Diakonie Katastrophenhilfe weitet Prävention auf betroffene Provinzen Ituri und Nord-Kivu aus
Ebola in DR Kongo: Lückenhafte Nachverfolgung begünstigt rasante Ausbreitung
Die Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich wegen Lücken in der Nachverfolgung und fehlender Kapazitäten weiter aus. An der tödlichen Viruserkrankung sind bisher mehr als 3.000 Menschen gestorben, rund 6.300 Fälle sind bekannt. “Wir müssen von einer weit höheren Zahl ausgehen, weil auch vier Monate nach dem Ausbruch noch immer nicht alle Ansteckungsketten nachverfolgt werden. Das Virus ist nicht unter Kontrolle“, warnt Dr. Josue Ibulungu, Landesbüroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der ostkongolesischen Stadt Goma.
„Nur rund jeder zehnte eingerichtete Kontrollpunkt in der betroffenen Provinz Ituri, an denen Fieber gemessen wird und sich die Menschen die Hände desinfizieren können, funktioniert verlässlich und ohne Unterbrechung. Doch das ist Voraussetzung, um Ansteckungsfälle zu identifizieren und dann lückenlos nachzuverfolgen“, erklärt Josue Ibulungo. Gründe dafür sind demotiviertes und streikendes Personal, weil sie Lohnausfälle beklagen. Hinzu kommen Kapazitätsgrenzen. „Es gibt schon jetzt nicht genug Betten, obwohl die Zahl der Erkrankungen steigt. Die vorhandenen Behandlungszentren in Ituri und Nord-Kivu sind voll ausgelastet. Im Gesundheitsbereich sind mehr Ressourcen nötig, um Menschen zu behandeln und das Virus in den Griff zu bekommen.“
Ein weiterer Risikofaktor bilden laut Ibulungu verendete Tiere. „Es gibt kaum Laborkapazitäten, um Erkrankungen oder den Tod von Tieren zu untersuchen, obwohl bekannt ist, dass sich das Virus durch Tiere auf Menschen überträgt. Dadurch kann ein tödlicher Kreislauf entstehen und neue Varianten können auftreten“, warnt Ibulungu. Der Blick dürfe sich nicht nur auf die Menschen verengen, sondern der sogenannte Eine-Gesundheit-Ansatz müsse gestärkt werden, um auch die Rolle von Tieren und Umwelteinflüsse einzubeziehen.
Partner der Diakonie Katastrophenhilfe klärten in den vergangenen Monaten Menschen in Risikogebieten auf und richteten unter anderem Handwaschstationen ein, um durch bessere Hygiene die Ausbreitung des Virus einzudämmen. „Die Akzeptanz von Schutzmaßnahmen und das Wissen über Ebola haben sich durchaus verbessert, aber es gibt weiterhin Vorbehalte und Widerstände, insbesondere beim Umgang mit erkrankten oder verstorbenen Angehörigen“, sagt Ibulungu, und ergänzt: „Die Menschen haben so viele Herausforderungen; Ebola ist nur ein Problem von vielen und hat nicht überall die nötige Priorität“. Seit Jahrzehnten ist der Osten der DR Kongo von einem Bürgerkrieg gezeichnet, der Millionen Menschen vertrieben hat. Weite Teile werden von Rebellen kontrolliert. Trotz der Epidemie wird gekämpft.
Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte in laufenden Projekten in Nord- und Süd-Kivu in den vergangenen Monaten die Präventionsmaßnahmen ausgeweitet. Ein Ebola-Projekt im Umfang von 250.000 Euro hat unter anderem Gesundheitspersonal mit Schutzausrüstung unterstützt und Hygienemaßnahmen in öffentlichen Gebäuden verbessert. Nun stellt das evangelische Hilfswerk weitere 500.000 Euro für die Ebola-Prävention in den Provinzen Ituri und Nord-Kivu bereit, um Schutzmaßnahmen und psychosoziale Hilfe umzusetzen. „Viele Menschen zerbrechen an den zahlreichen Herausforderungen aus Krankheit, Flucht, Verlust und bewaffnetem Konflikt. In dieser verzweifelten Lage ist mentale Hilfe dringend nötig“, betont Ibulungu und ruft zu Spenden auf, um die Maßnahmen in den kommenden Monaten ausweiten zu können.
Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe
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