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Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor Wasser- und Nahrungsmittelknappheit für Hunderttausende Menschen

Sudan: Humanitäre Lage in El-Obeid alarmierend

Seit mehreren Monaten steht die sudanesische Stadt El-Obeid im Bundesstaat Nord-Kordofan unter Beschuss. Immer wieder kommt es zu Drohnenangriffen auf Transportfahrzeuge, was zu enormen Versorgungsengpässen für die rund 500.ooo Einwohner und eine ähnlich hohe Zahl Vertriebener in der Stadt geführt hat. „Die Zivilbevölkerung im Sudan leidet seit mehr als drei Jahren unter einem Krieg, in dem das humanitäre Völkerrecht wiederholt verletzt wird. In El-Obeid spielt sich vor unseren Augen eine weitere Tragödie ab, die das Leben vieler Menschen bedroht“, warnt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Bis zu 600.000 Vertriebene haben in El-Obeid Schutz gesucht. Ihre Lage wird immer katastrophaler. „In den Camps der Stadt überleben die Menschen nur mit dem Wenigen, was noch von außen in die Stadt kommt und was die Einwohner teilen können. Das ist zu wenig und die Reserven sind aufgebraucht“, sagt Duaa Tariq, Vertreterin der Emergency Response Rooms (ERR), einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe. „Viele können nur einmal pro Tag eine Mahlzeit zu sich nehmen – wenn überhaupt!“ so Tariq, die die Camps in der Stadt besucht hatte.

Die Situation in der Provinzhauptstadt verschlechtere sich von Woche zu Woche, weil Lastwagen mit Nahrungsmitteln und Treibstoff beschossen und die Infrastruktur der Stadt angegriffen werde. Strom gebe es nur noch für wenige Stunden am Tag, auch Pumpstationen für Wasser wurden getroffen. „Menschen müssen für Wasser die gesamte Nacht in langen Schlangen warten, und das Wasser, das sie dann erhalten, hat nicht einmal Trinkwasserqualität. In den Camps zahlen die Vertriebenen für verschmutztes Wasser zehn Mal mehr als noch vor einigen Monaten und müssen befürchten, davon krank zu werden“, berichtet Tariq.

Die Zerstörung ziviler Infrastruktur und eine weitere Zunahme der Gewalt hat laut dem Zentrum für Humanitäres Völkerrecht (IHL Centre) gravierende Konsequenzen für die Zivilbevölkerung: „Die Verlagerung von Kämpfen in städtische Viertel erfordert eine strengere Einhaltung der Regeln, um die Zivilbevölkerung vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten zu schützen“, mahnt Joshua J. Niyo, Rechtsexperte des IHL Centre, mit dem die Diakonie Katastrophenhilfe zusammenarbeitet. „Wir sind zutiefst besorgt über die zunehmenden Kämpfe in und um El-Obeid, die bereits gravierende Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung und den Zugang zu Wasser und Nahrung haben.“ 

Die ERR haben in der Stadt eine Krisengruppe eingerichtet, um die Hilfe auszuweiten. In sieben Bezirken des Bundesstaates Nord-Kordofan, dessen Hauptstadt El-Obeid ist und der zu einem Mittelpunkt des bewaffneten Konflikts geworden ist, unterstützten die ERR bisher knapp 90.000 Menschen. Die nachbarschaftlich organisierten Hilfsgruppen leisten mit mehr als 26.000 Freiwilligen im gesamten Sudan humanitäre Hilfe. Dutzende Helferinnen und Helfer sind durch den Krieg verletzt oder getötet worden.

„Helfende und die gesamte Zivilbevölkerung sind einem enormen Risiko ausgesetzt. Es steigt weiter, wenn der Krieg eskaliert. Die Öffentlichkeit bekommt diese Situation kaum mit und die internationale Politik ignoriert sie weitgehend. Damit nimmt die Weltgemeinschaft in Kauf, dass sich Geschichte wie in Al-Faschir wiederholt“, sagt Dagmar Pruin. Im vergangenen Jahr wurden Tausende Menschen nach der Eroberung der Stadt in Darfur getötet, die zuvor monatelang belagert wurde. 

Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international machen in ihrer gemeinsamen Sommeraktion „Die größte Katastrophe ist das Vergessen“ auf die Lage im Sudan aufmerksam. Mehr Infos und Material dazu finden Sie hier: https://www.vergessene-katastrophen.de/ 

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:

Diakonie Katastrophenhilfe

Evangelische Bank

IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02

BIC: GENODEF1EK1

Stichwort: Nothilfe Sudan

Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/ 

Ihr Pressekontakt

Bild von Tommy Ramm

Tommy Ramm

Pressesprecher Diakonie Katastrophenhilfe

+49 30 65211 1225tommy.ramm@diakonie-katastrophenhilfe.de