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Humanitäre Lage bleibt angespannt 

Somalia

Seien es der anhaltende Bürgerkrieg oder die Naturkatastrophen des letzten Jahres: Die Menschen in Somalia leiden Not. Nach neuesten UN-Angaben sind 1,8 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Denn die Lebenssituation der Flüchtlinge in den Camps, vor allem um die Hauptstadt Mogadischu herum, ist katastrophal – es mangelt schlichtweg an allem.

Rund 365.000 Menschen sind durch die heftigen Kämpfe aus Mogadischu vertrieben worden und leben nun in Lagern am Stadtrand.

Die Nahrung ist knapp und viele Familien haben nicht genug zu essen.

Dennoch bemühen sich die Frauen, etwas für ihre Kinder zuzubereiten.

Im Süden und im Zentrum des afrikanischen Landes leiden 83.000 Kinder an Mangelernährung und Krankheiten wie Cholera und Durchfall.

Viele sind verunsichert und haben Angst vor der anhaltenden Gewalt.

Da ist es zum einen gut, wenn man Freunde findet...

... zum anderen soll der Schulunterricht helfen, den Kindern ein wenig Sicherheit und Normalität zu vermitteln.

Deshalb haben Eltern in den Camps temporäre Schulen selbst eingerichtet.

Ca. 80 % der Kinder und Jugendlichen erhalten zurzeit keinen Schulunterricht. Doch ohne eine Grundbildung sind ihnen selbst die wenigen Chancen, die sie haben, verwehrt.

In den letzten Monaten floh der überwiegende Teil der Bevölkerung Mogadischus, rund 700.000 Menschen, vor den Kämpfen der Truppen der Übergangsregierung, der mit ihnen verbündeten äthiopischen Armee und der Opposition. Zuflucht fanden sie in den mittlerweile völlig überfüllten Camps außerhalb der Stadt. Die Zustände sind auf Grund der Masse der Menschen, dem Mangel an Trinkwasser und Nahrung verheerend – immer mehr Krankheiten breiten sich aus.

Umfassende Nothilfe

Daher bemühen sich Diakonie Katastrophenhilfe und ihre lokale Partnerorganisation „Daryeel Bulsho Guud“ (DBG) darum, die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern und die Lage in den Flüchtlingscamps zu entschärfen. Bis Ende März 2009 werden 25.000 Flüchtlinge aus Mogadischu, hauptsächlich Frauen, Kinder und alte Menschen unterstützt. Jede Familie erhält je 60 Kilogramm Reis und Bohnen, 30 Liter Öl, eine Plastikplane, ein Moskitonetz sowie Trinkwasser. In einem weiteren Projekt werden bis Ende Oktober 2008 knapp 48.000 Menschen in den Regionen Lower Shabelle, Middle Shabelle und Benadir mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgt.

Wiederaufbau und Aufklärung

Neben den Soforthilfemaßnahmen bemüht sich die Diakonie Katastrophenhilfe in anderen Teilen des Landes bis heute um den Wiederaufbau im Land: Schulen werden errichtet und Schulmaterial bereit gestellt. Denn die Kinder sollen durch eine Ausbildung bessere Perspektiven erhalten. Außerdem werden spezielle Konfliktprogramme für Frauen durchgeführt, damit sich diese künftig besser vor häuslicher Gewalt und Genitalverstümmelungen schützen können.

Friedensverhandlungen

Daneben bleibt es das große Ziel der Hilfsorganisationen mit Friedensverhandlungen einerseits die Konflikte der verfeindeten Clans zu entschärfen, andererseits Clan-übergreifende gemeinsame Anliegen herauszuarbeiten, um so auf eine zukünftige Zusammenarbeit und letztendlich auf den Frieden für Somalia und seine Bevölkerung hinzuwirken.
zuletzt aktualisiert: 09.09.2008

> Online spenden: Somalia

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