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Die brutale Gewalt der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram treibt hundertausende Nigerianer in die Flucht.  Foto: PADIESE 

Unzählige Nigerianer fliehen über die Grenzen in die Nachbarländer Tschad, Niger und Kamerun. Foto: PADIESE 

Viele Flüchtlinge sind erschöpft, gezeichnet von den Strapazen der Flucht. Mehr als die Kleider am Leib haben sie nicht retten können. Foto: PADIESE 

Bei den meisten, die es in die Flüchtlingslager schaffen, überwiegt die Erleichterung, dem Terror und der Gewalt in ihrer Heimat entkommen zu sein.  Foto: PADIESE 

Gemeinsam mit lokalen Partnern versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe Flüchtlinge in Bagassola im Tschad mit Nahrungsmitteln, Decken, Kochgeschirr und anderem lebensnotwendigen Bedarf.  Foto: PADIESE 

Hilfskräfte der lokalen Partner bereiten die Verteilung vor: Rationen mit den wichtigsten Grundnahrungsmitteln wie Öl, Salz, Reis, Zucker, Tee und Zwiebeln. Foto: PADIESE 

„Immer wieder versuchen sich die Menschen über den Tschadsee in Sicherheit zu bringen“, berichtet Kai M. Henning, Kontinentalverantwortlicher für Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe.  Foto: PADIESE 

Neben den nigerianischen Flüchtlingen am Tschadsee unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe im Süden des Landes Flüchtlinge aus der Zentralafrikanischen Republik. Foto: PADIESE 

Die Diakonie Katastrophenhilfe übernimmt mit ihren lokalen Partnern nicht nur die Notversorgung der Flüchtlinge. In Trainings wird den Menschen Wissen über Möglichkeiten zum Weiterverarbeiten der Ernte vermittelt, damit sie längerfristig auf eigenen Füßen stehen können. Foto: PADIESE 

Saatgut für Gemüse und landwirtschaftliches Gerät oder Kleintiere sollen den Flüchtlingen und Rückkehrern helfen, sich selbst zu versorgen. Frauen können in kleinen Gruppen lernen, Produkte wie Seife oder Backwaren herzustellen, um sie zu verkaufen. Foto: PADIESE 

Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Programm ist bewusst so angelegt, dass ein Teil der Maßnahmen auch der einheimischen Bevölkerung zugute kommt. Foto: PADIESE 

Neues Saatgut ermöglicht den Familien mit selbst angebautem Gemüse ihre Ernährungssituation zu verbessern. Foto: PADIESE 

Nigeria/Tschad

Tschad – Hilfe für Flüchtlinge aus Nigeria

Derzeit sind in Zentralafrika Hunderttausende auf der Flucht vor Gewalt.  Gerade die zentralafrikanische Republik Tschad ist in den letzten Jahren zum Zufluchtsort für Menschen aus den krisengeschüttelten Nachbarländern geworden. Allein in Nigeria fielen den Angriffen der Terrororganisation Boko Haram tausende Menschen zum Opfer. Ebenso viele Frauen und Kinder wurden verschleppt – nicht selten um sie für Selbstmordattentate zu missbrauchen. Auf der Flucht vor Gewalt und der Suche nach einem Neuanfang sind die vielen Schutzsuchenden auf Hilfe angewiesen.

Hunderttausende befinden sich derzeit auf der Flucht vor Gewalt. Das Ausmaß der Not im Grenzgebiet zwischen Nigeria, Niger, Kamerun und Tschad ist enorm.  Durch die Zuwanderung von nigerianischen Flüchtlingen und Rückkehrern, aber auch durch die noch immer vorherrschenden Angriffe der  Terrororganisation Boko Haram, sind derzeit Millionen von Menschen rund um den Tschadsee auf humanitäre Hilfe angewiesen. Internationale Akteure engagieren sich im Verhältnis dazu jedoch nur wenig. Den Geflüchteten wurde bisher kaum weltweite Unterstützung oder Aufmerksamkeit zuteil.

Vergessene Krise

„Immer wieder versuchen die Menschen, sich über den Tschadsee in Sicherheit zu bringen“, berichtet Kai M. Henning, Kontinentalverantwortlicher für Afrika der Diakonie Katastrophenhilfe. „Doch auch auf tschadischer Seite sind die Sicherheits- und die Versorgungslage äußerst schlecht“. Denn der Tschad gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben wiederkehrenden politischen Krisen ist das Land zunehmend vom Klimawandel betroffen und leidet regelmäßig unter schwerer Nahrungsmittelknappheit. Die gewalttätigen Konflikte in den Nachbarstaaten – neben Nigeria auch in der Zentralafrikanischen Republik und dem Sudan – haben dazu geführt, dass mittlerweile 2,3 Millionen Menschen Zuflucht in der Region gesucht haben. Sie flüchten sich zu den Ärmsten der Armen, daher ist ihre Lage im Tschad ganz besonders dramatisch.

Notlage am Tschadsee

Insbesondere in der Region an der Grenze zu Nigeria, spitzt sich die humanitäre Lage zu. Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung haben sich seit 2014 mehr als verdoppelt. Laut UN-Angaben sind 7,1 Millionen Personen in der Region von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen und mehr als 500.000 Kinder mangelernährt. 22.000 leiden bereits Hunger.

Für die Region Lac am Tschadsee rief die Regierung Ende 2015 den Notstand aus. Die Situation am See hatte sich im Laufe des Jahres 2015 dramatisch verschlechtert. Im Grenzgebiet zwischen Nigeria, Niger und Tschad kam es auf allen Seiten wiederholt zu Terroranschlägen sowie zu militärischen Aktionen gegen Terroristen. Die häufigen Angriffe auf Zivilisten führten zu Flüchtlingsbewegungen und interner Vertreibung. Aufgrund der Schließung der Grenzen, der Verhängung des Ausnahmezustands, des Fischereiverbots und der häufigen Anschläge ist die Nahrungsmittelversorgung in der Region kritisch. Außerdem ist der Zugang humanitärer Organisationen, insbesondere internationaler NGOs, aus Sicherheitsgründen nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Hilfsmaßnahmen

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist zusammen mit Partnerorganisationen schon seit Jahren in der Region des Tschadsees aktiv, obwohl die Lage für humanitäre Helfer zunehmend gefährlicher wird. In der Region um Bagassola leben circa 80.000 intern Vertriebene, circa 15.000 Rückkehrer und 30.000 nigerianische Flüchtlinge. Durch die zahlreichen Vertreibungen haben sich mehrere informelle Vertriebenen-Camps gebildet, die bisher keine oder nur sehr begrenzte Hilfe erfahren haben. Viele der intern Vertriebenen finden zudem bei Gastfamilien am Tschadsee Unterschlupf, die allerdings aufgrund der anhaltenden Konflikte selbst kaum genug zum Überleben haben.

Zusammen mit der Partnerorganisation PADIESE (Partenariat pour l’Appui et le Développement des Innovations en Education, Santé et Environnement) versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe Bedürftige im Camp Kousseri nahe der Stadt Bagassola nicht nur mit Nahrungsmitteln und  Hygieneartikeln, sondern auch mit Saatgut, landwirtschaftlichen Geräten, Fischernetzen oder Kleinvieh, um sie so dabei zu unterstützen, sich wieder eine eigene Existenzgrundlage zu schaffen. Hinzu kommen technische Schulungen und Berufstrainings.  So können die Begünstigten ihr Einkommen nachhaltig erhöhen und ihre Abhängigkeit von Hilfsleistungen langfristig reduzieren.

Gastgebende Familien unterstützen

Ein weiteres Projekt unterstützt zudem die Gastfamilien am Tschadsee, bei denen viele der intern Vertriebenen untergekommen sind. Zusammen mit den lokalen Hilfsorganisationen ACHUDE, OHD und CHORA versorgt die Diakonie Katastrophenhilfe über 1.500 Familien mit Lebensmitteln, Küchensets, Hygieneartikeln und Schlafmatten. Außerdem werden die begünstigten Haushalte in Hygienemaßnahmen und der Prävention von HIV/Aids geschult. 2.900 Familien erhalten zudem Produktionsmittel und Schulungen aus den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei, Viehzucht und Handwerk. Mithilfe dieser einkommenschaffenden Maßnahmen wird Widerstandsfähigkeit der Familien gestärkt.

So hilft Ihre Spende

  • Mit 30 Euro können zehn Familien einen Monat lang mit Desinfektionsmitteln zur Aufbereitung von Trinkwasser versorgt werden.
  • Mit 60 Euro kann eine fünfköpfige Familien einen ganzen Monat lang mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgt werden. 
  • Mit 100 Euro kann eine Familie geschult und mit Produktionsmaterialien ausgestattet werden, damit sie wieder eine Existenzgrundlage hat.  
Nigeria
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Mit 30 Euro können zehn Familien einen Monat lang mit Desinfektionsmitteln zur Aufbereitung von Trinkwasser versorgt werden.

Mit 60 Euro kann eine fünfköpfige Familien einen ganzen Monat lang mit ausreichend Nahrungsmitteln versorgt werden.

 

Mit 100 Euro kann eine Familie geschult und mit Produktionsmaterialien ausgestattet werden, damit sie wieder eine Existenzgrundlage hat. 

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Edith Sokolowsky hilft Ihnen gerne weiter:
Telefon: +49 (0)30 65211-1190
E-Mail: service@diakonie-katastrophenhilfe.de

Die Diakonie Katastrophenhilfe...

...leistet seit 60 Jahren weltweit dort Hilfe, wo die Not am größten ist. Sie unterstützt Menschen, die Opfer von Naturkatastrophen, Krieg und Vertreibung geworden sind und diese Notlage nicht aus eigener Kraft bewältigen können. Sie hilft unabhängig von Religion, Hautfarbe und Nationalität.

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