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Jahresbericht 2025: Weltweite Hilfe in Zahlen

Zahlen und Fakten zu unserer Arbeit und unseren Finanzen im Jahr 2025 auf einen Blick. Der komplette Jahresbericht steht unten für Sie zum Download bereit.

Erläuterungen der Einnahmen und ihrer Herkunft

Die Jahresrechnung der Diakonie Katastrophenhilfe leitet sich ab aus den geprüften Abschlüssen des Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung e. V. (EWDE) und der Evangelischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (EZE).

Gesamteinnahmen

Die Gesamteinnahmen lagen im Berichtsjahr 2025 bei 60,5 Mio. Euro und sind damit gegenüber dem Vorjahr (68,6 Mio. Euro) gesunken. Das ist im Wesentlichen auf die geringeren öffentlichen Mittel zurückzuführen. Die Verzögerungen beim Bundeshaushalt 2025 haben dazu geführt, dass das Auswärtige Amt (AA) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2025 kaum neue humanitäre Projekte bewilligen konnten. Global gerät die Finanzierung humanitärer Hilfe zunehmend unter Druck. Der gesamte Sektor wurde durch die Auflösung der US-amerikanischen Agentur USAID und die damit einhergehenden, wesentlichen Budgetkürzungen in Programmen der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit erschüttert. 

Die Spendeneinnahmen blieben insgesamt stabil. Wesentliche Spendeneinnahmen ergaben sich unter anderem durch das Erdbeben in Myanmar im Frühjahr. Darüber hinaus bewirkte der vierte Kriegswinter in der Ukraine einen Anstieg zweckgebundener Spenden für die Winterhilfe. Die Spendenbereitschaft für Osteuropa insgesamt ist jedoch rückläufig. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Unterstützung der vom Sudan-Konflikt betroffenen Bevölkerung. Die Diakonie Katastrophenhilfe registrierte in diesem Zusammenhang ein hohes Spendenaufkommen für eine der derzeit größten humanitären Krisen weltweit.

Das Finanzergebnis wurde durch die Bewertung und Veräußerung von Wertpapieren bestimmt. Die Kapitalanlagen erfolgen unter Einhaltung strenger ethischer Kriterien. Im Jahr 2025 lag das Finanzergebnis mit 1,7 Mio. Euro über dem Vorjahreswert
von 1,5 Mio. Euro. Ausschlaggebend hierfür war insbesondere der leichte Anstieg aus höheren Veräußerungsgewinnen.

Spenden

Im Jahr 2025 lagen die Spendeneinnahmen bei rund 29,9 Mio. Euro und blieben damit nahezu auf dem Niveau von 2024 (30 Mio. Euro). Auch gegenüber früheren Jahren ohne außergewöhnliche, medial stark wahrgenommene Katastrophen zeigen sich insgesamt keine nennenswerten Schwankungen. Mit einem Anteil von 50 % an den Gesamteinnahmen stellen die Spenden eine wesentliche Grundlage für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe dar.

Die meisten zweckgebundenen Spenden erhielt die Diakonie Katastrophenhilfe für Myanmar (3,6 Mio. Euro), für die Ukraine (2,2 Mio. Euro) und für den Sudan (1,4 Mio. Euro). Hinzu kommen projektbezogene Großspenden in Höhe von 2,1 Mio. Euro. Diese wurden zum größten Teil für Projekte im Sudan und in Ostafrika eingesetzt.

Brot für die Welt-Katastrophenfonds

Um bei vergessenen Katastrophen und bei Wiederaufbauprojekten handlungsfähig zu sein, erhält die Diakonie Katastrophenhilfe Spendenmittel von ihrer Schwesterorganisation Brot für die Welt. 2025 wurden dafür 4,5 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, das sind 600.000 Euro mehr als im Vorjahr. Diese Mittel ermöglichen der Diakonie Katastrophenhilfe, Projekte in Kontexten durchzuführen, die kaum Aufmerksamkeit erhalten und für die ansonsten keine oder nur sehr eingeschränkte finanzielle Mittel bereitstehen.

Öffentliche Mittel 

2025 erhielt die Diakonie Katastrophenhilfe zur Finanzierung laufender und neuer Projekte 18 Mio. Euro an öffentlichen Mitteln. Während die Fördergelder des BMZ (2,2 Mio. Euro) und des AA (9,8 Mio. Euro) 2025 zurückgingen, stiegen die Mittel der Europäischen Union (EU – The European Commission‘s Civil Protection and Humanitarian Aid Development) von 3,4 Mio. Euro auf 5,9 Mio. Euro an. Maßgeblich hierfür waren Förderungen zweier großer Projekte in Kolumbien. Insgesamt lagen die öffentlichen Mittel damit um rund 8,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 26,5 Mio. Euro.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat Forderungen gegen Mittelgeber (z. B. Auswärtiges Amt, Europäische Union) aus zugesagten Mitteln, die noch nicht abgerufen wurden, in Höhe von 19,7 Mio. Euro. Die Forderungen verteilen sich nach Mittelgebern wie folgt:

Projektmittel nach Mittelgeber 31.12.2025: gesamt 19.655.609,59 Euro 

Bundesmittel: 16.073.748,49
Kirchenmittel: 128.845,30
sonstige Mittelgeber: 3.453.015,80
 

Schwerpunkte der Zuschüsse 2025 des AA, des BMZ und der EU an die Diakonie Katastrophenhilfe im Überblick:
  • 6,0 Mio. Euro für die Ukraine (AA)
  • 4,0 Mio. Euro für Kolumbien (EU)
  • 1,6 Mio. Euro für die Türkei (EU)
  • 1,6 Mio. Euro für Niger und Tschad (AA)
  • 1,2 Mio. Euro für Palästinensische Gebiete (BMZ)
  • 1,0 Mio. Euro für Venezuela und Kolumbien (AA)
  • 2,6 Mio. Euro für Länder mit kleineren Einzelsummen

Zuwendung sonstiger Dritter

Die Projektkooperationen von Brot für die Welt stellten der Diakonie Katastrophenhilfe rund 402.000 Euro zur Verfügung, dies sind im Vergleich zum Vorjahr (1,1 Mio. Euro) knapp 700.000 Euro weniger. Diese Mittel wurden u. a. für das Hochwasser in Deutschland, das Erdbeben in Südostasien und die Krise im Sudan eingesetzt. Vom Kooperationspartner Diakonie Katastrophenhilfe Österreich wurden rund 727.000 Euro überwiesen (2024: 924.000 Euro). Der größte Anteil in Höhe von 442.000 Euro entfiel auf ein Vorhaben für die Erdbebenhilfe in Myanmar, gefolgt von Projekten im Jemen und in der Ukraine.

Die deutlich gestiegenen Spendeneinnahmen diverser Landeskirchen in Höhe von rund 827.800 Euro für Projekte im Sudan sowie der Ukraine sind hervorzuheben und besonders erfreulich. Vom weltweiten kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance (Action by Churches Together) erhielt die Diakonie Katastrophenhilfe Mittel in Höhe von rund 109.500 Euro für Projekte zur Hungerbekämpfung in Afrika und Wiederaufbauhilfe in Gaza. Das sind knapp 80.000 Euro weniger als im Vorjahr. Durch weitere kleinere Zuwendungen konnten zudem bestehende Projekte aufgestockt werden, um notwendige humanitäre Hilfe zu ermöglichen.

Erläuterungen der Ausgaben und ihrer Verwendung

Gesamtaufwendungen

Die Gesamtausgaben der Diakonie Katastrophenhilfe lagen im Berichtsjahr bei rund 75,3 Mio. Euro und waren somit rückläufig gegenüber 2024 (88,6 Mio. Euro). Den größten Anteil an den Gesamtkosten machte die Programmarbeit (86,6 %) aus. Auf Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung entfielen 13,4 %.

Die Projektausgaben beliefen sich im Berichtsjahr auf 59,6 Mio. Euro und lagen damit 15 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert (74,7 Mio. Euro). Dieser Rückgang ist insbesondere auf geringere Auszahlungen bei aus öffentlichen Mitteln geförderten Projekten zurückzuführen, was sich entsprechend auf das Gesamtvolumen der Projektmittelzahlungen auswirkte.

Programmarbeit

Die Programmarbeit umfasst nicht nur direkte Projektkosten, sondern auch die Aufwendungen für Personal und Sachmittel, die für die fachgerechte Betreuung und Bewertung der Projekte erforderlich sind. Im Berichtsjahr sank der Projektaufwand von 74,7 Mio. auf 59,6 Mio. Euro, während der Personalaufwand von 3,7 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro anstieg. Das ist unter anderem auf einen befristeten Personalaufbau in Berlin zurückzuführen, um die Programmarbeit zu unterstützen. Seit dem 4. Quartal 2025 werden diese Mehrkapazitäten wieder abgebaut. Insgesamt reduzierten sich die Gesamtausgaben der Programmarbeit von 79,7 Mio. Euro im Vorjahr auf 65,2 Mio. Euro.

Die Empfängerländer der höchsten Projektausgaben von rund 59,6 Mio. Euro waren 2025 Syrien und Türkei (9,2 Mio. Euro),
Deutschland (6,5 Mio. Euro), Kolumbien (5,7 Mio. Euro), Ukraine (4,5 Mio. Euro), Haiti (2,6 Mio. Euro), Demokratische Republik Kongo (2,3 Mio. Euro) sowie das vom Nahostkonflikt betroffene Gaza (2,1 Mio. Euro).

Werbung und Öffentlichkeitsarbeit

Diese Ausgaben tragen dazu bei, öffentliche Aufmerksamkeit für die Anliegen der humanitären Hilfe zu schaffen. Die Diakonie Katastrophenhilfe wirbt unter anderem durch Post-Mailings, E-Mail- und Online-Marketing, die eigene Website und Social-Media-Kanäle, Telefon-Marketing mit einem externen Dienstleister, Anzeigen, Plakate und über Aufrufe im kirchlichen Bereich um Spenden.

Die Ausgaben für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit werden neben der stetigen Überprüfung und Anpassung der Maßnahmen auch beeinflusst durch die Zahl an Naturkatastrophen und Konflikten sowie dem öffentlichen Interesse. Haupttreiber waren höhere Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen im Zusammenhang mit allgemeinen Kostensteigerungen und inflationären Entwicklungen. Sie lagen 2025 bei rund 5,3 Mio. Euro – eine Steigerung um 700.000 Euro im Vergleich zu 2024 (4,6 Mio. Euro), um 300.000 Euro im Vergleich zu 2023 (rund 5 Mio. Euro).

Hier finden Sie eine Übersicht unserer Dienstleisterinnen und Dienstleister im Bereich Spendenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit der Diakonie Katastrophenhilfe.

Verwaltung

Die Verwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr von 4,3 Mio. Euro auf 4,8 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg ist insbesondere auf höhere Personalaufwendungen und sonstige betriebliche Aufwendungen im Jahr 2025 zurückzuführen und steht im Zusammenhang mit allgemeinen Kostensteigerungen und inflationären Entwicklungen.

Die prozentualen Anteile der Ausgaben für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltung an den Gesamtausgaben haben sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr von 10 Prozent auf 13,4 Prozent erhöht. Gemessen an den gesunkenen Gesamteinnahmen, ist dies immer noch wenig und wird laut den DZI-Kriterien für Werbe- und Verwaltungsausgaben als „angemessen“ eingestuft. Diese Einstufung dient als Indikator für die wirtschaftliche und sparsame Mittelverwendung.

Bestätigungsvermerk

Die Bestätigungsvermerke des Abschlussprüfers, die Jahresabschlüsse für die Rechtsträger EWDE und EZE sowie die Bescheinigung zur Prüfung der Jahresrechnung werden nach Abschluss der Prüfung veröffentlicht. Das Evangelische Werk für Diakonie und Entwicklung e. V. hat sich zu einem Corporate-Governance-Codex verpflichtet. Die Bruttogesamtbezüge für die drei Vorstandsmitglieder aller drei Marken werden im Jahresabschluss offengelegt. Alle Dokumente finden Sie hier.

Material zum Mitnehmen

Jahresbericht der Diakonie Katastrophenhilfe für 2025

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Carsten Obergfell

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