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Türkei

Bargeldhilfen für den Winter und psychosoziale Hilfe

Projeknummer

K-TUR-2023-4051

Bezeichnung

Stärkung und Wiederaufbau von erbebenbetroffenen Gemeinden

Thema

Erdbeben

Träger

Support to Life (STL)

Kontinent

Asien

Land

Türkei

Gesamtlaufzeit

01.09.2023 - 31.03.2025

Budget

3.600.000 Euro

Hintergrund:
Am 6. Februar 2023 erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,8 und 7,5 die südöstlichen Provinzen der Türkei und den Norden Syriens. Besonders schwer traf es die türkischen Provinzen Adıyaman, Hatay, Kahramanmaraş und Malatya. Nach den jüngsten Angaben des türkischen Innenministeriums verloren 50.783 Menschen ihr Leben, darunter 7.302 Flüchtlinge. Mehr als 107.000 Menschen wurden verletzt. Insgesamt sind 9,1 Millionen Menschen in der Türkei von den Erdbeben betroffen. Rund 3 Millionen Menschen wurden nach der Katastrophe in andere Landesteile vertrieben.
Knapp ein Jahr später leben nach Angaben der türkischen Partnerorganisation Support to Life immer noch mehr als 780.000 Menschen in provisorischen Siedlungen, davon etwa 300.000 in der Provinz Hatay. Die Hilfsbedarfe sind immer noch enorm: Rund ein Drittel aller Betroffenen in den Camps können sich nicht ausreichend vor Schnee und Regen schützen. Da gemeinschaftliche Kochstellen fehlen, sind die meisten Menschen gezwungen, in ihren Unterkünften zu kochen. In einem Drittel der provisorischen Siedlungen fehlen Abwassersysteme, die Regen- und Grauwasser von den Unterkünften ableiten können. Auch der Zugang zu medizinischer Grundversorgung und öffentlichen Gesundheitsdiensten ist schlecht.

Hilfsmaßnahmen:
Das 18-monatige Projekt bietet den Betroffenen der schweren Erdbeben vom Februar 2023 mittelfristige Hilfe. In den Provinzen Hatay, Adiyaman, Kahramanmaras und Malatya erhalten Begünstigte Bargeldhilfen für den Winter, etwa um sich mit Heizmaterial einzudecken. Weitere zweckungebundene Bargeldhilfen ermöglichen den Betroffenen zudem, dringende individuelle Bedarfe zu decken.
In Anbetracht der erheblichen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der vom Erdbeben betroffenen Menschen legt das Projekt einen weiteren Schwerpunkt auf psychosozialer Hilfe. An den Standorten Mardin und Istanbul können Betroffene an Workshops zum Umgang mit psychischen Belastungen und Schutz teilnehmen. Je nach Fall erhalten die Begünstigten entweder psychologische Beratung, Hilfe aus einem Fonds für besondere Bedarfe, den das Projekt bereitstellt, oder werden an entsprechend spezialisierte Hilfsstellen weitergeleitet. Fälle von häuslicher Gewalt sowie Frauen und Kinder, die von frühen Zwangsheiraten bedroht sind, werden bei der Fallbearbeitung vorrangig behandelt.
Zudem werden in den Gemeinden freiwillige Hilfskomitees aufgebaut und geschult. Diese klären die Begünstigten über ihre Rechte und Schutzmöglichkeiten auf und verbessern langfristig die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen. Bei diesen Aktivitäten handelt es sich um Sensibilisierungsmaßnahmen, um die Prävention von und die Reaktion auf Gewalt gegen Frauen und um die Berücksichtigung spezifischer Schutzbedürfnisse gefährdeter Gruppen wie stillende Mütter, schwangere Frauen, von Frauen geführte Haushalte, gefährdete Kinder, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten.
Insgesamt erreicht das Hilfsprojekt 6.250 Personen.

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