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Rebecca Gbembo hat den Virus überlebt. 15 Familienmitglieder, darunter ihr Ehemann, verstarben im Sommer 2014 an Ebola. Die 24jährige hat sechs Kinder. Sie weiß nicht, wie es weitergehen soll. Christoph Püschner 

Der Virus hat das Gesundheitssystem Liberias nachhaltig verändert: Vor dem "Foya Borma Hospital" misst ein Krankenhaus-Mitarbeiter die Temperatur der ambulanten Patienten. Kranke werden sofort isoliert. Christoph Püschner 

Vor dem Krankenhaus in Foya ist eine Desinfektionsstelle eingerichtet. Das Wasser ist mit Chlor versetzt. Händewaschen ist im Ebolagebiet nicht nur eine Vorsichtsmaßnahme, sondern Pflicht. Christoph Püschner 

Verunreinigte Abfällen müssen mit großer Vorsicht behandelt werden. Die Hygienemaßnahmen im Krisengebiet werden streng eingehalten, nachdem zahlreiche Mitarbeitende in der Krankenpflege sich infiziert haben.  Christoph Püschner 

Überall im Land wird informiert: Melvin Tamba ist ein Freiwilliger der "Community Health Workers" und hängt vor seinem Laden ein Plakat über Vorsichtsmaßnahmen auf. Christoph Püschner 

Julios Nyumah, Mariam Foryoh und Moris Tamba sind Freiwillige "Community Health Workers". Sie ziehen von Haus zu Haus und informieren über den Schutz vor der Infektion und beantworten Fragen. Christoph Püschner 

In Foya breitete sich die Krankheit besonders schnell aus. Die ersten 300 Ebola-Toten wurden noch namentlich bestattet. Später wurden die Leichen in Massengräbern beigesetzt. Christoph Püschner 

Die Überlebenden werden oft ausgegrenzt. Annie Sumos Ehemann starb im September 2014. Gemeinsam mit ihren vier Kindern und ihrem Bruder versucht sie in dem Alltagsleben nach der Krankheit zurechtzukommen.  Christoph Püschner 

Doch das Leben muss weitergehen: Weil ihr gesamter Hausrat aus Hygienegründen vernichtet werden musste, erhalten Ebola-Überlebende von der Diakonie Katastrophenhilfe ein Überbrueckungsgeld von 300 US-Dollar. Per Fingerabdruck quitieren sie den Erhalt des Geldes.  Christoph Püschner 

In der Kapelle des "Elwa Hospital" haben sich 108 Ebola-Überlebende versammelt. In einer Andacht feiern sie ihr Überleben nicht nur als einen medizinischen Erfolg, sondern auch als ein Geschenk Gottes. Christoph Püschner 

Marthalyne Freeman arbeitete acht Monate als Krankenschwester in der Ebola-Abteilung des Elwa Hospitals. In der Krankenhauskapelle begleitet sie die Überlebenden auf ihrem Weg in ihr neues Leben. Christoph Püschner 

Ebola: Hilfe für Westafrika

Interview mit Dr. Gisela Schneider von Difäm, Projektpartner Diakonie Katastrophenhilfe, zur Hilfe in Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Länge: 7:38 min | Datum: 17.12.2014

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Westafrika: Wissen rettet Leben

Brot für die Welt-Podcast zu Ebola in Westafrika: Wie ist Hilfe möglich? Projektpartner von Brot für die Welt und Diakonie Katastophenhilfe kommen zu Wort.

Länge: 5:42 min | Datum: 11.09.2014

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Liberia/Sierra Leone/Guinea

Ebola: Auf dem Weg zurück ins Leben

Das Aufatmen ist spürbar. In den Straßen und auf den Märkten in Westafrika herrscht wieder geschäftiges Treiben. Vor mehr als einem Jahr, auf dem Höhepunkt der Ebola-Epidemie, sah das noch anders aus: Die Märkte waren leergefegt, Schulen geschlossen, und vor den Krankenhäusern spielten sich dramatische Szenen ab, weil nicht alle Erkrankten Aufnahme fanden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind seit Ausbruch der Epidemie Ende 2013 mehr als 27.000 Menschen am Ebola-Fieber erkrankt, über 11.000 daran gestorben. Getroffen hat es vor allem Liberia, Sierra Leone und Guinea. Für den Kampf gegen die Krankheit in diesen Ländern hat die Diakonie Katastrophenhilfe bislang rund fünf Millionen Euro bereit gestellt. Bis 2016 wird das evangelische Hilfswerk mit zwei Fachkräften weiter in Sierra Leone und Liberia sein, um die längerfristigen Projekte zu koordinieren und abzusichern, damit sich eine solche Epidemie nicht wiederholen kann.

Seit Mai 2014 unterstützt die Diakonie Katastrophenhilfe mehrere Partnerorganisationen in Liberia, Sierra Leone und Guinea im Kampf gegen Ebola. Mit Erfolg. Das Gesundheitsprogramm des evangelischen Hilfswerks im Umfang von rund fünf Millionen Euro hat entscheidend dazu beigetragen, die Zahl der Neuinfektionen in den drei westafrikanischen Ländern einzudämmen und die Gesundheitsversorgung trotz der Epidemie aufrechtzuerhalten. Dazu beigetragen hat vor allem die Verteilung von Schutzkleidung und medizinischem Material – insgesamt 40 Tonnen –, sowie Schulungen für Gesundheitspersonal und Aufklärungskampagnen in der Öffentlichkeit

Nicht zu früh freuen - weiterhin vorsichtig bleiben

Der Einsatz hat sich gelohnt: Liberia war im Mai von der WHO sogar schon für ebolafrei erklärt worden. Im Juni und Juli traten zwar wieder vereinzelt Fälle auf, die jedoch schnell nachverfolgt werden konnten. Doch bei aller Freude über die erzielten Fortschritte, ist weiter höchste Vorsicht geboten.

Nach mehreren neuen Ebola-Fällen in Guinea kämpft nun auch das Nachbarland Liberia gegen eine Rückkehr der tödlichen Krankheit. Eine 30 Jahre alte Frau starb auf dem Weg in ein Krankenhaus an Ebola, wie der französische Auslandssender RFI am Samstag meldete. Es ist das dritte Aufflackern der Krankheit, nachdem Liberia bereits zweimal als frei von Ebola erklärt worden war.

 Trotz der neuen Fälle in Westafrika hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Anfang April den internationalen Ebola-Notstand aufgehoben. Ein Aufflackern der Krankheit sei jedoch weiterhin möglich, weil manche Überlebenden das Virus noch in sich trügen, teilte die Organisation mit. Prävention, schnelle Diagnosen und entschlossenes Eindämmen neuer Fälle müssten deshalb Priorität haben. „Die eingeführten Infektionskontrollen und Hygienestandards müssen unbedingt beibehalten werden“, erklärt Patricia Kamara, Leiterin der Christian Health Association in Liberia (CHAL), Partner der Diakonie Katastrophenhilfe.

Rund 45 kirchliche Krankenhäuser und Gesundheitszentren, die rund ein Viertel aller ambulanten und fast die Hälfte aller stationären Gesundheitsleistungen in Liberia abdecken, arbeiten unter dem Dach von CHAL zusammen. „Die Epidemie hat die Schwachstellen unseres Gesundheitssystems offengelegt“, so Kamara weiter. Nach der Nothilfe gilt es daher jetzt, die Arbeit der Gesundheitseinrichtungen abzusichern. Denn darin sind sich alle einig: Eine solche Epidemie darf sich nicht wiederholen.

Nie wieder eine solche Epidemie – Gesundheitsversorgung nachhaltig stärken

Mit zwei vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekten hilft die Diakonie Katastrophenhilfe, die nach langen Kriegsjahren maroden Gesundheitseinrichtungen in Sierra Leone und Liberia wieder funktionstüchtig zu machen. Viele Einrichtungen verfügen nicht einmal über fließendes Wasser und Strom, einfachste Labortechnik oder Möglichkeiten, medizinischen Abfall zu entsorgen. Neben der Ausstattung mit Basismedikamenten und Material für die Versorgung der gängigsten Krankheiten wie Malaria oder Durchfall werden daher auch Sanitäranlagen und Behandlungsräume instandgesetzt.

Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission (Difäm) organisiert die Diakonie Katastrophenhilfe zudem Schulungen für Gesundheitsmitarbeitende, damit Infektionsschutz und Hygienerichtlinien im Arbeitsalltag verankert werden. Ziel ist, dass künftig alle Einrichtungen in der Lage sind, ansteckende Krankheiten sofort zu erkennen und zu isolieren. In Sierra Leone werden insgesamt 41 Krankenhäuser, Kliniken und Gesundheitsstationen unterstützt, in Liberia aktuell noch zwölf Einrichtungen in fünf der am schwersten betroffenen Bezirke. Dr. Gisela Schneider vom Difäm, die das Programm der Diakonie Katastrophenhilfe begleitet, ist beeindruckt von den bisherigen Fortschritten. „Es ist ein großes Bewusstsein dafür da, wie wichtig diese Sicherheitsmaßnahmen sind“, sagt sie nach einem Besuch in Liberia im Juli. „Ebola hat hier wirklich etwas bewegt und die Einstellung vieler verändert.“

Zusätzlich gibt es für das Gesundheitspersonal auch Angebote zur psychosozialen Unterstützung. Mehr als 880 Pflegekräfte hatten sich bei der Arbeit selbst mit dem Ebola-Virus infiziert. 510 von ihnen sind verstorben. „Wir merken erst jetzt, wie sehr unsere Mitarbeitenden traumatisiert sind“, sagt die Pflegedienstleiterin eines großen Krankenhauses in Liberia. Kleingruppen und Gespräche sollen helfen, die Trauer und Ängste zu bewältigen.

Aufklärung in allen Bereichen - Wissen ist der beste Schutz vor Ansteckung

Ohne die Menschen in den Gemeinden wäre die Wende im Kampf gegen Ebola jedoch wohl kaum gelungen. Hunderte von freiwilligen Gesundheitshelfern haben die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe seit dem vergangenen Jahr in Liberia und Sierra Leone geschult. Bei Dorfversammlungen, in Schulen und Kirchen, mit Postern und Plakaten erklären sie den Menschen, wie das Virus übertragen wird und wie man sich vor einer Ansteckung schützen kann. Händewaschen und andere Hygienemaßnahmen sind inzwischen tief im Bewusstsein und Verhalten der Bevölkerung verankert.

Vor Kurzem ist auch eine Aufklärungskampagne in Guinea angelaufen. Weil die Epidemie dort nicht so dramatische Ausmaße angenommen hatte, konzentriere sich der Großteil der Hilfe zunächst auf die beiden Nachbarländer Liberia und Sierra Leone. Entsprechend hartnäckig hält sich das Virus noch in Guinea. Mit ihrer langjährigen Partnerorganisation TWIN hat die Diakonie Katastrophenhilfe daher im Frühjahr 2015 ein Programm gestartet, das in 12 Gemeinden der Grenzregion über die Ebola-Gefahr und Schutzmaßnahmen aufklären soll. Dazu gehört beispielsweise auch wegen der Infektionsgefahr die kulturelle Praxis aufzugeben, Leichen vor der Beerdigung zu waschen.

Während die freiwilligen Gesundheitsteams auf dem Höhepunkt der Epidemie vor allem dazu beigetragen haben, dass Verdachtsfälle schnell erkannt, isoliert und in Behandlungszentren transportiert wurden, geht es jetzt auch darum, Überlebende und Hinterbliebene wieder in die Gemeinden zu integrieren. Denn Angst und Misstrauen sitzen noch tief seit der Epidemie. So sensibel wie die Helfer zuvor über Schutz und Hygiene aufgeklärt haben, gilt es jetzt, Diskriminierung und Vorurteile abzubauen.

Zurück ins Leben – Einkommen und Lebensmut zurückgeben

Neben den Nachwirkungen im sozialen Leben sind auch die wirtschaftlichen Folgen der Epidemie allgegenwärtig. Die Preise auf den Märkten haben angezogen, die Armut ist sichtbar gestiegen. „Unsere Kinder konnten fast ein Jahr nicht zur Schule gehen“, sagt Patricia Kamara von CHAL. „Viele Menschen haben ihr Einkommen verloren. Auch die Zahl der Waisen ist dramatisch gestiegen“, berichtet sie.

Die Einfuhr- und Handelsbeschränkungen während der Epidemie hatten das Wirtschaftsleben fast zum Erliegen gebracht. Felder blieben unbestellt, Läden und Betriebe geschlossen. Weil der Virus vor allem die jüngere Generation getroffen hat, fehlt vielen Familien jetzt der Verdienst. Um den Betroffenen den Weg zurück in die Normalität zu ebnen, hat die Diakonie Katastrophenhilfe ein Programm aufgelegt, das die Ernährung sichern und neue Einkommensquellen eröffnen soll.

In den Provinzen Nimba und River Gee erhalten 360 Kleinbauern landwirtschaftliche Unterstützung in Form von Saatgut, Werkzeug, Geflügel und Schulungen. Dabei setzen die Partner auf Gemüsesorten wie Okra, Gurken, Auberginen oder Kohl, die schnell reifen und gefragt sind. 240 weitere Ebola-Betroffene können sich nach entsprechenden Kursen mit Getreidemühlen oder Ölpressen für die Lebensmittelverarbeitung selbstständig machen. In Guinea erhalten 50 durch die Folgen der Ebola verarmte Familien wirtschaftliche Unterstützung. Bis mindestens Ende des Jahres will die Diakonie Katastrophenhilfe ihren Einsatz in den Ebola-Gebieten fortsetzen. Damit das Leben nach Ebola weiter geht.

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