell für Menschen mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Migration entwickelt wird. Der Chatbot stellt Informationen zu Schutzangeboten, institutionellen Unterstützungswegen sowie zu Orten bereit, an denen humanitäre Hilfe verfügbar ist. Projektmitarbeitende werden zudem Migrationsrouten erfassen, um die Entwicklung wirksamerer Schutzstrategien zu unterstützen.

Stärkung lokaler Organisationen und gemeindegestützter Ansätze (sclr):

  • Das Projekt unterstützt lokale Organisationen und Gemeinschaften dabei, eine stärkere Rolle in der humanitären Hilfe zu übernehmen. Lokale Partnerorganisationen erhalten Schulungen, Beratung und fachliche Unterstützung, um ihre Fähigkeiten in Bereichen wie Projektmanagement, Koordination, Führung, Fundraising, Sicherheit und Rechenschaftspflicht zu verbessern.
  • Gemeinschaften werden dabei unterstützt, ihre eigenen Prioritäten zu identifizieren und Lösungen zur Bewältigung ihrer Herausforderungen direkt selbst zu entwickeln und umzusetzen (sclr). Lokale Organisationen erhalten außerdem Unterstützung bei der Verbesserung ihrer internen Strukturen, der Einhaltung anerkannter humanitärer Standards und der Stärkung ihrer Kapazitäten für eine wirksame und nachhaltige Hilfeleistung.
  • Darüber hinaus fördert das Projekt die Zusammenarbeit zwischen lokalen Organisationen und humanitären Koordinierungsstrukturen und stärkt ihre Rolle als aktive Akteure und Führungskräfte in der Krisenbewältigung.

Das Projekt wurde zuvor in verschiedenen Regionen und mit unterschiedlichen Partnerorganisationen umgesetzt. Dazu gehörten in Kolumbien die Fundación Halü Bienestar Humano, die Fundación Mujer y Futuro und die Corporación Infancia y Desarrollo (La CID) in den Departamentos La Guajira, Norte de Santander, Guaviare, Nariño, Córdoba, Caquetá, Amazonas und Bogotá. In Venezuela wurde das Projekt mit Acción Campesina, Cedisuc, Concentroccidente und Cesap in den Bundesstaaten Sucre, Delta Amacuro, Falcón und Zulia umgesetzt. Mit den Projektaktivitäten werden insgesamt 40.164 Menschen direkt erreicht: 29.354 in Venezuela und 10.810 in Kolumbien.

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